Münchens Investor beschuldigt TSV-Verantwortliche

Vor Endspiel: Ismaik hält 1860 die Treue

Hat nach dem 1:1 in Regensburg nicht die schlechteste Ausgangssituation: Die Mannschaft des TSV 1860.

Hat nach dem 1:1 in Regensburg nicht die schlechteste Ausgangssituation: Die Mannschaft des TSV 1860. Getty Images

Eigentlich hatte er sich vorgenommen, sich erst nach Ende der Saison wieder zu melden. Doch Ismaik wollte vor dem Alles-oder-Nichts-Spiel die Hitze aus der brodelnden Gerüchteküche nehmen. "Völlig an den Haaren herbeigezogen" sei der Vorwurf, der jordanische Geschäftsmann würde den Verein im Abstiegsfall verlassen. "Ich habe mich in die Löwen verliebt", ließ der 40-Jährige auf Facebook verlauten, zeigte sich aber auch ungewohnt selbstkritisch. "Blauäugig" hätte er Millionen verpulvert, "sogenannten Fachleuten" habe er vertraut, "ohne zu hinterfragen, was mit meinem Geld eigentlich passiert". Doch Ismaik beschuldigte auch Verwaltungsratschef Markus Drees, der auf Schmähungen gegen den Geldgeber nicht reagiert habe.

Ismaik kündigte außerdem "grundlegende Änderungen auf allen Ebenen" an, schließlich stellen die Münchner laut dem Investor nach Stuttgart und Hannover den drittteuersten Kader. Doch während diese beiden Klubs den Aufstieg geschafft haben, droht den Löwen der Abstieg in die 3. Liga.

Lichtblick Neuhaus

Umso skurriler ist es, dass in der Millionen-Mannschaft ein Akteur aus dem Nachwuchs die Hoffnungen auf eine neue Spielzeit in der 2. Bundesliga nährt, der auch im WM-Aufgebot der U-20-Auswahl stehen könnte. Nach 42 Minuten wurde der 20-jährige Florian Neuhaus im Hinspiel für den desolaten Romuald Lacazette (kicker-Note 5,5) eingewechselt. Und brachte nach anfänglichen Schwierigkeiten frischen Wind ins fahrige Spiel der Giesinger. Seine Leistung krönte der Mittelfeldspieler schließlich mit dem Treffer zum 1:1-Endstand und empfahl sich damit für einen Startelf-Einsatz in der Allianz Arena.

Spielbericht

"Ich hoffe, ich lebe dann noch"

Dort winkt der Relegation eine neue Rekordkulisse: Mehr als 50.000 Tickets wurden bereits abgesetzt, 7000 fehlen noch, um die aktuelle Bestmarke einzustellen, die 2015 beim Spiel der Löwen gegen Kiel aufgestellt wurde. "Wir müssen unsere beste Leistung zeigen und den Klassenerhalt für unsere tollen Fans schaffen", stellte Trainer Vitor Pereira deshalb fest und wagte einen vorsichtigen Blick in die Zukunft: "Wir müssen abwarten was ab Mittwoch passiert. Ich hoffe, ich lebe dann noch, und kann mit den Fans feiern."

Pereira: "Das war eine Katastrophe für uns"

Für den TSV-Coach könnte die Begegnung angesichts des blutleeren Auftritts gegen Regensburg womöglich vorerst die letzte Partie auf der Löwen-Bank sein. "Das war eine Katastrophe für uns", lautete die Quintessenz der knapp viereinhalb minütigen Rede des Trainers auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Torhüter Stefan Ortega war einer der wenigen, die bei der Analyse gut wegkamen: "Er hat seine Leistung abgerufen, den Elfmeter gehalten und uns somit geholfen", lobte Pereira den Schlussmann, der sechs Minuten vor Schluss einen Strafstoß von Regensburgs Andreas Geipl entschärft hatte.

Auch wenn der Löwen-Trainer "noch nie im leben auf Unentschieden" spielte - das Elfmeterschießen stand im Training vor dem Rückspiel dennoch auf dem Programm. Im letzten Saisonauftritt muss Pereira jedoch auf drei Spieler verzichten: Lacazette, handelte sich in der Oberpfalz seine 5. Gelbe ein, Marin Pongracic flog wegen wiederholtem Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz und Abwehrspieler Felix Uduokhai fehlt aufgrund einer Oberschenkelverletzung, die er sich im Abschlusstraining zugezogen hatte.

lab