Spanischer Youngster präsentiert sich erstaunlich abgeklärt

Jorge Meré: Fühle mich beim FC "wie in einer Familie"

Jorge Meré

Jorge Meré präsentiert sich im Trainingslager des 1. FC Köln erstaunlich abgeklärt. imago

Aus dem Trainingslager des 1. FC Köln in Kitzbühel berichtet Frank Lußem

Deutschen Fußballfans könnte er durchaus aufgefallen sein. Beispielsweise während der für den DFB siegreich verlaufenen U-21-Europameisterschaft in Polen. Da kam Jorge Meré (20) in vier Spielen zum Einsatz (im Finale gegen Deutschland erhielt er die Note 4). In Spaniens Primera Division absolvierte er trotz seiner Jugend bereits 56 Spiele für Sporting Gijon, davon 55 von Beginn an. Mit Gijon stieg er im Mai aus "La Liga" ab, wechselte im Juli zum 1. FC Köln.

Spielersteckbrief Jorge Meré

Meré Perez Jorge

Der Transfer kam durchaus überraschend, nachdem spanische Medien ihn bereits beim FC Malaga verortet hatten. Meré zu dieser unklaren Situation: "Es stimmt, ich war beim Medizincheck in Malaga. Damals gab es noch keine Anfrage aus Köln. Die kam erst, als ich in Malaga war. Da habe ich mit Familie und Freundin gesprochen und es war sehr schnell klar, dass ich das machen würde."

Eine Entscheidung, die er nicht bereut: "Es gab auch andere Anfragen und ich habe lange nachgedacht. Aber ich habe mich für Köln entschieden, weil man mir hier sofort das Vertrauen entgegen gebracht hat. Ich möchte hier neue Ziele verfolgen, neue Erfahrungen sammeln." Die spezielle Atmosphäre bei den "Geißböcken" kommt ihm dabei entgegen: "Es ist ja nicht immer einfach für Spieler aus dem Ausland, sich in einem neuen Land zurechtzufinden. Aber hier wird es mir leicht gemacht." Ähnlich wie in Gijon fühle er sich sofort "wie in einer Familie", die Überzeugung, den richtigen Schritt getan zu haben, verfestigte sich in den ersten Wochen mit den neuen Kollegen.

Jorge Meré: "Ich möchte jetzt eine gute Saison spielen"

Landsleute wie der Dortmunder Mikel Merino oder der Ex-Frankfurter Jesus Vallejo hätten ihm zugeraten, auch das Beispiel von Daniel Carvajal, der einst in Leverkusen zum Klassespieler reifte, befeuerte den Wunsch, in die Bundesliga zu gehen: "Sie alle haben mit ihrem Schritt gezeigt, dass man sich in der Bundesliga sehr gut weiterentwickeln kann. Mein Ziel ist es, ein großer Fußballer werden. Ich möchte jetzt eine gute Saison spielen. Ich habe zwei gute Jahre hinter mir und will diese Leistung in der Bundesliga bestätigen."

Zwei gute Jahre, die ihn für Gijon häufig in Duelle mit Weltstars führten: "Gegen Messi und Ronaldo zu spielen ist eine ganz harte Nuss. Sie sind die beiden besten Spieler der Welt. Man versucht, sein Bestes zu geben, aber es ist schwierig, sie aus dem Spiel zu nehmen. Es war schön, gegen sie zu spielen und zu versuchen, sie zu verteidigen oder aus den Fehlern zu lernen."

In Kitzbühel präsentierte sich Meré abgeklärt, bis auf einen Stellungsfehler im Spiel gegen Bologna gab es wenig zu bemängeln. Auch sein Kopfballspiel überzeugt, angesichts der Größe von "nur" 1, 82 Meter mag das überraschen. Aber Meré verfügt über ein gutes Timing, bewegt sich aufmerksam im Raum und bringt die Bälle auch unter Bedrängnis an den (eigenen) Mann. Er kann in der Dreierkette zwischen Sörensen und Heintz agieren oder rechts innen in der Viererkette. Alles in allem ein Spieler, der den Kader angesichts der Mehr-Belastung nicht nur ergänzen wird, sondern verstärken kann. Genau deshalb ist er geholt worden.

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