Bundesliga

SV Darmstadt 98, 1. Bundesliga: Mario Vrancic fühlt sich wohl auf der Zehn

Für Heuer Fernandes ist es auch "eine Frage der Ehre"

Darmstadts Vrancic fühlt sich wohl auf der Zehn

"Wir hatten Superchancen, aber leider keine reingemacht": Darmstadts Mario Vrancic (re.).

"Wir hatten Superchancen, aber leider keine reingemacht": Darmstadts Mario Vrancic (re.). imago

Frings korrigierte seine Personalbesetzung, Sidney Sam auf die Zehn und Vrancic auf die Acht zu stellen, frühzeitig. In der 22. Minute wechselte er bei RB Leipzig Wilson Kamavuaka für das Defensivzentrum ein, zog Vrancic nach vorn und Sam auf den rechten Flügel. Fortan lief es besser für den SV Darmstadt 98. Was allerdings nichts an einer 0:4-Niederlage änderte, auch wenn die nach Ansicht von Frings und Co. "zu hoch" ausfiel. Die Lilien sind nun das schwächste Team seit Einführung der Drei-Punkte-Wertung. Nach 26 Spieltagen hatte noch nie eine Mannschaft eine solch schwache Ausbeute: 15 Punkte bei 17:51 Toren. Zuvor lag der Negativrekord bei 15 Punkten und 27:58 Toren (Freiburg 1996/97).

In Darmstadt, das auch im 13. Auswärtsspiel ohne Punkt blieb, hat man sich an solche "Bestmarken" längst gewöhnt. Wie an die Tatsache, dass man abgeschlagen Tabellenletzter ist. Torhüter Daniel Heuer Fernandes: "Was sollen wir auf die Tabelle schauen: Wir sind Letzter und bleiben es, selbst wenn wir einige Spiele gewinnen." An Motivation mangelt es dem Vertreter von Michael Esser allerdings nicht. "Es ist auch eine Sache der Ehre, wie wir die nächsten Spiele angehen. Jeder hat uns abgeschrieben."

Als Vertreter von Jan Rosenthal macht Vrancic von sich reden. Er kommt auf der Zehn immer besser in Tritt. Parallel zur Spielpraxis unter Frings hat er auch in der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina wieder an Bedeutung gewonnen. "Ich habe zwei Spiele machen dürfen, es war eine tolle Erfahrung. Das Selbstvertrauen ist wieder zurück", berichtet er von seinen beiden Einwechslungen. Nach dem 0:4 in Leipzig konnte er den Frust trotzdem nicht verhehlen: "Wir hatten Superchancen, aber leider keine reingemacht. Es ist positiv, dass es am Mittwoch schon gegen Leverkusen weitergeht, dann können wir das Spiel in Leipzig schnell abhaken."

Michael Ebert

Bilder zur Partie RB Leipzig - SV Darmstadt 98