Hertha: Der Slowake ist beschwerdefrei

Duda: Schritt für Schritt näher ans Team

Herthas Offensivspieler Ondrej Duda

Beschwerdefrei nach langer Leidenszeit: Herthas Offensivspieler Ondrej Duda. imago

Der slowakische EM-Teilnehmer, den die Berliner Ende Juli für vier Millionen Euro Ablöse von Legia Warschau verpflichtet und mit einem Kontrakt bis 2021 ausgestattet hatten, arbeitet individuell mit Herthas Athletiktrainer Hendrik Vieth. "Die nächsten zehn bis vierzehn Tage soll er mit Hendrik Vieth die kontrollierten Bewegungen machen", sagt Trainer Pal Dardai. "Dann werden wir sehen, ob er auch die unkontrollierten Bewegungen machen kann."

Geht der Zeitplan auf, steigt der offensive Mittelfeldspieler, der für sein Nationalteam bei der EM 2016 auch im Angriff gespielt und bei Legia öfter den Flügel besetzt hatte, Ende des Monats ins Mannschaftstraining ein. An ein schnelles Bundesliga-Debüt ist angesichts der immensen Ausfallzeit zwar nicht zu denken, aber zumindest mittelfristig könnte der als torgefährlich geltende und variabel einsetzbare Duda Dardais Portfolio erweitern.

Der Coach, der ihn bei der EM im Spiel der Slowakei gegen England (0:0) live beobachtet hatte, schwärmte bei der Verpflichtung: "Einen Spieler dieses Typs hatten wir bisher nicht." Aktuell hält sich Dardai mit zeitlichen Prognosen zurück, generell sagt er: "Ondrej macht einen guten Eindruck und ist eigentlich beschwerdefrei."

Ondrej macht einen guten Eindruck und ist eigentlich beschwerdefrei.

Hertha-Trainer Pal Dardai

Nur wenige Tage nach dem Transfer waren im Sommer Knieprobleme aufgetreten, ein Ödem behinderte Duda über Monate. Eine Vorschädigung bestritten alle am Transfer beteiligten Parteien. Nachdem die konservative Behandlung nicht wie gewünscht anschlug, unterzog sich der Neuzugang Anfang Dezember im Berliner Martin-Luther-Krankenhaus einer Operation. Die brachte offenbar den gewünschten Erfolg.

Als er im Sommer nach Berlin kam - nach zweieinhalb Jahren in Warschau, in denen er zwei Meistertitel und zwei Pokalsiege mit Legia eingefahren hatte -, sagte Duda: "Ich bin gekommen, um Hertha zu helfen." Das konnte er bisher nicht. Aber jetzt schimmert nach niederschmetternden ersten sechs Monaten immerhin Licht am Horizont.

Steffen Rohr

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