Bundesliga

BVB verpasst Sprung auf Platz drei - Freiburg jubelt

Überblick: Gladbach furios - Ernüchterung auf Schalke

BVB verpasst Sprung auf Platz drei - Freiburg jubelt

Freiburgs Haberer trifft per Flachschuss zum 1:0, Berlins Brooks kommt zu spät.

Freiburgs Haberer trifft per Flachschuss zum 1:0, Berlins Brooks kommt zu spät. Getty Images

Schlagabtausch der Joker in der Schlussphase - Freiburg besiegt die Hertha

Im ersten Sonntagsspiel des 18. Spieltags bejubelte der SC Freiburg einen weiteren Heimsieg. Die Breisgauer schlugen die Herthaner mit 2:1 und fuhren damit den insgesamt sechsten Dreier an der Dreisam in dieser Runde ein. Nachdem die ersten halbe Stunde der Partie ein einziges Abtasten war, brachte Skjelbreds Distanzschuss, der knapp vorbeirauschte, etwas Bewegung in die Partie. Sekunden später lag der Ball im Netz der Hauptstädter: Haberer vollstreckte per Flachsschuss. Der zweite Abschnitt begann mit zielstrebigeren Berlinern, doch blieb die Dardai-Elf über weite Strecken zu harmlos in der Offensive, so dass der SC den knappen Vorsprung lange Zeit halten und durch Joker Petersen in der Schlussphase sogar ausbauen konnte. Doch auf der anderen Seite war auch ein Joker heiß - Schieber verkürzte im Gegenzug und machte es nochmal spannend. Am Ergebnis sollte sich aber nichts mehr ändern. Die Alte Dame kassierte damit die zweite Niederlage im neuen Jahr und rutscht auf Platz sechs ab, die Freiburger festigen ihren Platz im Mittelfeld der Tabelle.

Bundesliga - 18. Spieltag
Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
45
2
RB Leipzig
42
3
Eintracht Frankfurt
32
Bundesliga - Torjäger 2016/17
Aubameyang Pierre-Emerick
16
Lewandowski Robert
14
Modeste Anthony
14
Bundesliga - Scorer 2016/17
Aubameyang Pierre-Emerick
17
Lewandowski Robert
17
Modeste Anthony
16
Bundesliga - Topspieler (Tor) 2016/17
Horn Timo
2,44
Jarstein Rune
2,56
Bürki Roman
2,64

Reus-Blitzstart reicht nicht - Latza besorgt Mainzer Punkt

Führungstor: Dortmunds Reus trifft nach 124 Sekunden. imago

Borussia Dortmund verpasste im zweiten Auswärtsspiel im neuen Jahr den zweiten Sieg. Nach dem 2:1 in Bremen am vergangenen Samstag spielte der BVB am Sonntagabend 1:1 in Mainz. Bereits nach 124 Sekunden fiel für die Borussia das Führungstor - Reus war nach Zuspiel von Schürrle für den Blitzstart verantwortlich. Kurz darauf durften auch die Mainzer jubeln, denn Muto traf zum Ausgleich, doch der Japaner wurde fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen. Ansonsten konnten die Rheinhessen aber das Tor von Comebacker Bürki im BVB-Gehäuse kaum in Gefahr bringen. Die Mannschaft von Thomas Tuchel kontrollierte unter den Augen von FSV-Neuzugang Bojan Krkic und dessen Berater Carles Puyol weitestgehend das Geschehen. Allerdings gingen die Schwarz-Gelben nicht zielstrebig auf den zweiten Treffer, so dass die Partie bis zum Schlusspfiff zumindest dem Ergebnis nach offen blieb. Das sollte sich rächen: In der Schlussphase glich Latza per Kopf zum 1:1-Endstand aus. Damit verpasst Dortmund den Sprung auf Platz drei, wo die Borussia zuletzt am 11. Spieltag stand.

Rheinisches Derby: Gladbachs furiose Aufholjagd

Fingerzeig: Gladbachs Lars Stindl (2.v.re) beim Torjubel.

