Bundesliga

Nächste Hertha-Pleite - Bayer atmet auf - FCI hofft

27. Spieltag: Hoffenheim schlägt Bayern - Werder verlässt Keller

Nächste Hertha-Pleite - Bayer atmet auf - FCI hofft

Laszlo Benes

Gladbachs Matchwinner gegen Hertha: Laszlo Benes. Getty Images

Benes-Debüt-Tor beschert Gladbach den Sieg

Auch ohne Strobl (Gelb-Rot-Sperre), Jantschke (Handgelenk-Prellung) und Raffael (fehlte aufgrund der Geburt seiner Zwillinge) kam Mönchengladbach zu einem verdienten 1:0-Erfolg gegen Hertha, das auswärts die letzten sieben Spiele ohne Punkt blieb. Die Fohlen legten einen flotten Vortrag hin und gingen durch Youngster Benes, der bei seiner Startelf-Premiere auch sein Debüt-Tor erzielte, in Führung. Wendt ließ eine große Chance liegen, von den Berlinern kamen nur kleine Nadelstiche. In Durchgang zwei hatte Gladbachs Hofmann zweimal Aluminium-Pech, am VfL-Sieg änderte sich letztlich aber nichts mehr. Die Hecking-Elf rückt bis auf vier Punkte an Hertha (6.) dran.

Bundesliga - 27. Spieltag
Bundesliga - Torjäger 2016/17
Aubameyang Pierre-Emerick
25
Lewandowski Robert
24
Modeste Anthony
22
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
65
2
RB Leipzig
55
3
TSG Hoffenheim
51
Bundesliga - Topspieler 2016/17
Jarstein Rune
2,65
Bürki Roman
2,68
Horn Timo
2,69

Der Druck auf Mainz und Trainer Schmidt wächst

Mainz ist weiter völlig aus der Spur, kassierte gegen Leipzig beim 2:3 die vierte Niederlage in Folge und bleibt nur aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Augsburg vor dem Relegationsplatz. Für Coach Martin Schmidt wird die Luft dünner, obwohl sein Team in den ersten 45 Minuten einen erfrischenden Vortrag lieferte, durch Bojan die größte Chance hatte und vom Publikum auch mit Applaus in die Kabinen verabschiedet wurde. Der schnelle Doppelschlag durch Sabitzer und Werner kurz nach der Pause erwies sich ebenso als Stimmungskiller wie Keitas tolles Solo, nachdem Jairo vom Punkt zwischenzeitlich hoffen hatte lassen. In Unterzahl gelang Muto zwar noch das 2:3 - es reichte aber nicht mehr für den FSV. Leipzig kommt der Vorgabe von Sportdirektor Ralf Rangnick ("Klar wollen wir jetzt am Ende Champions League spielen") einen weiteren Schritt näher.

Bayer atmet tief durch

Mit Champions-League-Ambitionen in die Saison gestartet stand Leverkusen in Darmstadt überraschend mit Blick nach unten unter Zugzwang - und kann nach dem 2:0 bei den Lilien erst einmal durchatmen. Nach einer klasse Kombination, die Brandt abschloss, führte die Werkself nach einer Viertelstunde. Darmstadt hielt dennoch gut dagegen und hatte bei einem Lattenfreistoß von Vrancic Pech. Volland (56.) erhöhte für Leverkusen bei seinem 150. Bundesliga-Spiel und sicherte so dem neuen Trainer Tayfun Korkut beim vierten Anlauf den ersten Sieg.

Freiburg beendet in Wolfsburg drei Serien

Dem spektakulären 3:3 in Leverkusen ließ Wolfsburg ein 0:1 gegen Freiburg folgen. Dabei riss die Serie von Trainer Andries Jonker, der zuvor neun Bundesliga-Spiele ungeschlagen blieb. Aber auch die Serie von Gomez, der unter Jonker neun Spiele hintereinander getroffen hatte, ist beendet. Wolfsburg gab zunächst den Ton an und ließ durch den Torjäger früh eine Riesenchance liegen. Der Sport-Club kam mit zunehmender Spieldauer besser ins Spiel und schlug durch Niederlechners neuntes Saisontor in der 78. Minute eiskalt zu. Die Breisgauer beendeten damit auch ihre Sieglos-Serie gegen die Wölfe, denn der VfL holte aus den letzten sechs Duellen 16 von 18 möglichen Punkten. Freiburg schnuppert am internationalen Geschäft, Wolfsburg muss mit nur einem Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz zittern.

Ingolstadt schnuppert an Platz 16

Augsburg bezog eine 2:3-Pleite im bayerischen Derby gegen Ingolstadt und bleibt auf dem Abstiegsrelegationsplatz. Den hat der FCI nach dem zweiten Sieg in Folge bei "nur" noch vier Punkten Rückstand auf den FCA wieder im Visier. Die Elf von Trainer Manuel Baum, wieder mit Schaltzentrale Baier, scheute zunächst das Risiko und lag nach einem Patzer und einem Standard durch Kittel und Cohen schon zur Pause 0:2 hinten. Nach Cohens zweitem Treffer wachte Augsburg auf, die Tore von Verhaegh und Altintop waren aber zu wenig.

