Der Trainer des 1. FC Köln im kicker-Interview

Stöger: "Für kölsche Verhältnisse bin ich schon der Wenger"

Peter Stöger

War froh, als die letzte - erfolgreiche - Saison zu Ende war: Kölns Trainer Peter Stöger. imago

Seit vier Jahren trainiert der 51 Jahre alte Österreicher den 1. FC Köln, seit vier Jahren geht es Schritt für Schritt bergauf mit dem rheinischen Traditionsklub. Doch obwohl ihm mit seiner Mannschaft die direkte Qualifikation für die Europa League gelungen ist, verfällt er nach der Analyse dieser Erfolgssaison nicht in totale Euphorie. "Ich war zufrieden, ich wusste, dass es ein großer Erfolg für den FC war", betont Stöger, "aber ich verspürte keinen Stolz."

Bereits nach dem Ende der Saison hatte Stöger erklärt, er sei froh gewesen, dass diese vorbei war. "Die halbe Saison wird über den Europacup diskutiert, also über etwas, das weit über unserer Zielsetzung lag", führt der Fußballlehrer aus. "Und plötzlich, als wir eine schwächere Phase hatten, wurde darüber gesprochen, dass wir drohen, etwas zu verpassen, dass wir etwas liegen lassen. Das war ein bisschen speziell, der Druck war gefühlt sehr groß."

Dass ihn Kölns Vizepräsident Toni Schumacher zum "kölschen Arsene Wenger", der seit 1996 Manager beim FC Arsenal ist, nimmt Stöger gelassen. "Für kölsche Verhältnisse bin ich doch sowieso schon der Wenger." Wie lange er dem Klub die Treue halten will, "kann ich überhaupt nicht beantworten. Es ist neu für mich, so lange bei einem Klub zu arbeiten. Aber ich fühle weder ein Gefühl der Abnutzung, noch, dass es schon die fünfte gemeinsame Saison ist. Es ist alles wahnsinnig schnell gegangen."

Im ausführlichen Interview spricht Peter Stöger über mentale Durchhänger, über das Theater um den nach China abgewanderten Torjäger Anthony Modeste, über dessen Nachfolger Cordoba und Guirassy sowie über die große Euphorie in Köln.

kon