DFB-Pokal

Nach Dortmunds Pokalsieg: Marcel Schmelzers verbale Ohrfeige für Trainer Thomas Tuchel

Nach Dortmunds Pokalsieg gegen Frankfurt

Schmelzers verbale Ohrfeige für Tuchel

Kann Trainer Thomas Tuchels (l.) Entscheidung nicht nachvollziehen: BVB-Kapitän Marcel Schmelzer (Mitte).

Kann Trainer Thomas Tuchels (l.) Entscheidung nicht nachvollziehen: BVB-Kapitän Marcel Schmelzer (Mitte). picture alliance

Es war schon spät, als Marcel Schmelzer in den Katakomben des Berliner Olympia-Stadions vor die Journalisten trat. Der Mannschaftskapitän des BVB, der mit einer Oberschenkelverletzung in das Finale gegangen war und zur Halbzeit hatte ausgewechselt werden müssen, war von der Dopingkontrolle aufgehalten worden. "Deshalb kann ich leider gar nicht viel dazu sagen, was bei uns in der Kabine los war", meinte Schmelzer.

Dass er mit Verspätung in die Feierlichkeiten starten musste, konnte Schmelzer verkraften. Wesentlich mehr war ihm da schon der Verzicht seines Trainers auf Nuri Sahin für das Endspiel auf den Magen geschlagen. Obwohl Julian Weigl aufgrund eines Bruch des Sprunggelenks ausfiel, hatte Thomas Tuchel Sahin nicht für den 18er-Kader für das Endspiel nominiert.

Spielersteckbrief Sahin

Sahin Nuri

Spielersteckbrief Schmelzer

Schmelzer Marcel

Trainersteckbrief Tuchel

Tuchel Thomas

DFB-Pokal - Finale in Berlin

Wir stehen komplett hinter Nuri.

Marcel Schmelzer

"Mich hat das sehr geschockt. Ich verstehe es einfach nicht. Wenn ein Spieler wie Julian Weigl ausfällt, dann ist der einzige, der das mindestens genauso gut kann, Nuri Sahin", sagte Schmelzer und meinte: "Wir alle wissen, was er für Qualitäten hat. Die Erklärung, warum er nicht gespielt hat, muss der Trainer geben. Wir stehen komplett hinter Nuri. Er ist ein toller Mensch, ein toller Fußballer. Umso glücklicher sind wir, dass wir für ihn und für Marco Reus den Pokal endlich gewinnen konnten."

Sahin sprach von einem "Schock"

Sahin, der nicht verletzt war, hatte sich mit seinen Teamkollegen warmgemacht, wäre allerdings nur in den Kader gerutscht, wenn der angeschlagene Schmelzer doch noch hätte passen müssen. Zu seiner Nichtberücksichtigung wollte sich der Deutsch-Türke in der ARD nicht ausführlich äußern, sprach nur von einem "Schock". Dafür sprang Schmelzer für seinen langjährigen Teamkameraden in die Bresche.

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Die klaren Worte des Mannschaftskapitäns kann man nur als weiteres Zeichen für eine bevorstehende Trennung des BVB von Tuchel werten. Dass ein erfahrener Profi wie Schmelzer, der auch im Umgang mit den Medien versiert ist, sich öffentlich derart kritisch über eine Maßnahme seines Trainers äußert, erscheint nur dann plausibel, wenn er dies in dem Wissen (oder dem festen Glauben) tut, künftig nicht mehr mit Tuchel zusammen zu arbeiten. In dem Kontext nur logisch, dass Schmelzer nach dem Pokaltriumph auch kein flammendes Plädoyer für eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem aktuellen Trainer hielt.

Uns haben die Diskussionen in den vergangenen Wochen nicht gestört.

Marcel Schmelzer

Er habe "gar keine" Erwartungen an die von Tuchel und Vereinsführung angekündigten Gespräche. "Uns haben die Diskussionen in den vergangenen Wochen nicht gestört. Wir haben das komplett ausgeblendet und haben uns darauf konzentriert, unsere Ziele zu erreichen. Die Verantwortlichen sind erwachsen genug. Sie werden das klären und dann eine Entscheidung treffen. Wir feiern jetzt erst mal den Pokalsieg", stellte Schmelzer nüchtern fest.

Für seinen Mitspieler Sahin hatte Schmelzer Partei ergriffen, für seinen Trainer tat er es nicht.

Jan Reinold

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