Wolfsburger erinnert sich an Magath, Dzeko, Titel und Tränen

Schäfer: "Mir sind die Tränen gelaufen"

Marcel Schäfer, VfL Wolfsburg

Abschied auf Zeit: Marcel Schäfer. imago

...seinen Entschluss: Er hatte die Wahl. Wechsel in die USA, Wechsel innerhalb der Bundesliga - Angebote gab es reichlich - oder das sofortige Karrierende und der Einstieg ins VfL-Management. Schäfer entschied sich für Amerika. "Fußballspieler zu sein, das ist der schönste Beruf. Ich kann noch nicht loslassen, ich liebe es noch zu sehr, zu gewinnen, zu verlieren, zu trainieren." Der Wechsel zu einem VfL-Konkurrenten aus der Bundesliga kam nicht infrage. "Das hätte sich nicht richtig angefühlt."

...seine Aufgaben in den USA: Schäfer, der Flügelspieler, wird bei den Rowdies, deren Saison bereits Ende März beginnt, wohl in zentraler Rolle zum Einsatz kommen. Parallel wird der ab 2019 im VfL-Management tätige Fußballer wertvolle Erfahrungen außerhalb des Rasens sammeln. Tampa Bay befindet sich auf dem Weg in die MLS, die Strukturen (Stadionumbau, Nachwuchszentrum) entstehen. "Ich erweitere meinen Horizont", sagt Schäfer, der obendrein bei den in Tampa ansässigen Top-Sportklubs (Buccaneers, Lightning) Praktika absolvieren will.

...seinen schönsten Tag beim VfL: "Ganz klar der Tag, als wir Meister wurden. Das 5:1 gegen Bremen, diese Stimmung, dieses Gefühl. Unbeschreiblich. Leider verging das Ganze wie im Flug." Gerne erinnert sich Schäfer an die Meistermannschaft zurück: "Eine überragende Gemeinschaft, wir stehen heute noch in Kontakt."

...seinen schwersten Tag in Wolfsburg: Außerhalb des Rasens muss Schäfer direkt an den Tod Junior Malandas im Januar 2015 denken. "Das war die Hölle." Sportlich ging ihm der Abstiegskampf im Jahr 2011 nahe ("Auch wenn es ein Happy End gab"), einschneidend war zudem die Derbyniederlage 2013 gegen Eintracht Braunschweig (0:2). "Dieser Stachel sitzt bei mir noch immer tief."

...seinen besten Trainer: Von jedem habe er "unglaublich viel" mitgenommen, einen aber hebt Schäfer dennoch hervor: "Unter Felix Magath habe ich den größten Sprung gemacht, hatte den größten Erfolg. Er hat mich sportlich und mit seinen Werten enorm geprägt. Eine harte, aber enorm hilfreiche Schule."

Felix Magath

"Eine harte, aber enorm hilfreiche Schule": Trainer Felix Magath (l.). imago

...seinen besten Mitspieler: Zahlreiche Topspieler hat Schäfer, der 2007 von 1860 München nach Wolfsburg gewechselt war, kommen und gehen sehen. "Der Beste", sagt er, "war Edin Dzeko. Er war komplett, zwischenmenschlich top und zeigt auch heute noch, dass er ein überragender Stürmer ist."

...die Zukunft beim VfL: Die aktuelle Lage belastet ihn. Helfen konnte Schäfer zuletzt freilich nicht mehr, sein letztes von 256 Bundesligaspielen für den VfL absolvierte er am 10. Dezember beim 0:5 in München. In einem Zweikampf mit Philipp Lahm zog er sich einen Innenbandriss zu, seither schaffte er es nicht mehr in den Kader. Was den Abgang nun etwas erleichtert. Bleibt der VfL in der Bundesliga? "Es ist eine sehr schwierige Phase, aber ich bin überzeugt, dass wir es schaffen. Das Bremen-Spiel hat trotz der Niederlage gezeigt, dass wir es können. Mit Andries Jonker habe ich ein richtig gutes Gefühl."

Thomas Hiete

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