Bundesliga

Brandrede: Schröder tritt vor die Mannschaft

Mainz: Leipzig könnte Schmidts Endspiel sein

Brandrede: Schröder tritt vor die Mannschaft

Rouven Schröder

Rundumschlag: Mainz-Sportdirektor Rouven Schröder. imago

"Deutliche Worte" seien es gewesen, mit der "nötigen Schärfe", schließlich brauche sich niemand im Klub "etwas vormachen", erklärt Schröder, für den dieser Schritt vor das Team nichts Alltägliches ist. Diesmal allerdings brodelte es nicht nur in ihm - es kochte über. Und das völlig zu Recht. Weil die Mainzer alles vermissen ließ, wofür sie noch vor wenigen Monaten standen. Trainer Martin Schmidt, für den es jobtechnisch immer enger wird, präsentierte sich am Dienstag eher motiviert als gehemmt. Positiv soll die Mannschaft an die heikle Situation rangehen. Die Freude am Fußballspielen solle nicht verloren gehen. "Wir dürfen die Situation nicht als unlösbar ansehen", sagt der Coach, "sondern müssen jetzt die Initiative ergreifen. Und ich bin hundertprozentig davon überzeugt, dass wir das schaffen."

Was euphorisch klingt, beruht vor allem auf Hoffnung. Auf der Hoffnung, dass es irgendwie anders laufen wird gegen Leipzig am Mittwochabend. Allein zu hoffen, ist allerdings zu wenig. Jetzt muss etwas geschehen - und von der Trainerseite ein Impuls gesetzt werden. Ob ein anderes Personal, eine neue Taktik oder ein überraschendes System. Irgendetwas muss passieren. Bleiben Mainz und Schmidt der Linie der letzten Wochen treu, wird sich vermutlich nicht viel ändern.

Deshalb wich Schröder ein wenig von dieser Hoffnung ab, er ging in die Forderung über. Ein Sieg muss her! Und das ist keine Floskel, sondern ein Appell. Der Sportdirektor erwarte morgen "einen Hexenkessel", dass sein Team "nach vorne" spielt und dass "wir Leipzig zeigen, wer hier zu Hause ist. Ich erwarte einen Sieg". Was das bedeutet? Es könnte Schmidts Endspiel werden ...

Georg Holzner