RB verpasst Champions-League-Gruppenphase zum zehnten Mal

"La Decima": Frust und Ärger im Salzburger Land

Valon Berisha

Der Salzburger Valon Berisha, Bruder des Fürthers Veton, schreit seinen Frust raus. imago

Zehn von zehn: Seit dem Einstieg des Brauseherstellers Red Bull im Jahr 2005 hat es der elfmalige österreichische Meister Salzburg in der Tat nicht geschafft, sich auch nur ein einziges Mal für die Gruppenphase der Champions League zu qualifizieren.

Die Chronologie der Ereignisse führt gar dazu, dass in sozialen Medien bei diesem negativen Abschneiden "von einer Form von Tradition" oder in Bezug auf Real Madrids CL-Triumph 2013/14 von "La Decima" gespottet wird: 2006 war gegen Valencia Endstation, 2007 gegen Donezk, 2009 gegen Maccabi Haifa, 2010 gegen Hapoel Tel Aviv, 2012 gegen Düdelingen, 2013 gegen Fenerbahce, 2014 wie 2015 gegen Malmö, 2016 gegen Dinamo Zagreb und nun 2017 gegen den frisch gebackenen und erstmaligen kroatischen Meister Rijeka. Mal kam das Aus erst in den alles entscheidenden Play-offs, mal wie jetzt in der 3. Quali-Runde .

RB Salzburg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

13.09.1933

HNK Rijeka - Vereinsdaten
Trainersteckbrief Rose

Rose Marco

Spielersteckbrief Yabo

Yabo Reinhold

Spielersteckbrief V. Berisha

Berisha Valon

Champions League Qualifikation - 3. Runde

Abseits!

Nach dem 1:1 im Hinspiel vor heimischem Publikum gelang den Salzburgern trotz fünfminütiger Nachspielzeit kein einziges, notwendiges Tor - zumindest keines, das zählte. Das 0:0 besiegelte somit das abermalige Aus - und rief aufgrund einer vieldiskutierten Entscheidung Schiedsrichterärger hervor. Weil ein Tor des ehemaligen Bundesliga-Profis Reinhold Yabo in der 54. Minute fälschlicherweise wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt wurde, haderten die RB-Akteure.

Laut "Kronen-Zeitung" sollen Trainer Marco Rose und Sportdirektor Christoph Freund später im Kabinengang gewütet und eine ganz andere Reaktion als in den folgenden Interviews gezeigt haben.

RB-Coach Rose: "Menschen machen Fehler"

Marco Rose

Muss seine Schützlinge nun für die Europa-League-Play-offs aufrichten: RB-Coach Marco Rose. imago

Yabo selbst, der einst für den 1. FC Köln, Aachen, Karlsruhe und Bielefeld die Schuhe geschnürt hatte und zudem als Kapitän der U 17 im Jahr 2009 Europameister geworden war, analysierte hinterher eher trocken: "Es bringt nichts, dem nachzuweinen. Wir hatten noch genug Zeit, ein weiteres Tor zu erzielen." Auch der frühere Mainzer Bundesliga-Profi Rose, seit Saisonbeginn Cheftrainer der Bullen, bemühte sich um Gelassenheit: "Ich will nicht diskutieren über den Schiedsrichter. Menschen machen Fehler, das passiert im Fußball."

14,7 Millionen Euro Verlust

Dennoch: Das erneute Aus von RB, der seinem Schwesterklub Leipzig somit nicht auf die große europäische Fußballbühne folgen kann, schlägt hohe Wellen. Vor allem Klubboss Dietrich Mateschitz dürfte es wenig interessieren, dass das heimstarke Rijeka gegen seinen Klub zum 44. Mal in Folge im eigenen Stadion ungeschlagen blieb und weiterhin die Chance auf die Königsklasse hat . Der finanzielle Verlust von 14,7 Millionen Euro wegen des Verpassens der Gruppenphase ist selbst für RB unangenehm. Der 40-Jährige Rose muss Salzburg nun via Play-offs wenigstens in die Europa League führen - auch um seines Jobs willen.

HNK Rijeka

HNK Rijeka ist weiter: Am Ende jubelten aus Salzburger Sicht bereits zum zehnten Mal die anderen. imago

Dieses Minimalziel, das stellte auch Geschäftsführer Stephan Reiter klar, muss unbedingt erreicht werden: "Das ist das sportliche Szenario, das wir brauchen, um auch die jungen internationalen Talente nach Salzburg zu bringen." Dahingehend besänftigte der Klub selbst noch am Abend via Twitter und kehrte das Positive hervor: "Die Chance auf eine europäische Gruppenphase besteht weiterhin, denn wir stehen nun in den Europa-League-Play-offs!"

Immerhin: Auf der nach unten offenen Peinlichkeits-Skala der Salzburger in der CL-Qualifikation datiert der Tiefpunkt weiterhin aus dem Jahr 2013. Seinerzeit scheiterte der haushohe Favorit bereits in der 2. Qualifikationsrunde an F91 Düdelingen, damaliger und aktueller Meister der Fußball-"Großmacht" Luxemburg.

mag