2. Bundesliga

Arminia Bielefeld gerettet - Torschütze Börner: "Scheißsaison" mit positivem Ausgang

Bielefeld zieht den Kopf aus der Schlinge

Arminen-Kapitän Börner: "Scheißsaison" mit positivem Ausgang

Arminia Bielefeld

Party in Dresden: Arminia Bielefeld hat den Klassenerhalt geschafft. picture-alliance

In Bier geduscht musste Jeff Saibene die Pressekonferenz nach Schlusspfiff bestreiten. Er war gezeichnet und brachte dies auch zum Ausdruck: "Ich habe die letzten Minuten in Heidenheim selbst gesehen, das war ja nicht zum Aushalten." Denn mit dem Abpfiff in Dresden war ja noch nicht Schluss für Bielefeld. Das Spiel in Heidenheim lief noch, es musste gezittert werden. So sah es aus zu diesem Zeitpunkt: Würde 1860 treffen, müsste der DSC doch in die Relegation gegen Regensburg. Und es fiel tatsächlich noch ein Tor - doch für den FCH, der 2:1 gewann. Grenzenloser Jubel brandete im Arminen-Lager auf. "Jetzt machen wir die Nacht zum Tag und feiern bis zum Umfallen", gab Florian Hartherz das weitere Abendprogramm aus. Torvorbereiter Tom Schütz fügte hinzu: "Ein wahnsinnig geiles Gefühl, jetzt das Ziel erreicht zu haben! Der Rest ist mir jetzt aber auch egal."

Nur eine Niederlage unter Saibene

Wahnsinn mit positivem Ausgang: DSC-Retter Jeff Saibene und Florian Hartherz (li.).

Wahnsinn mit positivem Ausgang: DSC-Retter Jeff Saibene und Florian Hartherz (li.). picture-alliance

Arminia Bielefeld - Die letzten Spiele
Heidenheim Heidenheim (H)
3
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Karlsruhe Karlsruhe (A)
3
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3
Spielersteckbrief Börner
Börner

Börner Julian

Trainersteckbrief Saibene
Saibene

Saibene Jeff

Arminia Bielefeld - Vereinsdaten
Arminia Bielefeld

Gründungsdatum

03.05.1905

Vereinsfarben

Schwarz-Weiß-Blau

Der Luxemburger Saibene hat die Arminia aus dem Keller geholt. Unter seiner Leitung verloren die Ostwestfalen nur ein Spiel (3/5/1) und kletterten durch diesen energischen Schlussspurt noch auf den 15. Tabellenplatz. Und das nach einer turbulenten Saison, in der inklusive Co-Trainer Carsten Rump gleich vier Fußballlehrer das Sagen hatten.

Erst am 33. Spieltag hatte der DSC durch das 6:0 gegen Braunschweig das rettende Ufer zwischenzeitlich erreicht, der Punkt in Dresden vergoldete diesen perfekten Sonntag im Nachhinein. Wieder einmal Dresden. Hier hatten die Arminen einst durch ein 3:2 noch die Relegation erreicht, hier hatten sie im dunklen Herbst 2016 durch ein 1:0 im Pokal ein Licht angezündet.

"Ein Spiegelbild der Saison"

Der Spielverlauf am Sonntag war "ein Spiegelbild der Saison", wie Sportchef Samir Arabi nach Schlusspfiff feststellte. "Am Ende ist dieser Klassenerhalt aber auch verdient."

Im ersten Abschnitt hatte Bielefeld offensiv wenig gezeigt, nach Wiederanpfiff wagten die Gäste mehr. Reinhold Yabo stand zweimal im Blickpunkt, ein Treffer wurde wegen seiner Abseitsstellung aberkannt (48.), bei seinem Sololauf verzog er knapp (59.). Nach dem Rückstand (J. Müller/62.) war eine Reaktion nötig - und Bielefeld zeigte eine Reaktion.

Spielbericht

"Das war kein gutes Spiel, nach 70 Minuten waren wir tief in der Scheiße", blickte Abwehrmann Julian Börner nach dem Spiel zurück auf das Erlebte. "Das war ein Hin und Her." Doch mit Joker Stefan Klos im Angriff erhöhten die Gäste den Druck, Voglsammer schoss aus vier Metern Teixeira an (66.). Wieder Yabo prüfte Patrick Wiegers mit einem gefährlichen Schlenzer (75.). Wie so oft in dieser Saison musste eine Standardsituation herhalten, um zum Tor zu kommen: Schütz' Freistoßflanke köpfte Börner sechs Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit unbedrängt ein und avancierte zum Bielefelder Helden. "Es freut mich für Stadt, Fans und Verein, dass diese Scheißsaison noch einen positiven Ausgang gefunden hat", fand der Kapitän danach deutliche Worte.

Meinke: "Jeff hat Bock auf Arminia"

Während Börner anschließend zügig per PKW Richtung Heimat abreiste - seine Frau liegt hochschwanger im Krankenhaus - kam die Trainerfrage auf. Retter Saibene dürfte beste Karten haben. Gerrit Meinke dankte dem Luxemburger für die "tolle Arbeit. Wir wollen natürlich verlängern, es wird jetzt Gespräche geben", sagte der Geschäftsführer. Doch ob Saibene auch bleiben will? Meinke geht davon aus: "Ich glaube, dass Jeff richtig Bock auf Arminia hat!"

aho