Arsenal siegt 4:0 beim neuen Schlusslicht Swansea

Chelsea vermisst Costa nicht - Carroll traumhaft

Marcos Alonso

Matchwinner in Leicester: Chelseas Marcos Alonso (Mi.) traf beim Meister doppelt. picture alliance

Der amtierende Meister gegen den kommenden? Ganz so weit ist es noch nicht, doch Chelsea erledigte sich der Auswärtsaufgabe Leicester in souveräner Manier und gab damit eine gute Antwort auf die 0:2-Pleite bei den Spurs. Und das ohne Costa, der nach einem angeblichen Disput mit Trainer Antonio Conte nicht im Kader stand . Wie schon am Boxing Day gegen Bournemouth (3:0) ließ sich Chelsea das Fehlen seines Toptorjägers (14 Treffer) kaum anmerken. Den Blues kam natürlich zu Gute, dass Marcos Alonso nach Pass von Hazard früh das 1:0 markierte (6.).

Gegen offensiv ideenlose Foxes, deren einziges Mittel lange Bälle auf Vardy zu sein schien, geriet Chelsea danach kaum in Gefahr. Nach dem Wechsel traf Alonso erneut nach sechs Minuten (51.), ehe Pedro für die Entscheidung sorgte (71.). Die Londoner liegen damit sieben Punkte vor Tottenham, das am Samstagmittag 4:0 gegen West Bromwich Albion gewann , und vorerst acht vor dem FC Liverpool, der am Sonntag im Klassiker bei Manchester United antritt .

Premier League - 21. Spieltag
Premier League - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
FC Chelsea
52
2
Tottenham Hotspur
45
3
FC Liverpool
45
Premier League - Torjäger 2016/17
Diego Costa
14
Ibrahimovic Zlatan
14
Sanchez Alexis
14

Und das Thema Costa? Das versuchte man bei Chelsea herunterzuspielen. Der Spanier, dem ein lukratives Angebot aus China vorliegen soll, habe aufgrund von Rückenbeschwerden nicht im Aufgebot gestanden, betonte Conte. Der Italiener auf die Nachfrage, ob Costa im nächsten Spiel zum Einsatz kommen würde, wenn er fit wäre: "Ich weiß es nicht. Das werden wir nächste Woche sehen." Fortsetzung dürfte folgen.

Arsenal siegt klar - Giroud verletzt - Sanchez schmollt - Swansea hadert

Alexis Sanchez

Traf zum 4:0 in Swansea: Arsenals Alexis Sanchez. imago

Nach einer ausgeglichenen Anfangsphase, in der sich die kreative Offensivreihe um Iwobi, Özil und Sanchez mehrmals die Zähne an der kompakten Defensive Swanseas ausbiss, jubelten die Gunners letztlich viermal im Liberty Stadium. Dabei profitierten die Londoner, bei denen Özil eine unaufällige, aber solide Leistung bot, jeweils von individuellen Fehlern der Heimmannschaft. Der erste unterlief Verteidiger Mawson, der in der ersten Hälfte einen Özil-Kopfball unfreiwillig vor die Füße von Giroud lenkte und dem Franzosen damit das 1:0 auflegte (37.). Nach zwei Eigentoren von Cork (54.) und Naughton (67.), die jeweils eine Iwobi-Hereingabe abfälschten, nutzte Sanchez die ungewollte Vorlage von Swanseas Routledge zum 4:0 (73.). "Wir hatten Glück bei den Toren, aber haben diese Chancen auch bekommen", sagte Wenger nach dem Spiel. Glück hatten die Gäste auch, dass Koscielnys Einsteigen gegen Ki im Strafraum nicht geahndet wurde (43.).

Anders als sein Kollege Paul Clement ("Es war ein klarer Elfmeter") hielt sich Wenger aber mit anderen Themen abseits des Spielgeschehens auf: Giroud hatte sich kurz vor seinem Tor verletzt, deutete sofort eine Auswechslung an, hielt aber noch bis zur 60. Minute durch. "Er hat eine Knöchelverletzung erlitten", sagte Wenger, ohne nähere Details zu nennen. Schonen wollte der Franzose auch Alexis Sanchez, was dem Chilenen aber gar nicht schmeckte: Nach seiner Auswechslung in der 79. Minute saß er mit ins Gesicht gezogener Kapuze schmollend neben der Ersatzbank und hatte schon auf dem Feld deutlich gemacht, was er von seiner Herausnahme hielt. "Er ist nicht verletzt und wollte einfach auf dem Feld bleiben. Ich wollte kein Risiko eingehen", so Wenger.

Hull gibt Rote Laterne ab - Carroll bewirbt sich für "Tor des Jahres"

Swansea rutschte durch die Niederlage auf den letzten Platz ab, da das bisherige Schlusslicht Hull City im zweiten Spiel unter dem neuen Coach Marco Silva den zweiten Sieg einfuhr. Beim 3:1 gegen Bournemouth traf der Uruguayer Hernandez bei seinem ersten Startelfeinsatz seit Anfang November doppelt. Hull zieht auch am AFC Sunderland vorbei, der gegen Stoke City eine 1:3-Heimpleite kassierte. Der frühere Bremer Arnautovic stellte die Weichen für die Gäste schon in der ersten Hälfte mit zwei Treffern auf Sieg.

Andy Carroll

Flugstunde: Andy Carroll reichte am Samstag seine Bewerbung für das "Tor des Jahres" ein. Getty Images

Mkhitaryan und Giroud hatten ihre eindrucksvollen Bewerbungen für das schönste Tor der Saison unlängst abgegeben, auch Andy Carroll warf seinen Hut am Samstag in den Ring. Bei West Hams 3:0-Erfolg gegen Crystal Palace traf der Angreifer mit einem fantastischen Scherenschlag in den Winkel zum 2:0. "Ich versuche das im Training oft, aber es klappt nie", meinte Carroll. Sein Trainer Slaven Bilic gestand: "Wenn er das im Training probiert, werde ich immer ein bisschen verrückt." Es war ein wichtiger Sieg für die Hammers nach einer schwierigen Woche mit dem Theater um ihren abwanderungswilligen Star Payet . Bemerkenswert: Antonio bereitete alle drei Treffer der Gastgeber vor.

Bartons unglaubliches Comeback: Burnley steht Kopf!

Eine verrückte Story trug sich in Burnley zu: Enfant Terrible Barton, nach dem Aufstieg im Sommer zu den Glasgow Rangers gewechselt und von dort nach neuen Skandalen zurückgekehrt, wurde in der 73. Minute eingewechselt. Fünf Minuten später sorgte er per Freistoß für den 1:0-Sieg gegen den FC Southampton.

pau/ski