Bundesliga

Remis in Köln - Leipzig gewinnt - Last-Minute-Bayern

Bremen und FCI siegen auswärts - BVB siegt vor leerer "Süd"

Remis in Köln - Leipzig gewinnt - Last-Minute-Bayern

Schalkes Schöpf hebt den Ball an FC-Torwart Kessler vorbei ins Netz.

Ein Blitztor, das nicht zum Sieg reichte: Schalkes Schöpf hebt den Ball an FC-Torwart Kessler vorbei ins Netz. imago

"Schalke ist jetzt wirklich stabil", erklärte jüngst Eurofighter Ingo Anderbrügge in kicker.tv - der Talk. Auch in Köln waren die Königsblauen beim 1:1 nicht zu schlagen - im fünften Pflichtspiel in Folge. Die Weinzierl-Elf legte mit dem Tor von Schöpf (2.) einen Blitzstart hin, danach folgte – abgesehen von Goretzkas Pfostentreffer - viel Leerlauf. Aber auch ein furioses Ende der ersten 45 Minuten mit dem Ausgleich durch FC-Torjäger Modeste. Beide Teams bearbeiteten sich intensiv, ehe FC-Akteur Osako eine spannende Schlussphase einleitete. Schalke antwortete mit drei großen Möglichkeiten, Heintz bugsierte zudem in der Nachspielzeit den Ball über das S04-Gehäuse. Es blieb beim 1:1. Köln, zu Hause weiter ungeschlagen (5/5/0) verpasst den Sprung auf Platz sieben, Schalke kommt nicht näher an die internationalen Plätze heran.

Leipzig übersteht die hitzige Schlussphase

Emil Forsberg

Ein Tor und eine Vorlage in Mönchengladbach: Leipzigs Emil Forsberg. imago

Nach der Europa-League-Niederlage gegen Florenz musste Gladbach auch in der Liga einen Rückschlag hinnehmen. Die Serie von drei Dreiern im deutschen Oberhaus riss gegen Leipzig, das seine Negativserie von zwei punkt- und torlosen Partien beendete. RB sah sich einer druckvollen Hecking-Elf gegenüber. Hazards Außennetz-Schuss konterte Leipzig aber mit dem 0:1 durch Forsberg (31.). Nach Foul an Vestergaard (38.) blieb die Pfeife von Schiedsrichter Zwayer stumm, fast mit dem Pausenpfiff gab es dann aber doch Elfmeter. Hazard scheiterte an RB-Keeper Gulacsi und sorgte für einen Eintrag in die Geschichtsbücher - es war der dritte VfL-Elfmeter-Fehlschuss in Folge. Als Werner zehn Minuten nach der Pause mit seinem zwölften Saisontor auf 2:0 für die Gäste erhöhte, waren die Sachsen auf Kurs. Stindl mit einem Handtor, das zu Recht nicht anerkannt wurde, und einer Großchance (64.) - die Fohlen bemühten sich um den Anschluss. Der gelang Vestergaard (81.), der für eine spannende und hitzige Endphase sorgte. Mit dem Happy End für Leipzig, das Rang zwei untermauert. Gladbach steckt im Tabellenmittelfeld fest.

Anderbrügge schätzt Schalke als stabil ein - harte Wochen für FC

Robert Lewandowski

Später Bayern-Jubel in Berlin: Robert Lewandowski glich in der sechsten Minute der Nachspielzeit noch aus. Getty Images

636 Minuten hatte Vedad Ibisevic vor der Partie vergeblich auf einen Treffer gewartet. Die Durstrecke endete ausgerechnet gegen Rekordmeister Bayern, der in der Champions League gegen Arsenal noch so begeistert hatte: Nach Freistoßhereingabe von Plattenhardt, der zuvor im Duell mit Vidal zu Boden gegangen war, war der Bosnier im Strafraum zur Stelle - Ende der Torlos-Serie nach 657 Minuten. Hertha hatte die letzten elf Duelle (!) mit Bayern verloren und unter Coach Pal Dardai noch kein einziges Tor gegen den FCB erzielt. Die Berliner verteidigten den knappen Vorsprung auch im zweiten Durchgang erfolgreich. Allerdings nur bis in die sechste Minute der Nachspielzeit: Ein letzter Bayern-Freistoß von Thiago führte zum ganz späten Ausgleich durch Lewandowski, der zunächst nur auf der Bank gesessen hatte. Müller spielte durch. Für den späten Ausgleich musste aber wieder der Torjäger zum Dienst her. 16 Liga-Treffer hat Lewandowski nun auf dem Saisonkonto.

Trotz leerer "Süd": BVB ohne Mühe gegen Wolfsburg

"Das sind schreckliche Bilder. Ich gucke da gar nicht mehr hin", sagte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg bei "Sky" und meinte die leere Südtribüne . Einer, der vor der "Gelben Wand" so einige Erfolge feierte, ist der jetzige Wolfsburger Blaszczykowski, dessen offizielle Verabschiedung vor dem Anpfiff nachgeholt wurde. BVB-Kapitän Schmelzer gewann die Seitenwahl - und entschied sich, anders als sonst, in der ersten Hälfte auf die (gesperrte) "Süd" zu spielen.

Südtribüne

Bleibt heute leer: Die Dortmunder Südtribüne. Getty Images

Wie beim unnötigen 0:1 in Lissabon in der Champions League ließ die Chancenverwertung der überlegenen Dortmunder zu wünschen übrig: Aubameyang, Reus und Dembelé vergaben. So musste ein Eigentor von Bruma (20.) für die Führung her - Piszczek hatte den Ball im Spiel gehalten. Und der Pole war auch nach der Pause im Fokus: Erst erzielte er per Kopf sein fünftes Saisontor (48.), dann bereitete er Dembelés Treffer zum 3:0-Endstand vor (59.). Der Sieg hätte gegen schwache Wolfsburger auch noch höher ausfallen können.

