Hertha: Torunarigha mit 90-minütigem Comeback in der U 23

Dardai unzufrieden: Kurt weiter in der Warteschleife

Sinan Kurt

"Ich bin mit ihm unzufrieden, das weiß er auch": Pal Dardai über Sinan Kurt. imago

Aus Herthas Trainingslager in Schladming berichtet Steffen Rohr

"Ich bin mit ihm unzufrieden, das weiß er auch", sagte Dardai nach der Trainingseinheit am Samstagvormittag. "Wenn man einen jungen Spieler ständig motivieren muss, habe ich ein Problem damit. Die letzten Tage fängt er an, sich richtig zu bewegen. Aber es sind immer wieder dieselben Rückfälle. Vielleicht liegt es auch an mir, vielleicht bin ich ein schlechter Trainer."

Kurt hat seit Beginn dieser Vorbereitung schlechte Karten bei seinem Coach. Zunächst kam er mit etwas Übergewicht aus dem Urlaub zurück, im ersten Trainingslager in Bad Saarow machten ihm Entzündungen an beiden Fersen zu schaffen. "Mentalität ist für mich das Wichtigste", so Dardai. "Wenn das jemand nicht kapiert, hat er ein Problem." Der Verein müsse den Flügelspieler nicht unbedingt abgeben, so der Ungar mit deutlichen Worten: "Sinan soll hier seinen Arsch bewegen."

Sinan soll hier seinen Arsch bewegen.

Pal Dardai über seinen Schützling Sinan Kurt

Als einziger der 24 in die Steiermark mitgereisten Hertha-Profis blieb Kurt im Trainingslager ohne jede Testspielminute. Gegen Galatasaray am Samstagabend ließ Dardai neben Kurt auch Valentin Stocker, Genki Haraguchi, Florian Baak, Mathew Leckie und Jonathan Klinsmann unberücksichtigt. Leckie beklagte am Freitag muskuläre Probleme, er pausierte vorsorglich. Dagegen bekamen die potenziellen Wechselkandidaten Stocker und Haraguchi ihren aktuellen Status im Kader aufgezeigt. Als die Spieler des türkischen Rekordmeisters ins Kapfenberger Franz-Fekete-Stadion kamen, unterhielt sich Stocker angeregt mit seinem Landsmann und früheren Baseler Mitspieler Eren Derdiyok. Lieber würde Stocker, den Dardai zuletzt aushilfsweise auf der Sechs getestet hatte, Taten sprechen lassen.

Torunarigha absolviert 90 Minuten in Luckenwalde

Aus Berlin kam derweil eine erfreuliche Kunde: Jordan Torunarigha (nach Außenbandverletzung am Sprunggelenk) gab am Samstag in der Regionalliga Nordost beim 2:0-Sieg in Luckenwalde sein Comeback. Der Innenverteidiger hielt nach knapp vierwöchiger Pause 90 Minuten in der U 23 durch. Er soll am Mittwoch, wenn die Profis nach dem Reisetag am Sonntag und zwei freien Tagen zu Wochenbeginn ihre erste Trainingseinheit in Berlin bestreiten, wieder bei Pal Dardais Mannschaft mittrainieren. Dann wird auch Niklas Stark, der sich bei der U-21-EM eine Rippenfraktur zugezogen hatte, im Training zurückerwartet. Dardai: "Es war richtig, beide nicht mit nach Schladming zu nehmen, sondern in Berlin zu lassen. Jordans Comeback freut uns natürlich."