BVB fertigt Bayer ab - Werder siegt weiter - Gladbach klettert

Ekdal erlöst den HSV - Frankfurter Negativlauf hält

Albin Ekdal

Matchwinner: Albin Ekdal erzielte das Tor des Tages in Hamburg. imago

HSV bezwingt Hertha und bleibt dran

Zum Abschluss des 23. Spieltags betrieb der Hamburger SV am Sonntagabend zumindest vom Ergebnis her gesehen Wiedergutmachung für die 0:8-Klatsche in München und dem 1:2 im DFB-Pokal gegen Mönchengladbach. In einer über weite Strecken niveauarmen Partie behielt der HSV gegen Hertha BSC mit 1:0 die Oberhand. Holtby und vor allem Müller, der zwei gute Chancen liegen ließ, hatten die Führung auf dem Fuß, die letztlich Ekdal in der 77. Minute besorgte. Von den Berlinern kam insgesamt zu wenig, zu zaghaft waren die Aktionen Richtung HSV-Tor. Gefährlich wurde es nur in der 75. Minute, als ein abgefälschter Darida-Schuss um Zentimeter am Hamburger Gehäuse vorbeiflog. Zu Hause ist der HSV nun seit sechs Liga-Spielen ungeschlagen und hat den Anschluss zu Rang 15 (Wolfsburg) hergestellt.

Niederlechner und viel Diskussionsbedarf: Frankfurts Negativlauf hält an

Florian Niederlechner

Behielt vor Eintracht-Torwart Lukas Hradecky die Nerven: Florian Niederlechner. imago

Frankfurt konnte auch gegen den SC Freiburg den Negativlauf in der Liga nicht beenden. Die Eintracht, die im Pokal unter der Woche gegen Bielefeld beim 1:0 ein Erfolgserlebnis feierte, musste nach zuvor drei "Zu-Null-Niederlagen" ein 1:2 gegen Freiburg hinnehmen. Dabei hielt Frankfurt nach dem frühen Treffer von Hrgota (11.) zunächst alle Trümpfe in der Hand, vergab durch Blum aber die Chance auf das 2:0. Niederlechners Ausgleich (25.) war dann ein Wirkungstreffer. Die Partie wurde zerfahrener und hitziger, die Diskussionen nahmen zu: Auch in der 33. Minute, als Rebic nach einer Ecke traf, Schiedsrichter Perl aber den Treffer nicht anerkannte - eine Fehlentscheidung. Im zweiten Durchgang legte die Kovac-Elf den Vorwärtsgang ein, wurde dann durch ein Abseitstor von Niederlechner aber ausgebremst. Die Hessen verstärkten die Bemühungen, Zählbares sprang aber nicht mehr heraus.

Trilogie, Teil 1: Gladbach bezwingt Schalke klar

Gladbacher Jubel

Gladbachs Aufwärtstrend hält an: Die Borussia jubelt mit Doppeltorschütze Fabian Johnson (l.). imago

Borussia Mönchengladbach setzte sich am Samstagabend klar gegen Schalke 04 durch. Das 100. Pflichtspielduell beider Teams, die demnächst auch im Europa-League-Achtelfinale zweimal aufeinandertreffen, entschieden die Gladbacher mit 4:2 für sich. Johnson brachte die Gastgeber zweimal in Führung (28./64.), Bentaleb glich für Schalke zwischenzeitlich per Elfmeter aus (38.). Die Borussia blieb jedoch die bessere und gefährlichere Mannschaft. Drei Minuten nach Johnsons zweitem Treffer erhöhte Wendt auf 3:1, Raffael sorgte für die endgültige Entscheidung. Goretzka betrieb lediglich noch Ergebniskosmetik. Schalke bleibt damit in Gladbach ein gern gesehener Gast: Acht der letzten neun Heimspiele gewann der VfL gegen S04. Überhaupt: Die Königsblauen haben von elf Auswärtsspielen in der Bundesliga diese Saison nur eins gewonnen. Während Schalke im unteren Tabellenmittelfeld festhängt, klettert Gladbach durch den Sieg nach langer Zeit wieder in die obere Tabellenhälfte (8.).

