Zulj entscheidet das 262. Frankenderby

Fürth klettert - Krisenstimmung in Nürnberg

Robert Zulj

Derbyheld: Fürths Robert Zulj erzielte den 1:0-Siegtreffer für die Spielvereinigung. picture alliance

Zulj: "Ich bin nicht der einzige Derbyheld"

Ausgerechnet Robert Zulj sollte das Derby entscheiden. Unter Kleeblatt-Coach Janos Radoki war der 25-jährige Österreicher am Ende der Hinrunde aufgrund mangelnder Defensivarbeit aus dem Kader verbannt worden und galt als akuter Wechselkandidat im Winter (Vertrag bis 2017). Der kreative Offensivspieler aber blieb und fand unter Radoki zurück zu alter Stärke. Am Sonntagnachmittag schenkte er den Fürthern nun den zweiten Derbysieg in der laufenden Saison (2:1 im Hinspiel in Nürnberg). "Ich wurde vor meinem Tor gut angespielt und musste mich dann schnell entscheiden. Aber ich bin nicht der einzige Derbyheld. Deshalb habe ich das Tor auch der ganzen Mannschaft gewidmet", gab Zulj ganz den Teamplayer.

1. FC Nürnberg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

04.05.1900

Vereinsfarben

Rot-Weiß

SpVgg Greuther Fürth - Vereinsdaten

Gründungsdatum

23.09.1903

Vereinsfarben

Weiß-Grün

Spielersteckbrief Zulj

Zulj Robert

Trainersteckbrief Schwartz

Schwartz Alois

Trainersteckbrief Radoki

Radoki Janos

Spielbericht

Auch wenn das 262. Frankenderby spielerisch kein Leckerbissen war, verzeichnete das Kleeblatt klare Feldvorteile, zeigte sich kombinationssicherer, aktiver und offensiver. "Wir haben nie locker gelassen. Als Nürnberg müde war, haben wir zugeschlagen", sagte Fürths Rechtsverteidiger Khaled Narey. Und auch Radoki zog ein positives Fazit: "Wir haben ein sehr gutes Pressing gespielt, sodass Nürnberg sich nur mit langen Bällen zu helfen wusste. Insgesamt haben wir mehr für das Spiel getan. Unterm Strich war der Sieg verdient."

Die Spielvereinigung ist damit seit vier Spielen ungeschlagen (2/2/0) und springt in der Tabelle von Rang elf auf Platz sieben (32 Zähler). Aktuell bedeutet das die fränkische Vorherrschaft vor den Rivalen aus Würzburg (10., 29 Punkte) und Nürnberg (11., 29 Punkte). "Das müssen wir jetzt in Sandhausen bestätigen", fordert Radoki, "es bringt nichts, wenn man ein Derby gewinnt und dann die nächsten Spiele abschenkt."

Schwartz: "Ein abgefälschter Drecksschuss"

Alois Schwartz

Zweite Derbyniederlage in 2016/17: Trainer Alois Schwartz (l.) und die Nürnbergs Spieler sind bedient. imago

Beim Club herrscht dagegen Frust pur. Der FCN konnte nur zwei der letzten 17 Derbys gegen Fürth gewinnen, kassierte zuletzt drei Niederlagen in Serie und ist seit 307 Minuten ohne eigenen Treffer. Die Umstellungen von Coach Alois Schwartz, der seine Truppe im 3-5-2-System anordnete, griffen nicht. Nürnberg leistete sich zahlreiche Fehlpässe, agierte fahrig nach vorne und gab den einzigen gefährlichen Torschuss erst in der 86. Minute ab. "Wir haben uns schwer getan, sind kaum ins letzte Drittel gekommen und tun uns offensiv momentan sehr schwer", befand Schwartz, der den Gegentreffer als "abgefälschten Drecksschuss" bezeichnete.

"Pech kann keine Ausrede sein, so unglücklich das Tor auch war", fand Mittelfeldmann Kevin Möhwald ehrliche Worte. "Wir haben uns viel vorgenommen und fast nichts davon auf den Platz gebracht." Bei der Fehleranalyse befand Torwart Thorsten Kirschbaum "für zu wenig Entlastung gesorgt" zu haben. Nach dem Geschmack von Innenverteidiger Dave Bulthuis hatte der Club "zu viel verteidigt und zu wenig unser eigenes Spiel gemacht". Wiedergutmachung soll am nächsten Wochenende folgen, dann kommt Bielefeld nach Nürnberg.

cru