Bundesliga

"Verrücktes Spiel": Philipp Lahms rationaler Ansatz nach dem 5:4 in Leipzig

Bayern mit Licht und Schatten beim 5:4-Wahnsinn in Leipzig

"Verrücktes Spiel": Lahms rationaler Ansatz

Jubel in Leipzig: Der FC Bayern entschied ein irres Spiel bei RB in der Nachspielzeit für sich.

Jubel in Leipzig: Der FC Bayern entschied ein irres Spiel bei RB in der Nachspielzeit für sich. imago

Zu Beginn war Lahm ratlos. Wann er zuletzt ein solches Spiel wie jenes 5:4 in Leipzig erlebt habe, wurde der Kapitän des FC Bayern am Samstagnachmittag am Sky-Mikrofon gefragt. "Ich weiß es nicht", entgegnete Lahm, "keine Ahnung." Lahm ist seit rund 15 Jahren Profi, einen Irrsinn wie in der Red-Bull-Arena hatte aber selbst er zuvor noch nicht mitgemacht. Ein rasantes, in der Schlussphase dramatisches Spiel, neun Tore, dazu drei Aluminiumtreffer und ein Abseitstor - die Zuschauer waren in Leipzig voll auf ihre Kosten gekommen.

"Vor allem in der der ersten Halbzeit ging es nur hin und her", sagte Lahm und erklärte das Spektakel nüchtern: "Ein Spiel schaut so aus, wenn man keine Balance zwischen Angriff und Abwehr hat. Wir leben davon, dass wir strukturiert Fußball spielen, über den Ballbesitz kommen, kompakt oder aggressiv verteidigen. Heute hat man aber gesehen, dass wir irgendwie schon ein bisschen in der Sommerpause sind."

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
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79
2
RB Leipzig
66
3
Borussia Dortmund
61
Bundesliga - 33. Spieltag
Spielersteckbrief Lahm

Lahm Philipp

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Es ist schön, dass die Mannschaft gekitzelt wurde, Gas gibt und versucht, das Spiel zu gewinnen.

Philipp Lahm

Gerade in der Anfangsphase wurden die Bayern förmlich überrannt. Carlo Ancelottis Team taumelte von einer Verlegenheit in die andere und konnte sich glücklich schätzen, nach Marcel Sabitzers Tor nach nur 65 Sekunden nicht einen zweiten Gegentreffer kassiert zu haben. Yussuf Poulsen und Sabitzer hatten gute Chancen, ehe Timo Werner den Pfosten traf. "Leipzig hat stark angefangen. Wir hätten defensiv etwas besser agieren können", räumte Ancelotti später ein. Je länger das Spiel aber dauerte, umso dominanter wurde seine Mannschaft.

Spielbericht

RB kitzelt den Meister

Obwohl sich die Bayern auch zu Beginn des zweiten Durchgangs ein frühes Tor einfingen und nach Thiagos Anschlusstreffer gar den vierten Gegentreffer hinnehmen mussten, betonte Lahm zu Recht: "Man hat hinten raus gemerkt, dass wir das Spiel unbedingt drehen wollten. Es ist schön, dass die Mannschaft gekitzelt wurde, Gas gibt und versucht, das Spiel zu gewinnen."

"Verrücktes Spiel"

In der Schlussviertelstunde schnürten die Münchner Leipzig ein. RB konnte sich kaum noch befreien und spätestens mit Robert Lewandowskis Tor zum 3:4 war der Glaube, nicht leer auszugehen, bei den Bayern zurück. David Alaba und Arjen Robben machten schließlich mit ihren Treffern in der Nachspielzeit den Wahnsinn perfekt. "Es war ein verrücktes Spiel", sagte Ancelotti, "das war sehr offensiver Fußball."

Ancelottis Kompliment

Nicht nur von seiner Elf, auch von Leipzig. Anders als beim 3:0 im Hinspiel kurz vor Weihnachten war RB dieses Mal ebenbürtig. Das nötigte Ancelotti abschließend ein Kompliment ab: "Die Leipziger waren diese Saison ein fantastischer Gegner. Sie haben überraschend gut gespielt."

lei

Bilder zur Partie RB Leipzig - Bayern München