Bundesliga

Schiedsrichter Felix Zwayer lässt das 3:2 nicht zählen. Der 1. FC Köln trennt sich mit 2:2 vom FC Ingolstadt 04 - und Rückkehrer Timo Horn sagt nach seinem Patzer: "Es tut mir leid für die Mannschaft"

1. FC Köln: Schiedsrichter Felix Zwayer ist Thema

Horn: "Es tut mir leid für die Mannschaft"

Timo Horn

Direkt nach seinem Patzer vergrub sich Kölns Torwart Timo Horn kurzzeitig in seinen Armen. imago

Es lief die 69. Spielminute, als das Comeback von FC-Schlussmann Horn, der seit November 2016 an einem Meniskusschaden laboriert und seine letzte Partie am 10. Spieltag beim 0:1 in Frankfurt absolviert hatte, seinen Tiefpunkt erlebte. Beim nicht allzu harten sowie unplatzierten Distanzschuss von FCI-Abwehrmann Romain Bregerie griff der 23-jährige Rückkehrer gewaltig daneben, sodass der Ball durch seine Hände ins Tor glitt.

Nach Spielschluss stellte sich Horn dann im "Sky"-Interview und nahm die Schuld komplett auf sich: "Es tut mir leid für die Mannschaft, das wird mir nächste Woche nicht mehr passieren. Es war einfach ein Fangfehler, der Ball titscht mehrmals auf dem Boden auf und ich bekomme den Körper nicht rechtzeitig hinter den Ball."

Spielersteckbrief T. Horn
T. Horn

Horn Timo

Spielersteckbrief Modeste
Modeste

Modeste Anthony

Trainersteckbrief Stöger
Stöger

Stöger Peter

Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
59
2
RB Leipzig
49
3
Borussia Dortmund
43

Von den Teamkollegen erntete der Torhüter sofort nach seinem Fauxpas aufmunternde Worte - und auch Trainer Peter Stöger ging nicht groß auf den Fehler ein: "Ich werde dem Timo gratulieren, dass er endlich wieder gespielt hat. Fehler passieren, das ist ok. Viel wichtiger ist uns, dass er wieder da ist." So urteilte letztlich auch Horn selbst: "Bis auf diese eine Szene war es, denke ich, schon ein gutes Spiel von mir. Es ist natürlich immer bitter, wenn so eine Szene ein Spiel entscheidet. Doch erst einmal bin ich sehr froh, dass ich wieder spielen kann." Sein Versprechen für die Zukunft: "In den nächsten Wochen werde ich der Mannschaft dann wieder die Punkte retten."

"Das war ein richtiger Schweinskick"

Punkte sind auch das Stichwort. Denn Zähler sind es, die den Kölnern in jüngster Zeit abgehen. Seit fünf Ligaspielen warten die Rheinländer auf ein Erfolgserlebnis, lediglich zwei Remis (1:1 gegen Schalke, 2:2 nun in Ingolstadt) sind in diesem Zeitraum herausgesprungen.

Spielbericht

So steht die direkte Konkurrenz um Platz sechs, die Frankfurter Eintracht, die sogar fünfmal in Serie verloren hat, trotzdem noch auf Europa-League-Rang. "Wenn man zweimal führt in Ingolstadt, sollte man das Spiel gewinnen können", kommentierte Stöger, der dem Spiel seiner Mannschaft insgesamt aber nicht viel abgewinnen konnte: "Das war ein richtiger Schweinskick." Das sah auch FC-Manager Jörg Schmadtke so: "So, wie wir heute Fußball gespielt haben, das ist nicht unser Niveau und nicht unser Anspruch. Das war insgesamt in fast allen Belangen zu wenig von unserer Mannschaft."

Modeste trifft zweimal - Tor drei zählt nicht

Ein "Schweinskick", in dem sich der 1. FC Köln einmal mehr bei seinem Top-Torjäger Anthony Modeste bedanken konnte, dass überhaupt ein Punkt heraussprang. Denn der Franzose netzte zweimal eiskalt ein, obwohl insgesamt der FC Ingolstadt das agilere und schusswütigere Team war (26:7 Torschüsse für den FCI).

Anthony Modeste

Seine Saisontore 18 und 19 feierte Anthony Modeste mit seinem bekannten Smiley-Jubel. Getty Images

Mit seinen Saisontoren 18 und 19 ist und bleibt Modeste damit das Schreckgespenst der Schanzer , denn in bislang vier Bundesliga-Duellen zwischen diesen beiden Klubs hat Köln insgesamt sechs Treffer erzielt - allesamt markiert von einem Mann: Anthony Modeste.

Sogar ein Dreierpack wäre für den 28-Jährigen drin gewesen, wenn Schiedsrichter Felix Zwayer, der erst am Donnerstag noch das Europa-League-Spiel im weit entfernten Rostow (FK vs. Manchester United) geleitet hatte, in der 82. Minute nicht fälschlicherweise auf Stürmerfoul von Artjoms Rudnevs entschieden und das Spiel hätte weiterlaufen lassen. "Der Torwart (Martin Hansen; Anm.d.Red.) haut eher den Spieler um, als dass er den Ball trifft. Demnach hätte das Tor zählen dürfen", empfand auch Horn. Schmadtke meinte dazu: "Herr Zwayer hat das Spiel insgesamt ordentlich geleitet. In einem Fall hat er aus meiner Sicht einen Fehler gemacht. Das ist halt so."

Was allerdings auch noch gesagt werden muss: Das zwischenzeitliche 2:1 von Modeste hätte nicht zählen dürfen. Der Angreifer hatte mit einem Bein im Abseits gestanden (60.). Zuvor hatte schon auch der harte, aber nach Regeln vertretbare Elfmeter für Ingolstadt Kritik der Hausherren nach sich gezogen (14.). Letztlich sagte Stöger nüchtern: "Das Abseits war knapp für uns, das vermeintliche Tor klar gegen uns entschieden."

mag

Bilder zur Partie FC Ingolstadt 04 - 1. FC Köln