2. Bundesliga

Das Kickers-Dilemma

Würzburg bringt sich durch späte Gegentreffer um den Lohn

Das Kickers-Dilemma

Clemens Schoppenhauer

Weilandts "Gewaltschuss" zappelt im Netz: Schoppenhauer und Wulnikowski konnten es nicht verhindern. Picture Alliance

"Wahrscheinlich habe ich in der Wintervorbereitung zu wenig trainieren lassen", sagte Hollerbach nach der unglücklichen 1:2-Niederlage in Bochum, bei der die Kickers erneut in der Schlussphase die Gegentreffer kassierten . Dieses Dilemma zieht sich bei den Unterfranken seit Jahresbeginn wie ein roter Faden durch sämtliche Partien, denn 2017 fing sich der FWK alle sechs Gegentreffer ab der 80. Minute. Ganz ernst meinte der 47 Jahre alte Coach seine Aussage nicht, vielmehr betrachtete Hollerbach diese Tatsache als "sehr oberflächlich". Schließlich habe man auf unterschiedliche Art und Weise die Gegentreffer kassiert. Hollerbach: "Wir haben ein paar Tore nach Standards bekommen, heute aber, weil wir die zweiten Bälle nicht erreicht haben."

Spielbericht

Erzwungene Personalrochade

Keine Ausrede suchte der Kickers-Macher beim personellen Engpass. "Wir haben es sehr gut gemacht, sehr engagiert, sehr mutig gespielt und nur wenig zugelassen", lobte Hollerbach seine Schützlinge. Mit Kapitän Neumann, Linksverteidiger Junior Diaz (beide 5. Gelbe) und Top-Vorbereiter Daghfous (Sprunggelenk) hatte Würzburg gleich drei Leistungsträger in der Startformation ersetzen müssen. So spielten unter anderem Schröck und Pisot auf der ungewohnten Position in der Dreierkette neben Innenverteidiger Schoppenhauer. Im Angriff kam Königs zu seinem Startelfdebüt, er ersetzte den zuletzt formschwachen Soriano. "Marco hat richtig an sich gearbeitet und hat es sich verdient, zu spielen", begründete Hollerbach die Maßnahme.

Beinahe hätte der Coach damit auch Erfolg gehabt. Jener Königs vergab in der 68. Minute die Möglichkeit zum vorentscheidenden 2:0. "Der Knackpunkt waren die klaren Möglichkeiten nach der Halbzeit", erklärte Hollerbach, denn vor Königs hatte bereits Taffertshofer eine Großchance liegen gelassen (48.). "Machst du das 2:0, dann diskutieren wir hier über etwas ganz anderes", brummte Würzburgs Trainer auf der Pressekonferenz ins Mikrofon.

Wir mussten leider durch einen Gewaltschuss den Ausgleich hinnehmen

FWK-Coach Bernd Hollerbach zum 1:1-Ausgleichstreffer vom Bochumer Weilandt, der den Ball nicht voll erwischte

Gegen Fürth muss Hollerbach schon wieder umbauen

Doch für die Kickers kam es anders, Bochum traf spät durch die Joker Weilandt (84.) und Wydra (87.) doppelt und brachte die Würzburger somit auf die Verliererstraße. "Das hat man mal in der Saison. Ich werde die Jungs wieder aufbauen", versprach Hollerbach vor der kommenden Aufgabe. Schon am Freitag (18.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) ist Greuther Fürth zu Gast am Dallenberg. Immerhin kehren gleich mehrere Leistungsträger zurück, wenngleich gegen die Mittelfranken Schoppenhauer (5. Gelbe) fehlen wird.

ssc