Kramaric schießt Hoffenheim zum ersten Sieg gegen Bayern

Ein Treffer reichte: Andrej Kramaric hieß der Matchwinner.

Ein Treffer reichte: Andrej Kramaric hieß der Matchwinner. imago

Hoffenheim gelang in der neunten Bundesliga-Saison nach einer starken ersten Hälfte gegen den FC Bayern München der erste Sieg. Der FCB trat im Kraichgau ohne Müller, Thiago, Neuer (alle nicht im Kader), Boateng, Lahm und Ribery (alle auf der Bank) an und musste sich schon in der Anfangsphase in Acht nehmen. Denn Kramaric hatte gleich nach Anpfiff eine gute Möglichkeit, wurde aber in letzter Sekunde von Rafinha noch gestoppt. Es war mehr als ein Fingerzeig, denn die TSG war anfangs klar besser und spielte mit viel Tempo aufs Bayern-Tor. Bei der Führung durch Kramaric, der aus 17 Metern abzog, sah allerdings Ulreich nicht besonders gut aus. Bei einer Parade gegen Demirbay zeigte er später, dass es auch anders geht. Der Rekordmeister durfte froh sein, dass es nach 45 Minuten nur mit dem knappen Rückstand in die Kabinen ging, auch wenn Lewandowski noch die Latte traf. In der zweiten Hälfte zeigte sich München deutlich verbessert, erhöhte den Druck kontinuierlich und schnupperte mehr als einmal am Ausgleich. Doch für tapfer kämpfende Hoffenheimer sollte es reichen.

Kapitän Aubameyang setzt Schlusspunkt gegen HSV

Gisdol

Führung: Gonzalo Castro (Mitte) freut sich über seinen Freistoßtreffer. Getty Images

In Abwesenheit von Reus und Schmelzer bekam Aubameyang ungeachtet der Maskendiskussion aus dem Derby auf Schalke im Spiel gegen den Hamburger SV die Kapitänsbinde von Trainer Thomas Tuchel. Der Gabuner zeigte sich vom ganzen Theater um seine Aktion unbeeindruckt und hatte gleich in der Anfangsphase eine erste gute Chance. Adler parierte genauso wie auf der anderen Seite Bürki gegen Wood im Eins-gegen-eins. Die flotte Partie hatte auch schnell ihr erstes Tor. Bei einem Freistoß verspekulierte sich Adler und Castro freute sich über das 1:0. Langweile gab es auch in der Folge nicht, der BVB dominierte zwar, aber der HSV, der nach 45 Minuten nur 29 Prozent Ballbesitz hatte, blieb durch Konter gefährlich. Nach der Pause das gleiche Bild: Dortmund ließ Großchance auf Großchance auf dem Rasen liegen und spielte so mit dem Feuer. Denn Hamburg zeigte sich bei seinen Gegenstößen stets gefährlich. Erst in der Schlussphase sollte Kagawa Dortmund mit dem zweiten Treffer erlösen. Der Schlusspunkt zum 3:0 war Kapitän Aubameyang vorbehalten.

Werder verabschiedet sich aus dem Keller

Bremen feierte im siebten Spiel den sechsten Sieg und ließ durch den 3:0-Erfolg gegen Schalke 04 den Abstiegskampf vorerst hinter sich. Die großen Höhepunkte fehlten der Partie zunächst, ein Schuss von Schöpf nach einer knappen Viertelstunde ging am Tor vorbei. Besser machte es Gebre Selassie, der auf Vorlage von Junuzovic zur Führung einköpfte. Schalke hatte bis zur Pause zwar deutlich mehr Ballbesitz (64 Prozent), kam aber zu selten in die Schnittstellen, um Werder richtig unter Druck zu setzen. Ohne den verletzten Delaney ging Bremen die zweite Hälfte an und hatte zunächst einige Arbeit, den Vorsprung gegen Schalke zu verteidigen. Doch per Elfmeter befreite sich Werder aus der Umklammerung. Kruse behielt die Nerven und schoss zum 2:0 ein. Danach war die Luft raus und Werder konterte sich zum 3:0. Mit nunmehr 35 Punkten haben die Norddeutschen einen Zähler mehr als Schalke.

Jojic baut Frankfurts Negativserie aus

Eintracht Frankfurt kam aus der Negativspirale auch in Köln nicht heraus und blieb im achten Spiel in Serie ohne Sieg und kassierte gar die sechste Niederlage. Der FC kam gut rein, hatte früh die Möglichkeit, doch Heintz rutschte der Ball über den Schlappen, als er nur noch hätte einschieben müssen. Die Eintracht hielt zunächst dagegen, kam ihrerseits gefährlich vors Tor, dabei traf beispielsweise Rebic nur die Latte. In der Folge gaben die Hessen bis zur Pause den Ton an (65 Prozent Ballbesitz), während vom FC zu wenig kam. Die kalte Dusche gab es dennoch für die Hessen, als Jojic nach dem Seitenwechsel aus 17 Metern mit einem Flachschuss die Führung erzielte. Köln zeigte sich auch durch die Einwechslung von Bittencourt deutlich verbessert und brachte die knappe Führung über die Zeit.

jch/tru