Auswärtssiege für Bremen und Ingolstadt

Bremens Trainer Alexander Nouri, dessen Team im Jahr 2017 noch nicht gepunktet hatte, stand vor dem Gastspiel in Mainz mächtig unter Druck. Doch sein Team gab bei den heimstarken Rheinhessen (nur zwei Niederlagen zu Hause) ein eindrucksvolles Lebenszeichen ab: Gnabry (16.) besorgte die Führung, Delaney - der später verletzt raus musste - legte mit einem sehenswerten Freistoßtreffer nach (23.). Auch dank einiger starken Paraden des umstrittenen Werder-Torhüters Wiedwald hielt die oft so anfällige Bremer Abwehr diesmal dicht. Ein Auswärtssieg, der den Druck auf Nouri zumindest vorerst ein wenig verringert. Gegen Wolfsburg fehlt Kapitän Fritz allerdings nach der fünften Gelben Karte.

Der Erfolg war für die Bremer ohnehin bitter nötig, denn auch der direkte Konkurrent FC Ingolstadt punktete auswärts in Frankfurt dreifach. In einer hitzigen Partie mit vielen strittigen Entscheidungen ging der FCI nach einer (unberechtigten) Ecke durch Bregerie in Führung (26.). Nach Rot gegen SGE-Verteidiger Abraham, der Lezcano mit gestrecktem Bein im Bauch traf, spielten die Gäste zudem in Überzahl (35.). Dennoch bot sich dem Tabellendritten nach der Pause die große Chance zum Ausgleich: Hasebe scheiterte in der 56. Minute jedoch sowohl mit seinem Elfmeter (an Hansen) als auch mit seinem Nachschuss (an der Latte). Der FCI machte es besser: Groß verwandelte, nachdem Hector Leckie gefoult hatte. Auch der Australier handelte sich noch die Rote Karte ein (81.). An der ersten Frankfurter Heimniederlage 2016/17 änderte das nichts mehr.

Kramaric trifft doppelt - Darmstadts Rückstand wird größer

Für Darmstadt wird die Lage am Tabellenende nach den Erfolgen der Konkurrenz immer bedrohlicher: Nach dem 0:2 bei 1899 Hoffenheim beträgt der Rückstand der Lilien, bei denen Rosenthal früh verletzt raus musste, auf Platz 16 bereits sieben Punkte. Die zu Hause weiterhin ungeschlagenen Hoffenheimer verdienten sich den Sieg durch eine deutliche Leistungssteigerung nach der Pause. Beide Treffer gingen auf das Konto des eingewechselten Kramaric (64./90.+3). Netter Fakt am Rande: Die Darmstädter Startelf war laut "Opta" im Schnitt älter (29 Jahre, 224 Tage) als 1899-Coach Julian Nagelsmann (29 Jahre, 210 Tage).

HSV trotzt den Ausfällen: Hunt hat sogar den Sieg auf dem Fuß

Schwolow pariert Hunts Elfmeter

Spätes Drama in Hamburg: Schwolow pariert Hunts Elfmeter kurz vor Schluss. Getty Images

Nicht leichter wird die Lage für Darmstadt auch durch den Aufschwung des HSV. Nach den Siegen gegen Leverkusen und in Leipzig punkteten die Hamburger auch beim 2:2 gegen Freiburg. Und das trotz personeller Rückschläge: Auf Müller (muskuläre Probleme) und Wood (Oberschenkelprobleme beim Aufwärmen) musste Trainer Gisdol von Beginn an verzichten, in der ersten Hälfte fiel noch Papadopoulos (Schulterprobleme) aus. Dennoch legten die Hamburger zweimal vor: Hunt und Joker Gregoritsch brachten die Rothosen jeweils in Front, Philipp und Grifo gaben die passenden Antworten. In der Schlussphase hatte Hunt die große Chance auf den Siegtreffer: Nachdem er selbst zu Fall gekommen war, trat er zum Foulelfmeter an, schob Schwolow den Ball aber förmlich in die Arme (88.), so dass es beim 2:2 blieb. Der HSV hat damit einen Punkt Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Bellarabi macht bei Leverkusens Sieg die 50.000 voll

Karim Bellarabi

Gleich schlägt's ein: Karim Bellarabi trifft zum 1:0 gegen Augsburg. imago

Bayer Leverkusen verdiente sich am Freitag einen 3:1-Sieg über den FC Augsburg. Ohne den gelbgesperrten Toprak, der von Dragovic vertreten wurde, ließen die Rheinländer zwar Chancen zu, die im ersten Durchgang Koo ausließ (18., 33.). Doch Leverkusen zeigte sich effizienter im Abschluss: Durch eine schöne Kombination wurde Bellarabi freigespielt, der aus kurzer Distanz für das 1:0 sorgte - und damit nach offizieller DFL-Zählung das 50.000. Tor der Bundesliga-Geschichte erzielte . Der nächste Treffer folgte bald, Chicharito legte in der 40. Minute das 2:0 nach, Vorlagengeber Bender musste kurz darauf angeschlagen vom Platz. Im zweiten Durchgang bäumte sich Augsburg noch einmal auf: Nachdem Bobadilla einen Hochkaräter vergeben hatte, gelang Kohr der Anschlusstreffer (60.). Doch die Ernüchterung folgte bald: Nur fünf Minuten später sorgte Chicharito für das 3:1, wie schon beim 1:0 bereitete Havertz stark vor. Das Ergebnis brachte Leverkusen sicher über die Zeit und schiebt sich mit dem zweiten Sieg in Folge wieder etwas weiter oben heran.

ski/las/nik