Coach Janßen will "bescheiden bleiben"

Die Gemeinschaft macht St. Pauli so stark

Erlösung nach dem ersten Saisonsieg: St. Paulis Trainer Olaf Janßen reißt die Arme hoch.

Erlösung nach dem ersten Saisonsieg: St. Paulis Trainer Olaf Janßen reißt die Arme hoch. imago

St. Paulis knapper 1:0-Erfolg in Bochum war einem Eröffnungsspiel für die Saison 2017/18 auf jeden Fall würdig. Insbesondere im ersten Durchgang spielten die Hamburger wie entfesselt auf, ließen den Bochumern kaum Luft zum Atmen. Wie weit seine Mannschaft schon ist, ließ auch Coach Olaf Janßen ein wenig verwundert zurück. "Ich war überrascht von unserer ersten Halbzeit. Die Art und Weise, wie wir das gelöst haben, war hervorragend", lobte der 50-Jährige.

Nach Ballgewinnen schalteten die Hamburger blitzschnell um, erwischten Bochum immer wieder auf dem falschen Fuß. Die riesigen Räume wusste St. Pauli allerdings vor dem Wechsel nicht zu nutzen. Dass das Toreschießen für drei Punkte dazugehört, mahnte Janßen nach eigener Aussage in der Pause an ("Das habe ich meinen Jungs auch gesagt"). Direkt nach dem Wechsel war plötzlich der VfL obenauf, die Hamburger hechelten teilweise nur noch hinterher.

Wie das kam? "Das Pressing, was wir in der ersten Halbzeit gespielt haben, könnte einer der Gründe für diese Phase gewesen sein", begab sich Janßen auf Spurensuche: "In der Vorbereitung haben die Jungs diesen Punkt noch nicht überwinden müssen." Anschließend habe seine Mannschaft aber wieder deutlich besser gestanden und "kaum noch Chancen zugelassen".

Nehrig: "Das schweißt ein Team zusammen"

Ohnehin liege das Erfolgsrezept nicht in der fußballerischen Klasse des FCSP. "Es ist schön zu sehen, wie die Mannschaft in der Gemeinschaft funktioniert", lobte Janßen: "Das ist wirklich etwas ganz Besonderes, dass die Gruppe so funktioniert und harmoniert." In die gleiche Kerbe schlug auch Bernd Nehrig. Der neue Kapitän der Kiez-Kicker erklärte: "Wir wollten mit absolutem Willen in das Spiel gehen, dabei aber auch immer einen kühlen Kopf bewahren. Das ist uns gelungen. Wenn man so eine Rückrunde wie letzte Saison spielt, schweißt das ein Team zusammen. Das hat man heute gesehen."

Es ist wichtig, dass wir weiterhin bescheiden bleiben.

St. Paulis Trainer Olaf Janßen

Euphorie ja, überschwängliches Lob nein - so will es Janßen in den nächsten Wochen halten. Sein unumstößliches Credo: "Es ist wichtig, dass wir weiterhin bescheiden bleiben." Gegen eine rauschende Party beim Heimauftakt gegen Dynamo Dresden am nächsten Montag hätte der gebürtige Krefelder wohl trotzdem nichts einzuwenden.

msc

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