Fingerzeig: Gladbachs Lars Stindl (2.v.re) beim Torjubel. imago

In der Anfangsphase wogte die Partie noch hin und her, beide Mannschaften suchten ihre Chancen. Die aktivere Mannschaft stellte aber Gladbach, das mutig und frech aufspielte, nur den Weg nach vorne zu selten fand. Die Quittung dafür gab es nach 31 Minuten, als Calhanoglus Ecke bei Tah im Zentrum landete und dieser vollstreckte (31.). Kurz darauf das gleiche Spiel: Calhanoglu schlug eine Ecke nach innen, diesmal zu Bellarabi, der für Chicharito auflegte - 2:0 (34.). Gladbach stand vor einem Scherbenhaufen, bewies aber in Häfte zwei große Moral und kam zurück. Angeführt vom agilen Stindl schafften die Borussen den Ausgleich - beide Tore gingen dabei auf die Kappe von Stindl (52., 58.). Die Gladbacher hatten Lunte gerochen, während Bayer immer mehr den Faden verlor. Als dann Raffael nach feinem Pass von Kramer Tah austanzte und auf 3:2 stellte (71.), geriet so manch ein Gladbacher-Fan in ein Delirium vor Glückseligkeit ob der Tatsache, dass die Fohlen in nur einem Auswärtsspiel genauso viele Treffer erzielt hatten wie in allen anderen Partien auf fremdem Platz zusammen. Der erste Auswärtsdreier 2016/17 war dann noch das Sahnehäubchen.

Leipzig gewinnt Verfolgerduell

Zweiter gegen Dritter: Am Samstagnachmittag stieg das Verfolgerduell zwischen Leipzig und Hoffenheim. Und das Spiel bot, was es versprach: Tempo, Kombinationen, Torchancen - alles dabei. Den besseren Start erwischten die Kraichgauer, die nach 18 Minuten überlegene Sachsen schulbuchmäßig auskonterten: Amiri vollstreckte. RB drängte danach mit aller Macht auf den Ausgleich und belohnte sich noch vor der Halbzeit, als Werner den Ball an Baumann vorbei ins Tor spitzelte - 1:1 (38.).

Weiter im Aufwinde: Marcel Sabitzer und RB Leipzig.

Weiter im Aufwinde: Marcel Sabitzer und RB Leipzig. imago

Auch danach blieb es ein hochinteressantes Duell, das seinen Knackpunkt nach einer Stunde hatte: Wagner sah nach einem harten Foul an Ilsanker die Rote Karte. In Unterzahl geriet 1899 zusehends unter Druck und hielt diesem letztlich nicht Stand. Sabitzer nahm im Mittelfeld Tempo auf, zog an und Schär fälschte noch unglücklich ab (77.). Das 2:1 brachte RB anschließend über die Runden. Die Sachsen bleiben damit zu Hause weiterhin ungeschlagen (8/1/0), während Hoffenheim die erste Saisonniederlage schlucken musste.

Bayern stellt Vereinsrekord auf

Ein echter Bundesliga-Klassiker stand in Bremen an: Der FC Bayern kam zu Besuch. Es war das 101. Aufeinandertreffen dieser beiden Klubs. In den vergangenen Jahren hatten die Hanseaten aber nichts zu lachen, kassierten zwölf Niederlagen in Folge. Und auch diesmal war Werder machtlos. Mit 1:2 unterlagen die Grün-Weißen dem Rekordmeister. Dabei hatte Werder durchaus engagiert begonnen und mutig gespielt, doch vorne fehlte die Durchschlagskraft. Pech hatte Pizarro, der früh verletzungsbedingt runter musste (19.). Von draußen musste der Peruaner miterleben, wie die Bayern dank ihrer individuellen Klasse die Weichen auf Sieg stellten: Ein Ribery-Zuspiel veredelte Robben gekonnt zur Führung (31.), ehe Alaba sehenswert per Freistoß traf und noch vor der Halbzeit die Luft aus der Partie nahm (45.+1). Kruse schaffte zwar noch den Anschlusstreffer zum 1:2 (53.). Die Münchner ließen sich den Sieg jedoch nicht mehr aus der Hand nehmen, feierten den 13. Erfolg in Serie über Bremen und stellten so einen neuen Vereinsrekord auf.

Gisdol beweist kein glückliches Händchen

Hoch und Tief: Während die Ingolstädter jubeln, ist Hamburgs Bobby Wood (Mi.) bedient.

Hoch und Tief: Während die Ingolstädter jubeln, ist Hamburgs Bobby Wood (Mi.) bedient. imago

In Ingolstadt trafen sich der FCI und Hamburg zum Kellerkracher. "Das ist ein direktes Duell, es spricht für sich. Es wird eine heiße Partie werden - hoffentlich mit dem richtigen Ergebnis für uns", meinte FCI-Linksverteidiger Suttner vor dem Spiel. Und sein Wunsch ging in Erfüllung, auch weil er selbst in der 22. Minuten per Freistoß traf. Suttners Treffer war bereits das 2:0, zuvor hatte schon Groß die Schanzer mit einem Treffer der Marke "Tor des Monats" in Führung gebracht (14.). Die Führung des FCI war völlig verdient, da der HSV offensiv über weite Strecken harmlos war und sich hinten immer wieder wackelig gezeigt hatte. Gisdol reagierte auf die schwache Darbietung mit einem Doppelwechsel zum Wiederanpfiff. Doch der Schuss ging nach hinten los, denn ausgerechnet Joker Diekmeier verursachte durch eine stümperhafte Aktion direkt einen Strafstoß gegen Groß. Cohen trat an und vollstreckte sicher zum 3:0 (47.). Damit war die Messe in Ingolstadt gelesen, und der FCI durfte den ersten Sieg über den HSV in seiner Bundesliga-Geschichte feiern (1/2/1).

