Bundesliga

Im Falle einer juristischen Niederlage: DFL will Kosten für Polizeieinsätze an Werder Bremen weiterleiten.

Prozess um Kosten für Polizeieinsätze

Bei Niederlage: DFL will Kosten an Werder weiterleiten

Reinhard Rauball

Liga-Präsident Reinhard Rauball will im Falle einer juristischen Niederlage Werder Bremen in die Pflicht nehmen. imago

"Im Fall eines Unterliegens tut es uns leid für Werder Bremen. Wenn die DFL durch eine rechtskräftige Entscheidung in Anspruch genommen wird, dann wird es auf Werder umgelegt werden. Die restlichen 35 Vereine werden es sicher nicht akzeptieren, dass ein Bundesland ausschert, nachdem wir mit der gesamten Innenministerkonferenz eine klare Festlegung hatten, in der festgeschrieben war, dass keine Polizeikosten gegen die Liga erhoben werden", sagte Rauball am Mittwochvormittag.

Vor dem Verwaltungsgericht Bremen geht es um eine Klage der Deutschen Fußball Liga (DFL) gegen das Land Bremen. Vordergründig stehen nur jene 425.718,11 Euro im Raum, die das Land Bremen für den Aufwand der Polizei beim Nordderby am 19. April 2015 von der DFL per Rechnung einfordert hat. Die DFL klagt auf Zurücknahme des Bescheids.

Doch inzwischen liegen dem Verband Gebührenbescheide in der Gesamthöhe über 1.182.588,34 Euro vor. Sie betreffen ein weiteres HSV-Spiel im November 2015 sowie die Partien Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach, die beide im März 2016 ausgetragen wurden. Ferner gingen sogenannte "Unterrichtungsschreiben" ein, womit für die Spiele Werders gegen Frankfurt im Mai 21016 sowie erneut gegen den HSV im April 2017 weitere Rechnungen angekündigt werden.

Die DFL hat bereits in der Vergangenheit die eingeforderten Rechnungen als "rechtlich fragwürdig und nicht zielführend" bezeichnet. Die DFL vertritt den Standpunkt, dass die Aufrechterhaltung und Gewährleistung der öffentlichen Ordnung ausschließlich Sache des Staates sei und auch die Kosten dafür vom Staat übernommen werden müssen.

meb/jer