Bundesliga

Videobeweis: Eine der gravierendsten Änderungen aller Zeiten

Neue Regel ermöglicht vierte Auswechslung

Videobeweis: Eine der gravierendsten Änderungen aller Zeiten

Monitor am Spielfeldrand: Der Videobeweis wurde bei der Klub-WM Mitte Dezember getestet.

Monitor am Spielfeldrand: Der Videobeweis wurde bei der Klub-WM Mitte Dezember getestet. imago

Zum einen dadurch, dass eben der Videoassistent den Unparteiischen auf einen möglichen Fehler aufmerksam macht. Der Referee auf dem Platz soll aber auch die Möglichkeit haben, sich eine Szene auf einem nahe der Seitenauslinie platzierten Monitor aus eigenem Antrieb selbst anzuschauen. Die letztendliche Entscheidungsgewalt liegt bei beiden Wegen weiterhin bei ihm.

Angeschaut und eventuell nachträglich korrigiert werden können aber nur vier Themenbereiche: Torerzielung, Elfmeterentscheidungen, Rote Karten und Spielerverwechslungen bei persönlichen Strafen, also Gelb und Rot. Einer der großen Aufreger der Hinrunde wird also nicht erfasst: Der Platzverweis für Marco Reus beim Spiel in Hoffenheim, den sogar TSG-Trainer Julian Nagelsmann öffentlich als Fehler einordnete. Der Dortmunder hatte Gelb-Rot gesehen, und die Möglichkeit einer Korrektur gibt es nur bei einer Roten Karte.

Das IFAB (International Football Association Board) verlangt von allen Beteiligten eine gewisse Anzahl an "Trockenübungen", bis der TV-Beweis in der Realität zur Anwendung kommen kann. In den USA und den Niederlanden ist dies seit Beginn dieses Jahres der Fall, bei der Klub-WM im Dezember 2016 wurde bereits nach einer korrigierten Entscheidung ein Elfmetertor erzielt. Aber noch ist nichts endgültig. Das neue Verfahren befindet sich nach wie vor weltweit in der Testphase. Erst bei seiner turnusmäßigen Sitzung im März 2018 will das IFAB entscheiden, ob und in welcher Form der Videobeweis offiziell eingeführt wird.

Vierte Auswechslung bei Verlängerung

Im Vorjahr hatten die traditionell vorsichtigen Gralshüter der Regeln vom IFAB die mengenmäßig größte Änderung ihrer Durchführungsbestimmungen seit vielen Jahrzehnten beschlossen. Da es aber in weiten Teilen nicht um inhaltliche, sondern um grafische und rein textliche Modifikationen ging, schlug auf den Fußballfeldern dieser Welt eigentlich nur durch, dass der Anstoß nicht mehr nach vorne ausgeführt werden muss. Auch 2017 wird es Neuerungen geben, und immer wieder tauchen theoretische Vorschläge auf, die den Schiedsrichtern das Leben erleichtern sollen.

Zeitnah wird zu beobachten sein, dass es bei einer Verlängerung erlaubt ist, einen vierten Spieler auszuwechseln. Das sollte ursprünglich schon in der 2. Runde des DFB-Pokals erlaubt sein, musste aber wegen eines Formfehlers auf das Achtelfinale verschoben werden , das am 7./8. Februar ausgetragen wird.

Thomas Roth