Javi Martinez

Brachte Bayern München in Köln auf die Siegerstraße: Javi Martinez. Getty Images

Martinez bringt Bayern auf Kurs

Bayern München hat seinen Vorsprung an der Bundesligaspitze wieder auf sieben Punkte ausgebaut. Beim 1. FC Köln, der seit April 2016 keines seiner zwölf Bundesliga-Heimspiele verloren hatte, lieferte der Rekordmeister eine dominante Vorstellung ab. In Führung wäre dennoch beinahe der FC gegangen: Neuer kratzte Osakos Kopfball aus dem Winkel (19.). Sechs Minuten später brachte Martinez den FCB in Führung, bei dem Costa, Müller und Coman hinter Lewandowski begannen. Nach der Pause legte Bernat schnell nach (48.), hätte sich auf der anderen seine nach einem Zweikampf mit Osako aber nicht über einen Elfmeterpfiff beschweren können (50.). Bayern verwaltete den Vorsprung souverän und setzte durch den eingewechselten Ribery den Schlusspunkt.

Leverkusen geht in Dortmund unter - Sorgen um Reus

Borussia Dortmund feierte gegen Bayer Leverkusen den dritten Liga-Erfolg in Serie und ist zu Hause seit 32 Bundesligaspielen ungeschlagen. Während BVB-Coach Tuchel seine Elf ausnahmsweise einmal unverändert ließ, setzte sein Kollege Schmidt Dragovic, Bellarabi und Chicharito auf die Bank. Ohne den Mexikaner in der Startelf hatte Bayer in dieser Saison noch kein Spiel gewonnen (0/1/5) - und das änderte sich auch in Dortmund nicht. Dembelé (6.) und Aubameyang (26.) trafen früh, der Gabuner vergab nur kurz nach seinem ersten Tor gar noch die Chance aufs 3:0, als er frei vor dem Tor ein Luftloch schlug. So machte Volland die Partie kurz nach dem Wechsel noch einmal spannend.

Doppelpack samt Salto: Pierre-Emerick Aubameyang traf gegen Leverkusen doppelt. imago

Insgesamt geriet der BVB-Sieg jedoch nie wirklich in Gefahr. Am Ende fiel er mit 6:2 sogar überaus deutlich aus. Zu den Dortmunder Torschützen in Durchgang zwei gehörte auch noch einmal Aubameyang, der durch sein 75. Bundesliga-Tor für den BVB im vereinsinternen Ranking an Lewandowski (74) vorbeizog. Auch an der Spitze der Torschützenliste liegt er im Duell mit dem Bayern-Torjäger jetzt mit 21:19 vorne. Ganz ohne Sorgen ging der Nachmittag nicht vorbei für den BVB: Reus musste kurz vor der Pause mit einer Oberschenkelblessur ausgewechselt werden und fällt am Mittwoch aus, wenn der BVB im Champions-League-Achtelfinale ein 0:1 gegen Benfica umbiegen muss .

Auch Hoffenheim bleibt zu Hause ungeschlagen

Auf den Fersen bleibt den Dortmundern 1899 Hoffenheim. Das Team von Julian Nagelsmann blieb auch im zwölften Heimspiel der Saison ungeschlagen, hatte gegen den FC Ingolstadt aber viel Mühe. Die couragiert auftretenden Schanzer taten lange mehr fürs Spiel und führten nach einem Eigentor von Süle (60.) kurzzeitig sogar mit 2:1. Doch nach Szalais schnellem Ausgleich (62.) bogen die Hausherren in der Schlussphase durch zwei Tore binnen zwei Minuten (77./79.) auf die Siegerstraße ein. Hübner setzte gegen seinen Ex-Klub den Schlusspunkt zum 5:2-Erfolg, der am Ende ein wenig zu hoch ausfiel.

