Handball

Duvnjak, Garralda, Nagy: Das sind die deutschen Gegner

Diese fünf Kontrahenten will das DHB-Team hinter sich lassen

Duvnjak, Garralda, Nagy: Das sind die deutschen Gegner

Der unangefochtene Anführer im ungarischen Team: Linkshänder Laszlo Nagy (#19).

Der unangefochtene Anführer im ungarischen Team: Linkshänder Laszlo Nagy (#19). imago

Sabate und das "leichte" Erbe

Der erste deutsche Gegner am 13. Januar (17.45 Uhr) ist Ungarn . Für den 18-maligen WM-Teilnehmer geht es in Frankreich darum, das eigene Image aufzupolieren. Superstar Laszlo Nagy & Co. verpassten 2015 die Weltmeisterschaft in Katar, waren auch bei den Olympischen Spielen in Brasilien im vergangenen Sommer zum Zuschauen verdammt. Die Magyaren schrammten in der Vergangenheit stets an den Podiumsplätzen vorbei, die WM-Silbermedaille 1986 in der Schweiz bildete da schon die krasse Ausnahme. Nach dem schwer enttäuschenden zwölften Rang bei der Europameisterschaft 2016 in Polen nahm Coach Talant Dushjebaev freiwillig seinen Hut. Dafür war auch das DHB-Team mitverantwortlich, das die Ungarn im ersten Hauptrundenspiel vorführte (29:19). Dushjebaevs Nachfolger Xavi Sabate (gleichzeitig Vereinstrainer in Veszprem) führte die Magyaren zur WM in Frankreich - durch einen Play-off-Sieg gegen Serbien. kicker-Tipp: Auch diesmal dürfte eine Medaille lediglich Wunschtraum bleiben, eine Viertelfinal-Teilnahme wäre schon eine Überraschung.

Deutschland - Die letzten Spiele
Portugal (H)
29
:
27
Tschechien (A)
22
:
26
Kroatien - Die letzten Spiele
Spanien (A)
22
:
20
Norwegen (A)
28
:
29
Ungarn - Die letzten Spiele
Portugal (A)
34
:
26
Schweden (H)
18
:
24
Handball-WM - Vorrunde, 1. Spieltag
Handball-WM - Tabelle - Gruppe C
Pl. Verein Punkte
1
Kroatien
2
2
Chile
2
3
Deutschland
2

Chile: Ein Schritt nach dem anderen

Für den zweiten deutschen Gegner aus Chile (15. Januar, 14.45 Uhr) bedeutet die WM in Frankreich die vierte Endrunden-Teilnahme in Folge. Bei den Südamerikanern bewegt sich fraglos etwas, wenngleich es für die Weltspitze noch viel zu früh ist. Seit der Bronzemedaille 2010 bei den Panamerikameisterschaften haben die Chilenen ihren Fuß auf die Handballkarte gesetzt. Speziell Trainer Mateo Garralda (233-maliger spanischer Nationalspieler) hat einem der Außenseiter der Gruppe C das Siegergen eingeimpft. Bei den Panamerikameisterschaften 2016 drang Chile bis ins Finale vor, wo nur Topfavorit Brasilien, der bei Olympia immerhin auch die deutsche Mannschaft schlug (33:30), eine Nummer zu groß war (24:28). kicker-Tipp: Gut möglich, dass die Chilenen in Frankreich den nächsten Entwicklungsschritt gehen. Das Achtelfinale wäre dennoch eine faustdicke Überraschung.

Treibt seine Chilenen energisch an der Seitenlinie an: Coach Mateo Garralda.

Treibt seine Chilenen energisch an der Seitenlinie an: Coach Mateo Garralda. imago

Kljaic gibt Entwicklungshilfe

Die geringsten Chancen in der Gruppe C werden ohne Frage Saudi-Arabien eingeräumt, das Duell mit dem amtierenden Europameister aus Deutschland dürfte für den Underdog am 17. Januar (17.45 Uhr) schon ein kleines Highlight darstellen. Seit 2012 zeigt die Entwicklungskurve nach oben, seit 2015 hat das Handball-Projekt auch einen prominenten Namen dazugewonnen. Der Kroate Nenad Kljaic (Olympiasieger 1996) will Saudi-Arabien mehr taktische und technische Finesse einimpfen. Im vergangenen Jahr mit erstem Erfolg: Der vierte Rang bei der Asienmeisterschaft 2016 machte den Weg für die WM 2017 frei, nun soll die beste Platzierung der Geschichte (2003 und 2013 je 19.) her. kicker-Tipp: Wird es nicht der letzte Platz in Gruppe C, dürfte Saudi-Arabien bereits ganz zufrieden sein.

Rutenka - und was sonst?

Kein größeres Problem für die deutsche Mannschaft dürfte am 18. Januar (17.45 Uhr) Weißrussland darstellen. Für einen der Underdogs der Gruppe C ist es erst die vierte WM-Teilnahme, ein neunter Rang 1995 war das Optimum. Eines der weißrussischen Probleme: Wegen der lang anhaltenden Erfolglosigkeit des Nationalteams nahmen viele Spieler eine andere Staatsbürgerschaft an. Eines der prominentesten Beispiele: Siarhei Harbok wechselte 2012 zum russischen Nationalteam (und zum Namen Sergei Gorbok). Eigentlich alles bei den Weißrussen steht und fällt mit Superstar Siarhei Rutenka. kicker-Tipp: Um ein Achtelfinal-Ticket wird Weißrussland kämpfen müssen, doch die Runde der letzten 16 sollte drin sein. Spätestens danach dürfte aber Endstation sein.

Losglück, Tagesform und dann ist alles drin

Nichts geht ohne ihn: Kroatiens Spielmacher Domagoj Duvnjak vom THW Kiel.

Nichts geht ohne ihn: Kroatiens Spielmacher Domagoj Duvnjak vom THW Kiel. imago

Um den Gruppensieg wird sich die deutsche Mannschaft am 20. Januar (17.45 Uhr) wohl abschließend mit Kroatien streiten. Beim Mitfavoriten, bei dem etliche Spieler den deutschen Fans ein Begriff sind, sind die Erwartungen mal wieder groß. Der Kieler Domagoj Duvnjak holte mit seiner Mannschaft in Polen die Bronzemedaille – und will auch in Frankreich für Furore sorgen. Bei Olympia in Rio im vergangenen Sommer schlugen die Kroaten in der Vorrunde die späteren Finalisten aus Dänemark und Frankreich, scheiterten völlig überraschend im Viertelfinale an Polen. Bei seiner zwölften WM-Teilnahme will das Team von Coach Zeljko Babic wieder nach einer Medaille greifen. kicker-Tipp: Den Gruppensieg machen wohl die deutsche und die kroatische Nationalmannschaft unter sich aus. Mit ein wenig Glück und der nötigen Tagesform ist den Kroaten alles zuzutrauen.

msc

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