Sakais sehenswerter Distanzschuss zum 1:3-Endstand war letztlich nicht mehr als Ergebniskosmetik (63.). Einen Wermutstropfen gab es dann aber doch, denn Leckie musste noch in Hälfte eins verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Wie FCI-Trainer Maik Walpurgis nach dem Spiel bekannt gab, erlitt der Angreifer eine starke Prellung am linken Wadenbein. Bei den Schanzern ist man aber zuversichtlich, dass er am kommenden Wochenende wieder spielen kann.

Augsburger Wende in Wolfsburg

Der VfL Wolfsburg hatte nach drei Siegen in Serie die Wende zum Besseren eingeleitet und legte auch gegen den FC Augsburg einen guten Start hin: Bereits nach vier Minuten stand Gomez bei einer Malli-Flanke richtig und drückte den Ball zur frühen Führung in die Maschen. Diese hätte aber nicht zählen dürfen, da der Nationalstürmer im Abseits gestanden hatte. Pech für den FCA, der allerdings nach 25 Minute Glück hatte, als Benaglio einen scharfen Rückpass von Luiz Gustavo nur unzureichend klärte und nur Halil Altintop anschoss. Von dessen Kopf prallte die Kugel an die Latte und dann wieder zurück vor die Füße des Türken, der dann nur einschob - 1:1. In der Folge war es ein offenes Spiel zweier Mannschaften, die beide ihre Schwächen hatten. Nach dem Seitenwechsel wendeten die bayerischen Schwaben das Blatt, als Debütant Framberger Kohr bediente, der aus fünf Metern einnetzte (69.). Danach zog sich der FCA mehr und mehr zurück, brachte den Dreier über die Zeit und beendete so den eigenen Negativtrend von zuvor drei sieglosen Spielen in Folge.

Kölner Schützenfest in Darmstadt

Nach 601 torlosen Minuten durfte Ligaschlusslicht Darmstadt gegen Köln endlich mal wieder einen Treffer verbuchen. Sam beendete die Misere mit einem verwandelten Foulelfmeter in der 66. Minute. Große Freude darüber kam bei den Lilien aber nicht auf, denn zu diesem Zeitpunkt hatten die Kölner dank eines Eigentors von Sulu (32.), Osako (37.) und Modeste (42.) bereits komfortabel in Führung gelegen. Das Problem der Lilien war, dass sie zwar anfangs noch ordentlich mitgehalten hatten, nach aber binnen kurzer Zeit auseinandergefallen waren und zudem auch Pech hatten, das ein Modestes Schlag gegen Sulu in der 38. Minute ungestraft blieb. Es lief einfach alles nach Plan für die Geißböcke, die nach weiteren Treffern von Osako (72.) und den eingewechselten Jojic (85.) sowie Rudnevs (89.) ein klares 6:1 feierten und damit nach vier vergeblichen Anläufen mal wieder drei Punkte einfuhren.

Frankfurt beendet die Sieglos-Serie auf Schalke

Zur Stelle: Alex Meier erzielt den Siegtreffer für Frankfurt.

Zur Stelle: Alex Meier erzielt den Siegtreffer für Frankfurt. imago

Die Bundesliga-Rückrunde startete am Freitagabend auf Schalke: mit einer Enttäuschung für die Königsblauen - 0:1 gegen giftige Frankfurter. Nach dem dürftigen Auftritt gegen Ingolstadt (1:0) präsentierte sich die Elf von Trainer Markus Weinzierl auch gegen die Eintracht nicht von ihrer besten Seite. Burgstaller sorgte zwar zweimal für Aufregung vor dem Gehäuse der Hessen (5., 24.), ein simpler Freistoßtrick führte dann aber zum 0:1 durch Meier (33.). Frankfurt stand kompakt, Schalke agierte ideenlos. Daran änderte sich auch im zweiten Durchgang nicht viel. Zwar verstärkten die Knappen ihre Bemühungen, Burgstaller näherte sich auch dreimal gefährlich an (54., 55., 70.), doch insgesamt war zu wenig Zug zum Tor im Spiel der Schalker. Die Eintracht agierte lauf- und zweikampfstark, meldete sich zwischendrin durch Meier (67.) und fuhr am Ende erstmals seit 1999 und 13 sieglosen Spielen mit einem Dreier aus Gelsenkirchen heim. Zudem vermied Frankfurt das 2500. Bundesliga-Gegentor.

kon