Darmstadt belohnt sich nicht für starke erste Hälfte - Kruse eiskalt

In Bremen stand Torsten Frings im Fokus: Der frühere Nationalspieler, der einst 326 Bundesligaspiele für Werder bestritt, kehrte mit Darmstadt an seine alte Wirkungsstätte zurück, in der er mit viel Applaus begrüßt wurde. Danach rieben sich die Zuschauer im Weserstadion aber verwundert die Augen: Darmstadt war der frühen Führung durch Sulu (3., Glanzparade Wiedwald) und Colak (8., Pfosten) nahe und klar tonangebend. Die deutlichen Zahlen zur Halbzeit: 10:2 Torschüsse für die Gäste, die 65 Prozent Ballbesitz verzeichneten. Nach dem Wechsel drehte sich die Partie dann komplett: Jetzt war Werder am Drücker, vergab aber reihenweise gute Chancen. Ein Elfmeter (Sulu an Pizarro) brach in der 75. Minute für die Bremer den Bann: Kruse verwandelte auch seinen neunten Bundesliga-Elfmeter (7 für Gladbach, 2 für Werder) und setzte in der Nachspielzeit sogar noch einen drauf - 2:0! Der dritte Sieg in Serie für die Bremer, die nun schon sieben Punkte vor einem direkten Abstiegsplatz liegen. Darmstadt bleibt auswärts in dieser Saison auch im elften Spiel ohne Punktgewinn.

Öztunali glänzt erneut als Vorbereiter

Auch in Mainz stand ein Trainer im Blickpunkt: Ismael-Nachfolger Andries Jonker startete beim VfL Wolfsburg die Mission Klassenerhalt. Ein besonderes Spiel war es auch für VfL-Regisseur Malli, der im Januar aus Mainz gekommen war. Gustavo bestritt zudem sein 100. Bundesligaspiel. In einer munteren ersten Hälfte gingen die Wolfsburger, bei denen Casteels anstelle des verletzten Benaglio das Tor hütete, nach einer Ecke durch Gomez in Führung (20.). Mainz glich durch Cordoba aber schnell aus. Vorbereiter Öztunali hatte Rodriguez den Ball abgejagt - er war damit an fünf der letzten sechs Mainzer Tore beteiligt. In der zweiten Hälfte passierte nicht mehr viel. Das 1:1 war am Ende leistungsgerecht, hilft aber vor allem dem VfL nicht weiter.

Leipziger drehen den Rückstand und kassieren den Ausgleich

Timo Werner feiert mit Naby Keita

Das 14. Saisontor von Timo Werner reichte RB Leipzig in Augsburg nur zu einem 2:2. Getty Images

Der 23. Spieltag begann gleich mit einer Premiere: Noch nie gastierte RB Leipzig zu einem Pflichtspiel beim FC Augsburg. Die Fuggerstädter treten derweil ungern zum Spieltagsauftakt an: Keine der vorangegangenen zwölf (!) Freitagspartien konnten sie gewinnen. Und auch an diesem Abend sollte dies der Baum-Elf nicht vergönnt sein. Ohne den verletzten Kapitän Verhaegh (Rücken) und mit Bundesliga-Debütant Danso, der mit 18 Jahren, fünf Monaten und zwölf Tagen der jüngste Spieler ist, der je für die Augsburger in der Bundesliga-Geschichte aufgelaufen ist, ging der FCA zwar durch einen Stafylidis-Hammer (19.) in Front. Doch RB meldete sich eindrucksvoll zurück: Nach Vorarbeit von Keita, der später trotz Mittelfußprellung weiterspielte, stach Werner mit seinem 14. Saisontor zum 1:1 (25.). In der 52. Minute drehte Compper das Spiel zunächst, ehe Hinteregger das 2:2 verzeichnete (60.). Beinahe glückte Stafylidis gar noch das 3:2 (Pfosten, 87.).