Bundesliga

Kölns Tor-Flut mit einem faden Beigeschmack

Standpauke statt Pfiffe für Darmstadt

Kölns Tor-Flut mit einem faden Beigeschmack

Yuya Osako

Kölns Doppelpacker Yuya Osako hatte großen Anteil am 6:1-Sieg in Darmstadt. Getty Images

Frings: "Wir sind auseinandergebrochen"

Das Ende ihrer Torlos-Serie hatten sich die Lilien anders vorgestellt. Eine halbe Stunde hielt der SV 98 mit Köln mit, dann lenkte Kapitän Aytac Sulu den Ball unglücklich ins eigene Tor (32.). "Das Eigentor hat uns das Genick gebrochen. Wir sind als Mannschaft noch nicht so gefestigt, dass wir so etwas wegstecken können", gestand Darmstadts Trainer Torsten Frings hinterher und räumte ein: "Wir sind auseinandergebrochen und unser Defensivverhalten hat nicht gestimmt. Generell haben wir es Köln viel zu einfach gemacht."

1. FC Köln - Vereinsdaten

Gründungsdatum

13.02.1948

Vereinsfarben

Rot-Weiß

SV Darmstadt 98 - Vereinsdaten

Gründungsdatum

22.05.1898

Vereinsfarben

Blau-Weiß

Trainersteckbrief Stöger
Stöger

Stöger Peter

Trainersteckbrief Frings
Frings

Frings Torsten

Spielersteckbrief Modeste
Modeste

Modeste Anthony

Narrenfreiheit für Köln

Eine Einschätzung, die zutraf, denn fortan hatte der FC im gegnerischen Strafraum Narrenfreiheit: Yuya Osako (37., 72.), Anthony Modeste (42.), Milos Jojic (85.) und Artjoms Rudnevs (89.) waren bei ihren Treffern komplett ungedeckt. "Wir haben uns vorgenommen, das Spiel anzunehmen, und wir wussten, dass es kampfbetont werden wird. Wir haben die richtigen Lösungen gefunden, das erste Tor hat uns Ruhe gegeben. Die Marschroute war, weiter Druck zu machen und selbst aktiv zu sein", erklärte FC-Trainer Peter Stöger hinterher.

Das erste halbe Duzend seit 27 Jahren

Spielbericht

Die Geißböcke zeigten sich eiskalt und entfesselt. Sechs Tore in einem Bundesligaspiel - das gab es für die Domstädter seit 27 Jahren nicht mehr. Damals, im Mai 1999, fegte Köln Waldhof Mannheim mit 6:0 vom Rasen. Nun wurde Darmstadt demontiert. Im Rennen um die internationalen Plätze spricht der FC wieder ein deutliches Wort mit.

Schmadtke: "Es sieht komisch aus, sehr merkwürdig"

Trotz der Freude über das halbe Duzend hatte eine Szene einen faden Beigeschmack. Vier Minuten vor seinem Treffer nämlich war Modeste in eine strittige Szene verwickelt. Im Laufduell mit Sulu holte der Franzose mit dem Arm aus und traf seinen Gegenspieler mit der Faust im Gesicht. Eine eher unnatürliche Bewegung, die den Eindruck einer Tätlichkeit untermauerte. "Es sieht komisch aus, sehr merkwürdig", urteilte selbst Kölns Manager Jörg Schmadtke bei "Sky". "Der Schiedsrichter hat es anders bewertet und weiterlaufen lassen. 'Tony' hat hier viel einstecken und viele Provokationen über sich ergehen lassen müssen. Trotzdem ist das nicht gut." Nun droht dem Top-Torjäger (14 Treffer) eine nachträgliche Sperre.

Schwacher Trost für Sam

Lange Gesichter dagegen in Darmstadt, das neun der seiner letzten zehn Spiele verlor und dabei nur ein einziges Tor erzielte. Dieses besorgte Sidney Sam, der erstmals für die Lilien in der Startelf stand, per Elfmeter (66.). Damit beendete er immerhin eine Negativserie von 600 Minuten ohne eigenen Treffer. Unterm Strich ein sicherlich ein schwacher Trost für das abgeschlagene Tabellenschlusslicht.

Sulu: "Jeder muss einen Rüffel kriegen"

Die Quittung für diese 1:6-Blamage bekamen die Hessen dann nicht von den Fans, die nach dem Schlusspfiff überraschend ruhig blieben und kein Pfeifkonzert veranstalteten, sondern vom Trainer in Form einer lautstarken Standpauke. "So laut muss es auch sein. Jeder muss einen Rüffel kriegen. Das ist auch richtig so", bestätigte Sulu und nahm selbst auch kein Blatt vor den Mund: "Eine unheimlich variable Offensive gegen ein unheimlich schwache Defensivleistung - das war der ausschlaggebende Punkt heute."

cru

Bilder zur Partie SV Darmstadt 98 - 1. FC Köln