Confederations Cup

Peinliche Schiri-Panne bei deutschem Gruppensieg

Erst zweiter Video-Beweis bringt dem Referee Klarheit

Peinliche Schiri-Panne bei deutschem Gruppensieg

Zog den Unmut der Kameruner nach einem Foul an Emre Can (#14) auf sich: Referee Wilmar Roldan Perez.

Zog den Unmut der Kameruner nach einem Foul an Emre Can (#14) auf sich: Referee Wilmar Roldan Perez. Getty Images

Was war passiert? Emre Can krümmte sich eine halbe Stunde vor Schluss nach einem Tritt von Kameruns Rechtsverteidiger Ernest Mabouka vor Schmerzen auf dem Rasen. Referee Wilmar Roldan Perez aus Kolumbien entschied daraufhin auf Freistoß für Deutschland und Gelb. So weit, so richtig. Allerdings zeigte der Südamerikaner Mittelfeldspieler Sebastien Siani den Gelben Karton, was auf dem Rasen für Verwunderung sorgte.

Als Roldan Perez schon weiterspielen lassen wollte, bekam er wohl ein Signal aus der Kabine der Video-Schiedsrichter. Also entschied sich der 37-Jährige dafür, das technische Hilfsmittel zur Hilfe zu nehmen. Ergebnis: Roldan Perez hatte wohl nicht genau genug hingesehen - und zeigte Siani plötzlich die Rote Karte.

Spielersteckbrief Siani
Siani

Siani Sebastien

Spielersteckbrief Can
Can

Can Emre

Spielersteckbrief Mabouka
Mabouka

Mabouka Ernest

Confederations Cup - Vorrunde, 3. Spieltag
Confederations Cup - Tabelle - Gruppe B
Pl. Verein Punkte
1
Deutschland
7
2
Chile
5
3
Australien
2

Werner: "Glaube schon, dass die Rote Karte das Spiel mitbestimmt hat"

Damit brachte er die komplette Mannschaft des Afrika-Meisters gegen sich auf, wilde Proteste der Unbezähmbaren Löwen waren die Folge. Unglücksrabe Siani wollte den Platz schon verlassen, schickte hämischen Applaus in Richtung Roldan Perez. Dieser wurde wohl darauf hingewiesen, sich doch noch einmal den Videoausschnitt zu Gemüte zu führen.

Vielleicht braucht es noch ein bisschen Zeit und man kann das optimieren.

Bundestrainer Joachim Löw zum Videobeweis

Nach zweiter Ansicht der Bilder wurde dann Mabouka vom Platz gestellt. Eine harte Entscheidung, nach der auch Bundestrainer Joachim Löw Kameruns Rechtsverteidiger zu trösten versuchte. "An den Videobeweis müssen wir uns erst mal gewöhnen, aber in einigen Fällen hat er sich bewährt - Tor oder nicht Tor, Abseits oder kein Abseits. Vielleicht braucht es noch ein bisschen Zeit und man kann das optimieren", erklärte der Bundestrainer anschließend. Mabouka schlich vom Rasen, die DFB-Elf nutzte den Schock-Moment und stellte nur zwei Minuten später durch Timo Werner vorentscheidend auf 2:0 (66.).

Bierhoff: "Freund" des American Football

"Ich glaube schon, dass die Rote Karte das Spiel mitbestimmt hat", gestand selbst Werner. In der Folge fand der Afrika-Meister nicht mehr in die Begegnung - und verlor am Ende verdient mit 1:3 . "Im Moment rätselt man noch, wenn der Videobeweis zum Einsatz kommt", erklärte Teammanager Oliver Bierhoff am Abend: "Ich bin ein Freund der Dinge, die beim American Football zu sehen sind. Da gibt es einen Schiedsrichter, der über ein Mikrofon redet und erklärt. Beim Fußball gibt es in der Kommunikation noch Möglichkeiten der Verbesserung."

Mabouka fehlt durch den Platzverweis mindestens im nächsten Pflichtspiel der Kameruner, dann geht es am 28. August in Nigeria um immens wichtige Punkte für die WM-Qualifikation.

msc

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