Bundesliga

Hertha BSC mit Ibisevic gegen Wolfsburg - Dardai sucht den Zehner

Die Hertha-Optionen beim Spiel gegen Wolfsburg

Grünes Licht bei Ibisevic - Dardai sucht den Zehner

Pal Dardai und Julius Kade

Fällt Pal Dardais Wahl auf ihn? Julius Kade (re.) ist eine Option des Hertha-Trainers auf der Zehn. imago

Vedad Ibisevic steht Hertha BSC im Heimspiel am Samstag gegen den VfL Wolfsburg (15.30 Uhr, live auf kicker.de) zur Verfügung. "Er kann spielen, wenn am Freitag nichts passiert", sagte Trainer Pal Dardai am Donnerstag. Der Kapitän der Berliner - und mit elf Treffern auch der beste Torschütze bislang - hatte am Dienstag im Training im Duell mit Verteidiger Jordan Torunarigha einen Schlag auf das linke Knie abbekommen. Ibisevic kehrte aber schon am Mittwoch auf den Trainingsplatz zurück, so dass seinem Einsatz gegen das Team von Coach Andries Jonker nichts im Wege steht.

Wer spielt auf der Zehn?

Abseits des Sturmzentrums hat sich Dardai noch nicht endgültig entschieden, wie seine Startelf aussieht. Zu besetzen ist dabei die Zehnerposition, und da erwägt der Hertha-Coach, Julius Kade zu bringen. Der 17-Jährige, der am Mittwoch beim 3:1 der Hertha-U-23 beim SV Babelsberg 58 Minuten spielte und einen Treffer erzielte, trainiert seit einigen Wochen mit den Profis und feierte vor 5. April bei der Partie in Mönchengladbach (0:1) sein Bundesliga-Debüt, als er für Salomon Kalou eingewechselt wurde. "Torgefahr, den letzten Pass, gierig und unangenehm sein", nennt Dardai als Stärken des schmächtigen Mittelfeldakteurs, der 2008 vom Berliner Stadtteil-Klub Sportfreunde Kladow in die Hertha-Jugend wechselte und zu jenem vielversprechenden 1999er-Jahrgang zählt, den Dardai als U-15-Coach von Hertha unter seinen Fittichen hatte. "Er steht auf der Planung", sagt Dardai zu den Einsatzchancen Kades, gibt aber zu bedenken: "Julius ist 17."

Spielersteckbrief Ibisevic
Ibisevic

Ibisevic Vedad

Spielersteckbrief Kalou
Kalou

Kalou Salomon

Spielersteckbrief Darida
Darida

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Duda

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Spielersteckbrief Kade
Kade

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Eine weitere Option für die Zehn ist Vladimir Darida (nach abgesessener Gelbsperre), der diese Position in dieser Saison sehr oft bekleidete, den Dardai aber auch aufgrund des Ausfalls von Niklas Stark (Überlastungsreaktion im Fuß) als Möglichkeit auf der Doppelsechs sieht. Zudem könnte Salomon Kalou wie beim jüngsten 0:1 in Mainz vom linken Flügel ins Zentrum rücken. "Ein fitter Ondrej Duda wäre perfekt", sagt Dardai. Aber der 22 Jahre alte Slowake, im vergangenen Sommer für die Zehn verpflichtet, stand nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel in Mainz zwar schon im Kader, ist aber körperlich noch nicht bei 100 Prozent.

Egal, welche Entscheidung wir am Ende treffen, wir machen das für einen Sieg.

Pal Dardai über die Besetzung der Zehner-Position

Dardai ist trotz der Variablen auf dieser Position jedoch zuversichtlich. "Egal, welche Entscheidung wir am Ende treffen, wir machen das für einen Sieg", sagt er. Denn Hertha will die starke Heimbilanz (34 Punkte, viertbester Wert der Liga) weiter ausbauen, um das Saisonziel – die aktuelle Position verteidigen - erfolgreich umzusetzen. Vier Siege hatte Dardai unlängst dafür gefordert, "einen haben wir schon (2:0 gegen den FC Augsburg, Anm. d.Red.). Wir brauchen noch drei Siege."

Preetz sieht ein "wahnsinnig enges Feld"

Der nächste soll gegen Wolfsburg gelingen, auch wenn den Hertha-Verantwortlichen bewusst ist, dass der VfL zwar in Abstiegsgefahr steckt, aber individuell reichlich Qualität aufweist. Auch Wolfsburg gehört - neben Schalke, Leverkusen und auch Mönchengladbach - zu den Klubs, die vor der Saison andere Ziele hatten. Da sie aber bislang hinter den Erwartungen blieben, "haben andere Mannschaften die Gunst der Stunde genutzt", so Michael Preetz. Aber die Kandidaten im Europa-League-Rennen – Hertha, Köln, Frankfurt oder Freiburg – täten sich eben schwer, über 34 Spiele Top-Leistungen zu bringen, so der Hertha-Manager. "Es ist ein wahnsinnig enges Feld", sagt Preetz, "das Segment unterhalb der Spitze ist wahnsinnig umkämpft." Zumal Mönchengladbach an den Europa-League-Plätzen dran und auch Schalke auf Schlagweite sei, so der Manager. In dieser Gemengelage würde Hertha Heimsieg Nummer zwölf guttun.

Andreas Hunzinger