Vorlage und Ballverlust des Schweizers - Jonker: "Ein Geschenk vom Feinsten"

Rodriguez: "Ein dummer Fehler"

Wolfsburgs Ricardo Rodriguez (li.) gegen Levin Öztunali

Ermöglichte Mainz den Ausgleich: Wolfsburgs Ricardo Rodriguez (li., gegen Levin Öztunali). imago

Mit 72 Ballkontakten pro 90 Minuten ist Ricardo Rodriguez im Schnitt der Wolfsburger Spieler, der das Spielgerät am häufigsten am Fuß hat. Es ist bekannt: Ist Rodriguez am Ball, brennt nicht viel an. Am Samstag nun gab es die Ausnahme dieser Regel zu bestaunen. Der Schweizer, von Levin Öztunali unter Druck gesetzt, verlor den Ball, Sekunden später zappelte dieser im Wolfsburger Netz. "Ein dummer Fehler", räumt Rodriguez klar ein, "das darf mir nicht passieren. Eigentlich verliere ich den Ball nie dort. Ich bin ein bisschen ausgerutscht." Öztunali schnappte sich die Kugel, ließ den überhastet grätschenden Knoche und den ausrutschenden Bruma stehen und legte für Torschütze Cordoba auf. Drei Patzer binnen weniger Sekunden, "ein Geschenk vom Feinsten", sagt Trainer Andries Jonker. Zum "Ausgangspunkt" Rodriguez erklärt der Coach: "Rici ist ein sehr ballsicherer Spieler, er wurde nicht in einer unmöglichen Position angespielt. Da sollten wir keinen Ballverlust haben. Er hat sich in der Pause sofort bei mir entschuldigt."

Ich war an beiden Toren beteiligt.

Ricardo Rodriguez

Rodriguez' Fehler hinten, vorne hingegen glänzte er mit seiner Ecke zum zwischenzeitlichen 1:0 als Vorbereiter. "Ich war an beiden Toren beteiligt", sagt Rodriguez, wenngleich er auf sein fehlerhaftes Zutun gerne verzichtet hätte. Erstmals agierte der 24-Jährige wieder hinten links, nachdem ihn Ex-Trainer Valerien Ismael zuletzt zum Innenverteidiger umfunktioniert hatte. Die Rückkehr auf die Seite, kein Problem, wie Rodriguez sagt. "Ich bin daran gewöhnt, habe jahrelang dort gespielt." Zumal es nach der Bruma-Verletzung und der Hereinnahme von Jannes Horn schon während des Spiels zurück nach innen ging.

Rodriguez: Ein Plus an Flexibilität

Es wird deutlich: Rodriguez hat an Flexibilität gewonnen. Erst einmal stellt sich der Schweizer aber wieder auf die Außenbahn ein. "Wenn alle fit sind, denke ich schon, dass ich links spiele." Und dann, so der Plan, wieder mit der gewohnten Ballsicherheit.

Thomas Hiete