Nach zwei von fünf Jahren ist schon wieder Schluss

Böllenfalltor-Stadion: Geschäftsführer Drach geht

Das Stadion in Darmstadt am Böllenfalltor bekommt eine neue Geschäftsführung.

Das Stadion in Darmstadt am Böllenfalltor bekommt eine neue Geschäftsführung. Getty Images

Allerdings mutet die Trennung zum jetzigen Zeitpunkt ungewöhnlich an. Drach war erst im Mai 2015 geholt worden, um nicht nur das Tagesgeschäft an der jetzigen Spielstätte zu leiten, sondern auch den Umbau des derzeitigen Stadions zu begleiten. Der könnte trotz vieler Verbesserungen in den vergangenen zwei Jahren noch nicht abgeschlossen sein - nämlich dann, wenn keiner der vier Neubaustandorte realisiert werden kann und ein weiterer Umbau des "Bölles" (etwa in Form einer neuen Gegengeraden oder zumindest "nur" deren Überdachung) als einzige Lösung bleibt. Ein kompletter Neubau an jetziger Stelle gilt aus bau- und betriebsrechtlichen Gründen als äußerst unwahrscheinlich, ja praktisch als gescheitert.

Drach war von der Stadt zu deren Sportstätten GmbH allerdings auch in jener Hoffnung geholt worden, dass sich der 49-Jährige stark in die Neubauplanung einbringen würde. Inwieweit dies geschah, ist von außen kaum zu beurteilen - allzu oft trat Drach in dieser Hinsicht öffentlich nicht in Erscheinung. Ob es zuletzt unterschiedliche Vorstellungen von der Zusammenarbeit gab - hier die Stadt mit ihrem Neubauplan, da der Fachmann vor allem für die Stadionvermarktung -, ließ sich aus einer ersten Reaktion der Stadt bislang nicht ableiten.

Fakt ist, dass Drach einen Vertrag ursprünglich bis 2020 besessen hatte, nun aber zumindest für die nächsten Monate Sven Kling vom Darmstädter Eigenbetrieb Immobilienmanagement und der bisherige Co-Geschäftsführer, Rainer Burhenne (in Personalunion Büroleiter des Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch), die Geschäfte der Sportstätten GmbH führen sollen.

Drach hatte sich einst als Marketingleiter von Mainz 05 (und später beim VfL Wolfsburg) einen Namen gemacht - in jener Phase, da die Rheinhessen die Coface-Arena bauten. Die Stadionthematik in Darmstadt kann Drach von nun an nur noch aus der Ferne verfolgen. Inwiefern sich das scheinbar endlos hinschleppende Verfahren und regelmäßige Rückschläge bei den Neubau-Vorarbeiten sowie der aktuell starke Druck durch die DFL (verlangt bis Oktober einen "Masterplan" in Sachen Neu- oder Umbau des Darmstädter Stadions) auch auf die Geschäftsbeziehung zwischen der Stadt und Klaus Drach ausgewirkt haben, ist derzeit noch unklar.

Jens Dörr