Stuttgarts personelle Änderungen - Hitzlsperger im Präsidium

VfB-AG legt los: "Dann sind wir besser als Leipzig"

Wolfgang Dietrich (M.), Thomas Hitzlsperger (l.) und Dr. Bernd Gaiser am Freitag in Stuttgart

Das neue Präsidium des VfB Stuttgart e.V.: Wolfgang Dietrich (M.), Thomas Hitzlsperger (l.) und Dr. Bernd Gaiser. imago

Jan Schindelmeiser ist als Sportvorstand des VfB Stuttgart zurückgetreten, ein Paukenschlag ist das aber nicht: Wie Stefan Heim und Jochen Röttgermann legte er sein Vorstandsamt im e.V. nieder und wurde gleichzeitig vom neuen Aufsichtsrat der AG zum Vorstand der VfB Stuttgart 1893 AG ernannt.

Es ist Teil der personellen Veränderungen im Zuge der Ausgliederung, für die die Mehrheit der VfB-Mitglieder vor fünf Wochen gestimmt hatte und die seit 4. Juli auch formal vollzogen ist. "Wir gehen davon aus, dass jetzt alle Voraussetzungen erfüllt sind, damit das Geld in den nächsten Tagen fließen kann", sagte Präsident Wolfgang Dietrich am Freitag. 11,75 Prozent der Anteile erwirbt "Daimler" für 41,5 Millionen Euro, weitere Investoren sollen dazukommen. Aber: "Es gibt aktuell noch null Überlegungen, wer die weiteren Investoren sein können", so Dietrich. "Jetzt geht es erst einmal darum, die Liga souverän zu halten."

Buchwalds Engagement war Dietrich ein besonderes Anliegen

Der neue, neunköpfige Aufsichtsrat besteht aus dem Vorsitzenden Wolfgang Dietrich, dessen Stellvertreter Wilfried Porth, Weltmeister Guido Buchwald, Dr. Bernd Gaiser, einem Spezialisten für Finanzen, sowie Hartmut Jenner, Hermann Ohlicher, Franz Reiner, Dr. Bertram Sugg und Martin Schäfer, der allerdings nach Angaben des VfB sein Amt Ende des Jahres aus persönlichen Gründen niederlegen wird. Dass Ehrenspielführer Buchwald damit künftig mehr Verantwortung beim VfB trägt, war Dietrich "ein Anliegen".

Ziel ist, dass es nicht mehr heißt, ein Drittel der Nationalmannschaft war irgendwann mal beim VfB und spielt jetzt anderswo.

Thomas Hitzlsperger

Dietrich bleibt ehrenamtlicher Präsident des e.V., das Präsidium bilden an seiner Seite Dr. Bernd Gaiser - und Thomas Hitzlsperger: "Er wird unsere Fachexpertise erweitern. Ich bin sicher, er wird uns helfen können", so Dietrich über den 35-jährigen Ex-Nationalspieler, der sich hauptsächlich um den Nachwuchs kümmern soll: "Ich möchte Nachwuchsmentor sein und Persönlichkeiten entwickeln. Ich möchte mithelfen, dass gute junge Spieler bei uns bleiben. Ziel ist, dass es nicht mehr heißt, ein Drittel der Nationalmannschaft war irgendwann mal beim VfB und spielt jetzt anderswo ." Wie Gaiser übt Hitzlsperger sein neues Amt aber zunächst kommissarisch aus, beide werden sich bei der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung zur Wahl stellen.

Bestandteil des e.V. ist künftig auch ein neunköpfiger Vereinsbeirat, dessen Mitglieder erst bei der nächsten Mitgliederversammlung gewählt werden. Bis dahin bilden ihn mit Hans H. Pfeifer (Vorsitzender), Horst Arzt, Dr. Wolf-Dietrich Erhardt, Michael Russ und Alfred Schütter fünf ehemalige Mitglieder des Ehrenrats.

"In drei bis vier Jahren im ersten Bundesliga-Drittel"

"Wir können ein neues Kapitel in der Vereinsgeschichte des VfB aufschlagen", erklärte Dietrich. "Wir wollen in drei bis vier Jahren im ersten Drittel der Bundesliga stehen und wieder zur Top-Adresse im deutschen Nachwuchs werden." Seine Ansage: Wenn der VfB ähnlich gut arbeite "wie die reinen Kommerzvereine Leipzig oder Hoffenheim, werden wir besser sein, weil wir die Tradition im Hintergrund haben".

jpe/sid

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