Spanier wollen letzten Schritt gehen - und üben Elfmeter

Deulofeu: "Wir sind hier, um zu gewinnen"

Gerard Delofeu

Bleibt bei aller Aufregung um ihn rum vor der Finale gegen Deutschland innerlich ruhig: Spaniens Gerard Delofeu. Getty Images

Aus Krakau berichten Michael Pfeifer und Carsten Schröter

"Einige Medien haben uns zu Favoriten erklärt und in Spanien begleitet unser Team eine große Euphorie, aber innerhalb der Mannschaft sind wir uns bewusst darüber, was es gekostet hat, um bis ins Finale zu kommen", sagte Celades im Original. "Ich will nicht langweilig sein, aber wir mussten viel investieren bisher und die Spieler wissen das. Bei aller Aufregung außerhalb bleibe ich ruhig, weil ich weiß, dass auch meine Spieler verinnerlicht haben, dass sie erneut einhundert Prozent geben müssen, um erfolgreich zu sein", so der spanische Trainer weiter.

Bei allem Respekt vor Portugal und Italien - beide Nationen schlug "la Rojita" mit 3:1 - müsse man gegen einen "großartigen Gegner mit viel Talent" noch mehr für den Erfolg investieren. Die Ankündigung einer harten Gangart von einigen deutschen Spielern beunruhigt den 41-Jährigen nicht: "Wir sind vorbereitet, um Deutschland mit der besten Mentalität zu begegnen."

"Es ist das wichtigste Spiel in meiner Zeit bei der U 21, weil ich leider bei der letzten EM 2015 nicht dabei sein konnte. Ich bin stolz auf das bisher Geleistete, hatte viele Tore und Siege, aber ich bin sicher, dass der Höhepunkt am morgigen Freitag kommt. Wir sind hier, um zu gewinnen und den Pokal in die Höhe zu stemmen", erklärte Deulofeu. Der Offensivmann wurde beim FC Barcelona ausgebildet und wechselte nach Leihstationen in Everton (2013/14) und beim FC Sevilla (2014/15) im Sommer 2015 fest zum FC Everton. In der abgelaufenen Rückrunde war Deulofeu jedoch erneut verliehen worden, diesmal an den AC Mailand.

"Morgen ist ein großes Spiel, wir werden sehen, was in meiner Zukunft passiert, das klärt sich in den Tagen danach. Jetzt geht es nur darum, morgen den Titel zu holen", beschied Deulofeu, der bei der EM bislang einmal per Handelfmeter beim 5:0-Auftaktsieg gegen Mazedonien traf, die Frage danach, wo er in der kommenden Saison denn spielen werde. In Everton läuft sein Vertrag noch bis 2018.

Unabhängig davon muss man aus deutscher Sicht davon ausgehen, dass Deulofeu und Kollegen am Freitagabend deutlich angriffslustiger und präsenter zu Werke gehen, als bei der biederen Pressekonferenz. Auf dem Rasen wird es dann auch keinen UEFA-Übersetzer geben, der ihren Vortrag abschwächt.

Trotz ihrer spielerischer Klasse und bislang herausragenden Leistungen haben sie sich zudem für alle Eventualitäten gewappnet. Wie der kicker erfuhr, ließ Celades im geheimen Abschlusstraining nach lockerem Positionsspiel ohne Gegnerdruck fast jeden seiner Akteure einen Elfmeter schießen. Die Quote: Nur zwei Fehlschüsse bei 16 Versuchen.