Dortmund: Vierte Deutsche Jugend-Meisterschaft in Serie

Ricken erklärt das Erfolgsgeheimnis

Lars Ricken

Freut sich über die erfolgreiche Jugendförderung beim BVB: Nachwuchskoordinator Lars Ricken. imago

Seit 22.19 Uhr am Montagabend, als Amos Pieper das Elfmeter-Drama gegen den FC Bayern mit dem 18. Schuss zugunsten des BVB beendete, befindet sich Dortmunds U 19 im Feiermodus. Der noch gesittet gestalteten "Aufwärmrunde" im VIP-Bereich des Stadions mit Familien und Freunden folgt eine dreitägige Party-Reise nach Mallorca, bevor schon am Freitag im Halbfinale des Westfalenpokals der ewige Rivale Schalke 04 wartet. Das sei, wie nicht nur Ricken findet, terminlich "eine unglückliche Ansetzung".

33.450 (!) Zuschauer - so viele wie noch nie bei einem Jugendspiel - verneigten sich vor den Spielern aus Dortmund und München, die ein fast dreistündiges Drama inszenierten. Auf BVB-Seite schrieben Felix Passlack, Dzenis Burnic und Jan Binias ihre einzigartige Erfolgsstory fort: Sie gewannen die Deutsche Meisterschaft zum vierten Mal in Serie.

Spielersteckbrief Burnic

Burnic Dzenis

Spielersteckbrief Binias

Binias Jan

Spielersteckbrief Passlack

Passlack Felix

Spielersteckbrief Bruun Larsen

Bruun Larsen Jacob

Spielersteckbrief Pulisic

Pulisic Christian

Schon 2014, 2015 und 2016 eroberte die Borussia Titel im Nachwuchsbereich, nachdem sie zuvor eine sportliche Durststrecke erlebt hatte. "Heute ernten wir die Früchte, dass wir ein paar richtige Entscheidungen getroffen haben", sagt der seit 2008 amtierende Ricken. Er erklärt das Erfolgsrezept der schwarz-gelben Talentschmiede: Dortmund veränderte Spielphilosophie, erweiterte das Personal und verbesserte die Infrastruktur mit dem Bau eines neuen Jugendhauses, in dem heute 22 Spieler wohnen (früher 10).

Ricken rechnet vor, dass in Bundesliga und 2. Bundesliga aktuell mehr als 40 Fußballer unterwegs sind, die in Dortmund ausgebildet wurden. Mit Passlack, Burnic, Christian Pulisic und Jacob Bruun Larsen kamen vier Talente aus dem U-19-Kader schon zu unterschiedlich langen Einsatzzeiten im Profibereich. "Das ist großartig", freut sich der noch bis 2021 vertraglich gebundene Nachwuchskoordinator.

Vor seiner aktuellen U 19 zieht Ricken den Hut, weil sie in der Saison mit vielerlei Unwägbarkeiten zu kämpfen hatte. Dazu gehörten schwere Verletzungen und ein Trainerwechsel: Als Hannes Wolf, der Vater des Titel-Hattricks zwischen 2014 und 2016, am 21. September zum VfB Stuttgart wechselte, rückte Benjamin Hoffmann als Trainer von der U 17 in die U 19 auf; er krönte mit dem Sieg über die Bayern seine noch junge Laufbahn. Ricken bescheinigt Hoffmann eine "großartige Leistung" und "viele taktisch richtige Entscheidungen"; er habe seine "extrem ambitionierte" Mannschaft "immer auf den Punkt" gehabt.

Thomas Hennecke