Serie A, 27. Spieltag: "Scheißwut" bei Pepe Reina

Die Roma erwartet Napoli - Allegri zu Arsenal?

Roma

Im Hinspiel am 8. Spieltag gelang der Roma um Torwart Wojciech Szczesny ein Neapel in 3:1. Getty Images

Roma vs. Napoli: "Da treffen zwei aggressive Mannschaften aufeinander"

Am Samstag (15 Uhr) kommt es im Stadio Olimpico zum internen Duell der Juventus-Verfolger: Die Roma heißt Napoli willkommen - und möchte mit einem Dreier den Vorsprung auf die Süditaliener auf acht Punkte vergrößern, die kleinen Meisterschaftshoffnungen am Leben halten und zugleich die Derby-Scharte auswetzen.

Spielersteckbrief Reina

Reina José Manuel

Spielersteckbrief Bonucci

Bonucci Leonardo

Spielersteckbrief Szczesny

Szczesny Wojciech

Serie A - 27. Spieltag
Serie A - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Juventus Turin
67
2
AS Rom
59
3
SSC Neapel
57
Juventus Turin - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.11.1897

Vereinsfarben

Weiß-Schwarz

AS Rom - Vereinsdaten

Gründungsdatum

22.07.1927

Vereinsfarben

Gelb-Rot

SSC Neapel - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.08.1926

Vereinsfarben

Blau-Weiß

"Das Derby zu verlieren ist irritierend", gestand Roma-Coach Luciano Spalletti ein. "Es ist niemals positiv, ein Derby zu verlieren", stimmte Torwart Wojciech Szczesny mit ein. Der Pole sagte aber auch: "Das Gute ist, dass wir sofort wieder ein großes Match vor der Brust haben. Dort können und wollen wir ein besseres Resultat erreichen."

"Es wird ein heißer Tanz", kündigte Szczesny darüber hinaus gegenüber "Sky Italia" an. "Da treffen zwei aggressive Mannschaften aufeinander. Der Schlüssel wird sein, nicht zu denken, dass wir mehr Qualität als sie haben."

Koulibaly zu Chelsea?

Die Neapolitaner, die am kommenden Dienstag (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker.de) das Rückspiel im Champions-League-Achtelfinale gegen Real Madrid vor der Brust haben, müssen derweil den Fokus voll auf Serie A richten. Dennoch schwebt die Königsklasse über den Köpfen, schließlich hatte nicht zuletzt nach der Hinspielniederlage schon Präsident Aurelio De Laurentiis scharf Kritik am Team geübt ("Viele Spieler bis auf Lorenzo Insigne waren nicht präsent, wir waren zum Scheitern verurteilt"). Einen 1:3-Rückstand gilt es dabei gegen den Titelverteidiger aus Madrid aufzuholen.

Kalidou Koulibaly

Ein Fall für Chelsea? Kalidou Koulibaly. Getty Images

Doch zunächst heißt der Gegner eben Rom - und es wird mit Sicherheit spannend werden. Schließlich stehen beide Vereine für teils genussvollen Offensivfußball (117 geschossene Tore gesamt). Plus: Nicht nur die Roma hat nach dem 0:2 im Derby della Capitale mit kleinen Unruhen zu kämpfen. Auch bei Napoli tut sich mehr. Ein herber Verlust bahnt sich an: Falls die Süditaliener die Qualifikation für die Champions League verpassen sollten, würde das nach einigen Medieninformationen dem FC Chelsea deutlich erhöhte Chancen auf eine Verpflichtung von Verteidiger Kalidou Koulibaly einbringen. Der bärenstarke Zweikämpfer hat zwar noch Vertrag bis 2021, allerdings besitzt er auch eine Ausstiegsklausel. Chelsea hatte dem Vernehmen nach im August 2016 bereits rund 58 Millionen Euro für Koulibaly geboten. Es wäre aus Napoli-Sicht also angebracht, in Italiens Hauptstadt einen Dreier einzufahren, um Rang zwei nicht ganz aus den Augen zu verlieren.

Juve voll auf Kurs - Allegri zu Arsenal?

Mit einem Auge werden mit Sicherheit die Profis von Juventus Turin aufs Verfolgerduell blicken, schließlich stehlen sich beide Klubs dadurch weitere Punkte. Die Meisterschaft scheint aber auch so schon entschieden: Sieben Punkte Vorsprung hat die Alte Dame auf seinen ersten Verfolger, zudem steht am Sonntag (15 Uhr) die machbare Aufgabe bei Udine an. Alltag also bei den Bianconeri, die seit stolzen zehn Pflichtspielen ohne Punktverlust sind und dabei nur drei Gegentore kassiert haben.

Doch Vorsicht: In der Hinrunde tat sich das Team von Trainer Massimiliano Allegri jedoch gegen Udinese beim 2:1 extrem schwer. Mit der Coppa Italia (3:1-Hinspielsieg nach 0:1-Rückstand gegen Napoli) in den Beinen mahnte Allegri bereits vor einem Punktverlust.

Massimiliano Allegri

Wagt Massimiliano Allegri nach der Saison den Schritt in die Premier League? Getty Images

Der Trainer selbst wirkt von den anhaltenden Gerüchte in Italien um seine Person jedenfalls nicht beeinträchtigt. Nachdem er Leonardo Bonucci ("Ich habe das mit dem Coach im Gespräch geklärt und aus der Welt geräumt") in der Champions League auf die Tribüne verbannt hatte, wird er nun mit einem Abschied in Verbindung gebracht. Weil das Aus von Arsene Wenger bei Arsenal bevorstehen soll, wird Allegri als heißer Nachfolgekandidat gehandelt. Der 49-Jährige soll Freunden bereits gesagt haben, dass er ab November in London arbeiten würde. Er wäre damit der zweite Juve-Coach binnen kurzer Zeit, der in die Premier League wechselt (Antonio Conte zu Chelsea). Doch zunächst sollen die großen Ziele mit Juve erreicht werden: der sechste Scudetto in Folge, der Coppa-Sieg und der CL-Triumph.

Randgeschichte mit Biss

Nachwehen gab es derweil noch zwischen Juventus Turin und Napoli in Bezug aufs 3:1 im Hinspiel des Coppa-Italia-Halbfinals: Die Süditaliener fühlten sich einmal mehr verschaukelt ob einer nicht geahndeten Elfmeterszene zwischen Leonardo Bonucci und Raul Albiol. "Eine Schande!", schäumte SSC-Sportdirektor Cristiano Giuntoli. Pepe Reina hatte eine "Scheißwut".

Eines aber blieb nach dem am Ende verdienten 1:3 von Napoli in der Juventus Arena gewiss: Zwischen beiden Klubs liegt nach wie vor eine gewaltiges Stück Qualitätsunterschied. Zwar spielt Napoli teils attraktiveren Fußball, doch die größere Punktzahl streicht weiterhin Juve ein. Was sicherlich an der Defensive liegt, die beim Team von Trainer Maurizio Sarri immer mal wieder anfällig wirkt. Auch beim Gastspiel am Samstag bei der Roma?

mag

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