Bundesliga

Schwarz: "Das ist Wahnsinn, brutal"

Mainz-Coach über den Neymar-Transfer

Schwarz: "Das ist Wahnsinn, brutal"

Sandro Schwarz

Findet den Transfersummenwahn "brutal": Der Mainzer Coach Sandro Schwarz. imago

"Dass so etwas machbar ist, hätte man vor ein paar Jahren nicht gedacht", betont Schwarz. "Das ist Wahnsinn, brutal. Eine bedenkliche Entwicklung." Zum Vergleich: Der Marktwert des gesamten Mainzer Kaders beläuft sich auf knapp 73 Millionen Euro, für Neymar wird PSG dem FC Barcelona wohl mehr als das Dreifache an Ablöse überweisen. Summen, die bei den Rheinhessen für Kopfschütteln sorgen. Dass Topklubs wie Paris und Barcelona in ganz andere finanzielle Dimensionen vorstoßen können als Mainz 05, ist freilich keine Überraschung. Problematisch wird es allerdings, wenn sich solche Beträge auf die mittelgroßen und kleinen Vereine auswirken. Selbst deutsche Zweitligaprofis mit Erstligapotenzial sind mittlerweile oft zu teuer, fast zwangsläufig geht die Suche nach Verstärkungen über die Landesgrenzen hinaus.

"Alles wird teurer", findet Schwarz, "auch für uns". Doch über Namen der Kategorie Neymar muss sich der Coach keine Gedanken machen. Im Mittelpunkt steht die tägliche Arbeit mit dem eigenen Team, von heiß diskutierten Mega-Transfers sollen sich weder Spieler noch Verantwortliche ablenken lassen. Fokussiert arbeiten Schwarz und sein Team deshalb an der nötigen Wettkampfhärte. Neun Tage verbleiben noch bis zum DFB-Pokalauftakt in Lüneburg. "Bis dahin brauchen wir noch mehr Frische", befindet der 38-Jährige. Um dieses Ziel zu erreichen, werde er die Trainingsumfänge herunterschrauben, gleichzeitig an der ohnehin schon hohen Intensität festhalten.

Trainersteckbrief Schwarz

Schwarz Sandro

Konzentration auf den Pokal

Anders als im denkbar knappen Erstrunden-Fight vorige Saison gegen Unterhaching (4:2 nach Elfmeterschießen) wollen die Nullfünfer in diesem Jahr schnell für klare Verhältnisse sorgen. Ab nächster Woche werden Gegneranalysen ins Training einfließen, zuvor steht am Samstag das dreimal 45 Minuten dauernde Testspiel gegen Twente Enschede auf dem Programm. Nichts soll das Weiterkommen im Pokal gefährden, entsprechend konzentriert gehen die Mainzer die Aufgabe an. Schließlich geht es neben dem sportlichen Prestige um über 260.000 Euro Prämie für die Teilnahme an der zweiten Runde. "Du musst froh sein, wenn du im Pokal weiterkommst, dann gibt's ein bisschen Kohle", sagt Schwarz. "Davon kannst du dir einen Neymar aber trotzdem nicht leisten (lacht)."

Maximilian Müller

kicker.tv Hintergrund

Neymar-Wahnsinn - Streich kritisiert Transfersummen

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