Bundesliga

Dramatisches Ende: Ingolstadts Abstieg "brutal hart"

Achterbahnfahrt der Gefühle bei den Schanzern

Dramatisches Ende: Ingolstadts Abstieg "brutal hart"

Maik Walpurgis

Musste nach Abpfiff Aufbauarbeit leisten: Ingolstadts Trainer Maik Walpurgis. imago

Es war ein regelrechtes Hin und Her. Als der FCI beim Stand von 1:1 bis in die Nachspielzeit am zweiten Treffer arbeitete, spielte sich das Ingolstädter Drama auf einem ganz anderen Platz ab. "Wir haben immer wieder auf die anderen Ergebnisse geschaut, das mussten wir ja", gab Trainer Maik Walpurgis nach Abpfiff zu. "Als wir noch gespielt haben, hieß es, Schalke führt noch 1:0. Dann hieß es auf einmal 1:1, dann auf einmal 2:1", versuchte Kapitän Marvin Matip die Informationsflut zu sortieren.

Tatsächlich lag der HSV auf Schalke lange mit 0:1 zurück, sodass der Walpurgis-Elf ein Punkt gereicht hatte, um noch am Leben zu bleiben. In der zweiten Minute der Nachspielzeit traf Lasogga für den HSV zum 1:1 - und dem FCI mitten ins Herz. Sekunden später jubelte wieder Königsblau, Kolasinacs vermeintliches 2:1 wurde zurückgepfiffen. Und so stand der Abstieg der Oberbayern fest.

FC Ingolstadt 04 - Vereinsdaten

Gründungsdatum

05.02.2004

Vereinsfarben

Schwarz-Rot

Trainersteckbrief Walpurgis
Walpurgis

Walpurgis Maik

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
79
2
RB Leipzig
66
3
Borussia Dortmund
61

Spielbericht

"Das ist ganz, ganz bitter. Auch das ganze Spiel. Wir hatten eine große Chance zu gewinnen, hatten auch reichlich Möglichkeiten", befand Matip. Besonders in den zweiten 45 Minuten kratzten die Schanzer, nachdem sie eine kurze Sturm- und Drangphase des Sportclub schadlos überstanden hatten, mehrere Male am 2:1. Doch Leckie (53.), Suttner (60.) und Cohen (61.) ließen gute Torchancen liegen.

"Ich ziehe den Hut vor ihnen"

"Wenn man so viel Energie reinsteckt, ist das natürlich brutal hart", gab Walpurgis einen Einblick in seine Gefühlswelt. Nach Abpfiff war der Coach einige Minuten regungslos auf seiner Trainerbank gesessen und in sich gegangen. Dann aber trommelte der 43-Jährige sein Team zusammen: "Im Kreis habe ich ihnen ein Riesenkompliment gemacht", erzählte Walpurgis. "Ich habe eine Mannschaft mit fantastischen Charakteren und einem großen Teamgeist kennengelernt. Ich ziehe den Hut vor ihnen."

Einen Ausblick auf künftige Entwicklungen an der Schanz wollte und konnte Walpurgis nicht geben. "Die Zukunft spielt überhaupt keine Rolle. Es geht jetzt darum, das alles gemeinsam zu verarbeiten." Anschließend stehen die Planungen für die kommende Zweitligasaison an. Steht in Ingolstadt ein Umbruch bevor? Davor hat Walpurgis keine Angst: "Ich mache mir keine Sorgen, dass die Mannschaft auseinanderfällt."

mam