Bremen: Manager Baumann will den Kader weiter verschlanken

Petsos: Ein anderer Weg als Diagne

Thy Petsos, Junuzovic

Lennart Thy (hi.) ist weg, Thanos Petsos (M., im Duell mit Zlatko Junuzovic) will sich in Bremen durchbeißen. imago

Aus dem Bremer Trainingslager in Alhaurin El Grande berichtet Hans-Günter Klemm

Endgültig Bilanz ziehen möchte Manager Baumann erst am 1. Februar, wenn das Transferfenster geschlossen ist. Bis dahin könne noch viel passieren, sagt er. "Gewohnheitsgemäß tut sich gerade im Winter recht viel am Ende der Transferzeit."

Drei Spieler hat Werder schon abgeben können, somit den Posten Gehaltskosten ein bisschen entschärfen können. Der letzte Abgang: Fallou Diagne kehrt zurück zu seinem "Heimatverein" FC Metz, wo er groß geworden ist. Leihe bis 2018 befristet, mit vereinbarter Kaufoption, die sowohl im Sommer 2017 als auch 2018 greift. Dem Vernehmen nach soll Werder dafür eine Gebühr von 400 000 Euro erhalten.

Wir haben Diagne für Alejandro Galvez geholt. Es hat nicht geklappt. Für mich ist er dennoch kein kompletter Fehleinkauf.

Frank Baumann

"Eine sinnvolle Lösung für alle Seiten", betont Baumann zum Fall Diagne, der ursprünglich nicht nach Frankreich zurück, sondern in Deutschland bleiben wollte. Diagne ist ein Opfer der Entwicklung bei Werder und des frühen Trainerwechsels. Im Sommer kamen vier neue Innenverteidiger zu Werder, die geholten Lamine Sané und Niklas Moisander, dazu der Heimkehrer Luca Caldirola (aus Darn-stadt). Nicht alle hätten spielen können, meint Baumann, der diesen Transfer für die Ablöse von 1,5 Millionen Euro zu verantworten hat. Zudem habe Alexander Nouri, der Skripnik-Nachfolger, andere Ideen auf dieser Position gehabt. Baumann weiter: "Wir haben Diagne für Alejandro Galvez geholt. Es hat nicht geklappt. Für mich ist er dennoch kein kompletter Fehleinkauf."

Wer wird als nächstes Werder verlassen?

Thanos Petsos wird es, Stand heute, wohl kaum sein. Es gibt zwar Interessenten für den Griechen, doch dieser hat bisher nicht die Bereitschaft erkennen lassen, den Verein zu verlassen. Petsos will bleiben. Bis auf weiteres, so Baumann, zählt er zum Aufgebot der U 23. Der Nationalspieler will seinen Vertrag in der 3. Liga aussitzen.

Eher könnte Janek Sternberg der nächste Akteur sein, der woanders sein Glück versucht. Ferencvaros Budapest, wo Thomas Doll trainiert und der Ex-Kollege Oliver Hüsing spielt, ist interessiert. "Doch auch andere Vereine aus dem Ausland oder aus der 2. Liga in Deutschland", sagt Baumann, der noch drei weitere Profis auf der Abgabenliste hat: Die beiden aussortierten Raphael Wolf und Melvyn Lorenzen sowie der erst vor einem Jahr geholte Sambou Yatabaré. Dieser spielt nun den Afrika-Cup, kann sich dort für Interessenten empfehlen. Doch auch der Abwehrspieler aus Mali zögert, wartet auf ein lukratives Angebot. Baumann: "Es ist legitim, wie er sich verhält. Wir müssen abwarten."