Bundesliga

Havertz liefert im Doppel-Stress

17-Jähriger als Bayer-Retter zwischen Abiturprüfungen

Havertz liefert im Doppel-Stress

Ein Youngster marschiert vorneweg: Leverkusens Kai Havertz.

Ein Youngster marschiert vorneweg: Leverkusens Kai Havertz. imago

Danach gab es Lob von allen Seiten. "Kai ist ein super Fußballer, hat noch seinen Abi-Stress. Ich ziehe meinen Hut davor, was er in dieser Saison alles geleistet hat. Er ist 17 Jahre alt und heute war er wichtig, weil er das 1:1 gemacht hat, aber heute hat sich jeder den Arsch aufgerissen", erklärte Routinier Stefan Kießling zu Torschütze Kai Havertz, der mit seinem Ausgleichstreffer verhindert hatte, dass Bayer ganz tief im Abstiegssumpf steckt.

Havertz traf per Kopf. Dieser war in den vergangenen zwei Wochen in einem ganz anderen Bereich gefordert. Der 17-Jährige hat seine drei schriftlichen Abiturprüfungen absolviert. Jetzt steht noch Mathematik in der Mündlichen an. Am Donnerstag war er direkt von der Geographie-Prüfung zum Abflug der Mannschaft ins Kurz-Trainingslager bei München gekommen.

"Für Kai Havertz war es der Abschluss einer für ihn persönlich sehr erfolgreichen Woche – für uns aber auch durchaus", bilanzierte Geschäftsführer Michael Schade, "das ist ein Punkt, der am Ende ganz wichtig werden kann, wenn man sich die Konstellationen an den nächsten beiden Spieltagen anschaut. Es könnte sein, dass die 37 Punkte am Ende schon reichen."

Doch gesichert ist der Klassenerhalt noch nicht. Doch Bayer 04 hat gegenüber den anderen Kandidaten zumindest den Vorteil, nicht mehr mit der Angst vor dem Direktabstieg konfrontiert zu sein.

Doch trotz der guten Ausgangsposition möchte sich niemand auf Rechenspiele einlassen. Angreifer Kevin Volland, der bei einer Großchance den möglichen Sieg vergab, betonte mit Blick auf die Partie gegen den 1. FC Köln: "Jetzt müssen wir schauen, dass wir das Derby gewinnen. Das ist schon elementar wichtig. Wir haben es immer noch selber in der Hand und haben noch genug Mannschaften hinter uns." Aber: "Verlassen tun wir uns auf keinen, dass die kein Spiel mehr gewinnen könnten."

Er hat seit Wochen nicht richtig trainiert. Das ist vielleicht ganz gut, weil er den Abstiegskampf nicht so im Kopf hat.

Rudi Völler über Kai Havertz

Dass die Werkself im Existenzkampf weiterhin in der Pole Position steht, hat Bayer 04 Havertz zu verdanken. "Er hat seit Wochen nicht richtig trainiert. Das ist vielleicht ganz gut, weil er den Abstiegskampf nicht so im Kopf hat", erklärte Sportdirektor Rudi Völler, der mahnt: "Wir sind bei Weitem noch nicht durch." Aber so wie Havertz beim Abitur kurz vor dem Ziel.

Stephan von Nocks

Bilder zur Partie FC Ingolstadt 04 - Bayer 04 Leverkusen