3. Liga

Ruprecht: "Das richtige Team hat gewonnen"

Der Aufwärtstrend des SVWW unter Coach Rehm hält an

Ruprecht: "Das richtige Team hat gewonnen"

Steven Ruprecht (li.), Manuel Schäffler

Die beiden Torschützen des SVWW unter sich: Steven Ruprecht (li.) und Manuel Schäffler. imago

Wehen Wiesbaden bleibt das Team der Stunde in der 3. Liga. Nach dem durchwachsenen Start in die Rückrunde mit nur zwei Punkten aus drei Spielen übernahm Rüdiger Rehm das Traineramt bei den Hessen - und seitdem läuft es: Drei Partien später stehen drei Siege und 6:1-Tore zu Buche. Dabei wurde mit dem VfL Osnabrück auch ein Aufstiegsaspirant bezwungen, beim 2:1-Sieg zeigte der SVWW vor allem spielerisch eine starke Vorstellung.

Die Rehm-Elf erspielte sich eine Fülle an klaren Torchancen, doch für lange Zeit schien das Osnabrücker Tor wie vernagelt. Die Niedersachsen, die ab der 10. Minute und der Notbremse von Anthony Syhre in Unterzahl agieren mussten, konnten sich glücklich schätzen, nach dem überraschenden Treffer von Marc Heider (22.) in Führung zu liegen. Denn es spielte nur eine Mannschaft und das war das Team aus der hessischen Landeshauptstadt. Doch entweder zielten die Hausherren nicht genau genug oder VfL-Keeper Marius Gersbeck hatte seine Hände im Spiel. "Der Torwart war in einer sensationellen Form. Vor Gersbeck muss man heute den Hut ziehen, was er heute alles rausgeholt hat", zollte Rehm dem gegnerischen Schlussmann auf der Pressekonferenz Respekt.

Ruprecht übernimmt Verantwortung

Zweimal war Gersbeck dann bereits geschlagen, doch dann hinderte das Aluminium sowohl Schäffler (3.) als auch Mintzel (48.) am Torjubel. Es schien, als sollte den Hausherren kein Erfolgserlebnis an diesem Nachmittag vergönnt sein - doch dann zeigte Referee Wolfgang Stark nach Foul an David Blacha auf den Punkt - Steven Ruprecht übernahm Verantwortung und traf zum Ausgleich (77.). "Ich habe bis zum Schluss dran geglaubt, wir haben uns die Chancen erarbeitet", sagte der Torschütze nach der Partie.

Spielbericht

Die Hessen waren mit dem Zähler jedoch nicht zufrieden und spielten weiter nach vorne. In der 90. Minute belohnte Manuel Schäffler sein Team mit dem Siegtreffer. "Wir haben uns am Ende für die Leistung, die wir zusammen abgeliefert haben, als Kollektiv belohnt." Zu den ausgelassenen Möglichkeiten meinte der Torjäger, der in den letzten drei Begegnungen viermal traf: "Wir haben heute ein Schützenfest hier abgeliefert, wo wir eigentlich sehr, sehr viele Chancen kläglich liegen haben lassen. Heute habe ich so viele Vorlagen bekommen, wo man eigentlich im Nachhinein sagen muss, ich habe zu wenige von den Chancen, die ich zu 100 Prozent hatte, gemacht. Letzten Endes entscheidet das Ergebnis und da haben wir 2:1 gewonnen."

"Ich glaube, heute hat das richtige Team gewonnen. Wir haben es uns verdient, jeder ist für den anderen gelaufen. Hut ab vor der Mannschaftsleistung, momentan herrscht einfach nur Glücksgefühl", freute sich Innenverteidiger Ruprecht. Nach dem Platzverweis "haben wir konsequent unsere Linie weitergespielt, haben uns Chancen erarbeitet. Klar haben wir die in Hülle und Fülle vergeben, aber am Ende haben wir zwei gemacht - das reicht."

Erleichterter Rehm verteilt Komplimente

Sein Coach zeigte sich nach dem Schlusspfiff ebenfalls erleichtert: "Ganz ganz großes Kompliment sowohl an meine Mannschaft wie aber auch ans Publikum. Es gab im Stadion keinen, der nicht dran geglaubt hat, dass wir das Spiel noch drehen. Das ist das alles Entscheidende, um aus dieser Situation, in der wir sind, rauszukommen. Den Glauben daran zu haben, auch Rückschläge hinzunehmen."

Wir fahren mit gutem Gefühl nach Duisburg. Wir wollen auch da was mitnehmen.

Steven Ruprecht

Am kommenden Wochenende geht die Punktejagd für den SVWW weiter, dann steht die Auswärtsaufgabe beim Spitzenreiter an. "Wir fahren mit gutem Gefühl nach Duisburg. Wir wollen auch da was mitnehmen. Wir müssen immer noch die Kirche im Dorf lassen, wir müssen bescheiden bleiben und jetzt nicht durchdrehen und denken, wir holen dort sofort auch einen Dreier. Das wird ein hartes Stück Arbeit, genauso wie heute. Aber ich glaube, wenn wir so auftreten und das Fundament abrufen, dann schauen wir mal, was dabei rauskommt", blickt Ruprecht optimistisch in die Zukunft.

sha