2. Bundesliga

Der FC Erzgebirge Aue siegt gegen den Karlsruher SC mit "harter Arbeit und Leidenschaft"

Tedesco sieht zwei unterschiedliche Spielhälften

Aue siegt mit "harter Arbeit und Leidenschaft"

Steve Breitkreuz und Fabian Kalig

Aues Verteidiger Steve Breitkreuz und Fabian Kalig trugen im Spiel gegen Karlsruher Kopfverletzungen davon. picture alliance

Es sah übel aus: Zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit lagen Kalig und Breitkreuz auf dem Rasen, hielten sich beide den blutverschmierten Kopf. Bei einem Eckstoß waren die beiden FCE-Verteidiger mit den Köpfen zusammengestoßen und hatten sich dabei jeweils eine klaffende Platzwunde zugezogen. Aues neuer Trainer Tedesco hatte sein Wechselkontingent schon ausgeschöpft, weshalb die Sachsen für kurze Zeit in der spannenden Schlussphase in doppelter Unterzahl spielen mussten. Wenige Minuten später kamen beide mit dicken Kopfverbänden auf das Feld zurück, halfen mit, den 1:0-Vorsprung über die Zeit zu bringen - und wurden so zum Sinnbild der aufopferungsvoll kämpfenden Veilchen. "Wir haben das Spiel heute nicht aufgrund irgendwelcher taktischen Geschichten gewonnen, sondern lediglich mit harter Arbeit, Leidenschaft und guten Zweikämpfen", fasste Tedesco zusammen.

Wir waren im ersten Durchgang sehr ballsicher, haben kaum Chancen zugelassen.

Aues Trainer Domenico Tedesco
Spielersteckbrief S. Breitkreuz

Breitkreuz Steve

Spielersteckbrief Nazarov

Nazarov Dimitrij

Spielersteckbrief Kalig

Kalig Fabian

Das Spiel seiner Mannschaft gegen den KSC sei zweigeteilt gewesen. "Wir waren im ersten Durchgang sehr ballsicher, haben kaum Chancen zugelassen. Wir haben auch ein gutes Angriffspressing gespielt", sagte der 31-Jährige. Nach dem Seitenwechsel sei dies aber anders gewesen. "In der zweiten Hälfte haben wir uns tief hinten reindrängen lassen. Der KSC hat uns zugestellt." Sein Motto laute, so Tedesco, dass der Ball so schnell zurückkomme, wie man ihn nach vorne spiele. "Er kam sehr häufig zurück", fügte er schmunzelnd an. "Der KSC war im zweiten Durchgang besser, schlichtweg." Trotzdem behielt der Aufsteiger drei eminent wichtige Punkte im Erzgebirge, mit denen er den KSC überholte und mindestens bis Sonntag auf den Relegationsrang sprang.

Nazarov wirbt um Geduld

Spielbericht

"Es war unheimlich wichtig für uns. Wir haben in Bielefeld gezeigt, dass die Mannschaft lebt", betonte Matchwinner Nazarov nach dem Spiel auf der Auer Klubwebsite. "Wir waren griffig, haben früh angelaufen und den KSC gar nicht erst ins Spiel kommen lassen. Wir sind verdient in Führung gegangen." Dass Aue in der Folge nicht gerade durch Schönspielerei überzeugt hat, ließ den 26-Jährigen kalt. "Wenn man die Tabellensituation anschaut, kann man das nicht erwarten", sagte er. Seinem neuen Trainer sprach der Stürmer ein Lob aus ("Er hat viele Einzelgespräche geführt"), warb aber gleichzeitig um Geduld: "Wir müssen noch kaltschnäuziger werden vor dem Tor. Aber der Trainer ist erst zwei Tage da. Wir geben ihm mal etwas mehr Zeit."

pau