Bundesliga

"Büffel" Ordonez gerät ins Staunen

Frankfurt: "Eine ganz andere Hausnummer"

"Büffel" Ordonez gerät ins Staunen

"Ich freue mich, das Abenteuer anzupacken": Frankfurts Neuzugang Andersson Ordonez.

"Ich freue mich, das Abenteuer anzupacken": Frankfurts Neuzugang Andersson Ordonez. imago

Aus Frankfurts Trainingslager in Abu Dhabi berichtet Julian Franzke

Der Kontrast könnte größer kaum sein. Ordonez ist nicht nur 1,86 Meter groß, er verfügt auch über eine ziemlich kräftige Statur. Sportvorstand Fredi Bobic nennt ihn anerkennend einen "Büffel". Als der Neuzugang am Samstagmittag am Rande des Trainingsplatzes über seinen Wechsel sprach, tat er das jedoch mit einer ungewöhnlich leisen, ruhigen, fast schüchternen Stimme. Auf dem Platz soll der Ecuadorianer freilich kein Leisetreter sein. Chefscout Ben Manga fiel der kantige Verteidiger vor Jahren schon als Juniorennationalspieler auf, damals arbeitete er mit Fredi Bobic noch zusammen in Stuttgart. Nun war die Gelegenheit für einen Transfer günstig. "Wir hatten ihn seit Mai, Juni im Blick. Im Sommer wäre eine Verpflichtung noch nicht möglich gewesen, uns war es aber auch lieber, dass er in Guayaquil noch mal ein halbes Jahr durchspielt", erklärt Bobic, "jetzt war die Situation viel klarer, auch von der Ablöseforderung her."

Spielersteckbrief Andersson Ordonez
Andersson Ordonez

Ordonez Valdez Andersson Rafael

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Bobic sieht "perspektivische Geschichte"

Wunderdinge sollte von Ordonez in der ersten Zeit keiner erwarten. Der 22-Jährige soll Zeit bekommen, um sich zu akklimatisieren. Mit Jesus Vallejo, David Abraham, Michael Hector, Makoto Hasebe und dem wiedergenesenen Marco Russ herrscht im Abwehrzentrum derzeit ohnehin kein Notstand. Statt ihm den Rucksack voll mit Steinen zu packen, betont Bobic: "Das ist eine perspektivische Geschichte. Von ihm erwarte ich nicht, dass er gleich im ersten Spiel dabei ist und Bäume ausreißt."

Hier wird auf eine sehr beeindruckende Art und Weise gearbeitet, das ist etwas völlig anderes als in Ecuador.

SGE-Neuzugang Andersson Ordonez

Im Gespräch lässt der Linksfuß durchklingen, dass er Zeit zur Anpassung brauchen wird. "Hier wird auf eine sehr beeindruckende Art und Weise gearbeitet, das ist etwas völlig anderes als in Ecuador. Allein die Intensität ist eine ganz andere Hausnummer, es wird sehr unterschiedlich gearbeitet", erzählt Ordonez. Wegen kleinerer Probleme konnte er das Training in Abu Dhabi bisher nicht voll durchziehen, auch am späten Samstagnachmittag war er nicht auf dem Platz zu sehen. Über seine Qualitäten kann man daher noch keine seriöse Einschätzung abgeben. Er selbst nennt Schnelligkeit, Technik und Luftzweikämpfe als seine Qualitäten.

Fabian hilft bei der Integration

Das Hotelzimmer teilt er mit dem Mexikaner Marco Fabian, was ihm die Integration erleichtern dürfte. Schließlich sprechen beide nicht nur die gleiche Muttersprache Spanisch, Fabian hat binnen eines Jahres auch bereits erstaunlich gut Deutsch gelernt und kann beim Übersetzen helfen. "Ich möchte, dass die Integration schnellstmöglich vorangeht", sagt Ordonez. Natürlich will er sich ebenso rasch einen Platz in der Mannschaft erkämpfen. Duelle mit Top-Stars wie Robert Lewandowski oder Pierre-Emerick Aubameyang seien "tolle Herausforderungen". Über die Bundesliga hofft er außerdem, den Sprung in die A-Nationalmannschaft zu packen: "Natürlich hat jeder Spieler den Wunsch, mal für sein Land aufzulaufen, das ist bei mir nicht anders."

In Frankfurt wird er vorerst allein leben. Seine Lebensgefährtin und die erst vier Monate alte Tochter sollen nach einer Weile aber nachkommen. Angst vor Heimweh verspürt er nicht. Als er darauf angesprochen wird, entgegnet er: "Ich freue mich, das Abenteuer anzupacken."

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