Serie A, 27. Spieltag: "Müdigkeit zählt nicht": Die Roma verliert

Napoli gewinnt Topspiel - Elfmeterfest bei Milan

Dries Mertens gegen Roma-Torwart Wojciech Szczesny

Wer sonst? Dries Mertens (li.) erzielte Napolis Führung und legte nach der Pause nach. Getty Images

Dass der AS Rom auch nach diesem Spieltag erster Verfolger von Spitzenreiter Juventus Turin bleibt, stand bereits vor dem direkten Duell mit dem Drittplatzierten SSC Neapel fest. Doch nach der 1:2-Heimniederlage rückt Napoli bis auf zwei Punkte an die Roma heran. "Etwaige Müdigkeit (nach vielen englischen Wochen; Anm.d.Red.) zählt heute als Ausrede nicht", fand Roms Trainer Luciano Spalletti klare Worte im Nachgang. "Wir alle haben gesehen, wie die Jungs das Spiel beendet haben."

Doch der Reihe nach: Von Beginn an war Napoli tonangebend und suchte seine Chance. Zwingende Torchancen wollten dabei zunächst nicht herausspringen. Erst in der 24. Minute zappelte das Leder zum ersten Mal im Netz - des SSC Neapel. Doch Schiedsrichter Luca Banti verweigerte dem Tor von Andrea Perotti die Anerkennung, weil der Ball vorher an die Hand des Roma-Angreifers gesprungen war.

Zwei Minuten später fiel dann der erste Treffer: Mertens war nach einem feinen Vorstoß und einem ebenso feinen Zuspiel von Marek Hamsik plötzlich durch und überlupfte Keeper Wojciech Szczesny (26.). Doch wer geglaubt hatte, dass die Gastgeber nach dem Rückstand aufdrehen würden, sah sich enttäuscht. Vielmehr hatten sie Glück, dass in der 40. Minute dem nächsten Treffer von Mertens wegen vorherigem Foulspiel die Anerkennung verweigert blieb.

Der zweite Streich und eine Wahnsinnstat von Pepe Reina

Den zweiten Treffer holte der belgische Nationalspieler dann nach der Pause nach: In der 50. Minute vollendete Mertens ein präzises Zuspiel von Lorenzo Insigne zum 0:2 - sein 18. Saisontreffer! Nur zwei Minuten später hatte Napoli das Glück des Tüchtigen, denn Pepe Reina konnte einen Schuss von Perotti knapp über die Latte lenken. Jedoch blieb Napoli die spielbestimmende Mannschaft und Mertens hätte in der 54. Minute fast das 3:0 auf dem Fuß gehabt, wäre der deutsche Nationalspieler Antonio Rüdiger nicht in höchster Not dazwischen gegangen.

Hektik sollte aber doch noch einmal aufkommen, denn in der 89. Minute hämmerte Strootman das Leder nach Rückpass von Perotti humorlos in die Maschen. Und nun setzte das Team von Coach Spalletti alles auf eine Karte und hatte plötzlich so viele Chancen wie im ganzen Spiel zuvor nicht. Reina war plötzlich im Mittelpunkt des Interesses und lenkte in der dritten Minute der Nachspielzeit das Leder nach einem abgefälschten Schuss von Perotti gerade noch so an die Latte. So geriet der Sieg Napolis am Ende zwar noch etwas glücklich, war insgesamt aber verdient - was für die Giallorossi die erste Ligaheimpleite nach zuvor zwölf aus zwölf Siegen bedeutete.

Drei Elfmeter und drei Milan-Tore

Carlos Bacca

Fehlschütze, Doppelpacker, Matchwinner: Carlos Bacca. Getty Images

Am späteren Samstagabend erwartete noch Milan das im Mittelfeld feststeckende Chievo Verona - und fuhr in einer teils hektischen Partie ein 3:1 ein. Zum Matchwinner avancierte Carlos Bacca, der seine Saisontore zehn und elf verbuchte (24. und 70.). Es hätten aber auch drei Tore werden können/müssen! Denn der Kolumbianer hämmerte einen Elfmeter in der 45. Minute weit übers Tor der Gäste. Weil Jonathan de Guzman, kurioserweise mit der Rückennummer 1 ausgestattet, zuvor einen zu Unrecht gewährten Strafstoß gegen den mittlerweile 18-jährigen Gianluigi Donnarumma verwandelte (42.), ging es zunächst mit einem 1:1 in die Pause.

Nach dem Seitenwechsel aber spielten die Lombarden ihre höhere individuelle Klasse aus - und brachten den Sieg eben dank Bacca und Gianluca Lapadula, der mit dem dritten Elfmeter des Tages zur Stelle war (82.), den Dreier unter Dach und Fach. Milan bleibt bei nun guten 50 Punkten im Rennen um die Europa-League-Ränge.

sam/mag