2. Bundesliga

Boenischs Patzer: Löwen zurück im Strudel

1860: Pereiras Bilanz total ausgeglichen

Boenischs Patzer: Löwen zurück im Strudel

Wendepunkt in Aue: 1860-Kapitän Sebastian Boenisch legt Aues Nazarov und fliegt vom Platz.

Wendepunkt in Aue: 1860-Kapitän Sebastian Boenisch legt Aues Nazarov und fliegt vom Platz. imago

Der Wendepunkt in einem von 1860 leicht dominierten Spiel passierte in der 41. Minute : Abwehrmann Sebastian Boenisch räumte Aues Dimitrij Nazarov um und sah wegen der Notbremse am Aserbaidschaner verdientermaßen die Rote Karte. Der Gefoulte trat selbst an und brachte die Mannschaft von TSV-Trainer Vitor Pereira auf die Verliererstraße: "Wir waren gut bis zur 40. Minute, dann der Fehler, Rot für Boenisch und wir liegen 0:1 hinten", fasste der portugiesische Coach die entscheidenden Momente zusammen.

Dass am Ende eine klare Niederlage herauskam, lag an effizienten Auern und der weiterhin offensiven Marschroute der Münchner, die schön anzusehen war, aber nichts Zählbares zutage förderte: "Wenn du zu zehnt Risiko gehst und weiter presst, öffnen sich Räume. Aue spielt das gut aus, ich bin aber trotzdem sehr zufrieden mit Mannschaft", so Pereira weiter. Den Kopf oben halten, Mund abputzen und den Fokus nach vorne richten - mit den zwei Punkte besser platzierten Sandhäusern wartet der nächste Gegner in Reichweite.

Dennoch herrschte bei der Startelf-Nominierung von Boenisch ein wenig Verwunderung vor, schließlich war der 30-jährige Routinier zuletzt bei den verlorenen Big Points gegen den VfB Stuttgart (1:1 ) maßgeblich beteiligt. Damals hatte er in der Nachspielzeit mit einem Stockfehler im eigenen Strafraum den Ausgleich durch Stuttgarts Kaminski ermöglicht.

Am besten ich nehme die Schuld auf mich. Ich will ihn nicht anschwärzen.

Marnon Busch über Sebastian Boenischs Patzer

Nun war er wieder mit einem dicken Patzer auffällig – auch wenn Kollege Marnon Busch die Schuld eher auf sich lenken wollte. "Basti (Boenisch, d. Red.) hat mich angespielt, ich wurde gepresst und spiele zurück. Ich dachte, dass er nach vorne klärt. Basti hatte eigentlich eine gute Idee. Am besten ich nehme die Schuld auf mich. Ich will ihn nicht anschwärzen." Am Montag sperrte der DFB Boenisch für eine Partie.

Vor den ausstehenden sechs Saisonspielen - nach Sandhausen geht es zum aktuell punktgleichen FCK - beträgt das Punktepolster auf den Relegationsrang zwei Zähler. Dennoch blickt Mittelfeldmann Stefan Aigner zuversichtlich nach vorne. "Wir sind konstanter geworden, spielen besser Fußball und erarbeiten uns mehr Chancen."

Die Zwischenbilanz von Pereira liest sich nach dem 0:3 in Aue total ausgeglichen: Fünf Siege, fünf Niederlagen, ein Remis bei 12:14 Toren. Wenn der Portugiese mit den Löwen nicht in den Plusbereich kommt, dürfte es wieder ein Zittern bis zum Ende bleiben.

Richard Rösener/bst