Bundesliga

Eberl über Schuberts Aus: "Die Zahlen sind das eine"

Gladbachs Sportdirektor erklärt den Trainerwechsel

Eberl über Schuberts Aus: "Die Zahlen sind das eine"

Max Eberl (r.) und Andre Schubert

Trainerwechsel sind "nicht in unserer DNA verankert": Max Eberl hat sich trotzdem von Andre Schubert getrennt. imago

In einer Presserunde nahm Eberl zu den brennendsten Fragen nach Andre Schuberts Entlassung Stellung. Der Sportdirektor über...

... die Gründe für Schuberts Aus: "Es ist immer schlecht, wenn man Trainer entlassen muss . Das fällt uns schwer, das ist auch nichts, was in unserer DNA verankert ist. Ich bin kein Trainer-Killer. Es gibt aber einfach Momente, in denen man Entscheidungen fällen muss. Und die haben wir in den letzten Tagen ja schon diskutiert: Wenn man unsere Ergebnisse, die nackten Zahlen sieht, ist es das eine. Aber dann ist da auch die Entwicklung, wie wir gespielt haben. Die Diskrepanz zwischen Heim- und Auswärtsspiel war die ganze Zeit schon da, dann unsere Heimspiele, in denen wir gut gespielt haben, aber zu wenige Punkte gemacht haben, was für mich auch kein Auslöser gewesen wäre zu reagieren. Aber wenn dann auch die Leistungen nicht mehr so sind und man auch eine Mannschaft gestern (beim 1:2 gegen Wolfsburg , d.Red.) gesehen hat, die wirklich verunsichert ist, dann muss man eben am Ende auch einvernehmlich diese Entscheidung fällen."

... den Zeitpunkt der Entlassung: "Die (Entscheidung, d.Red.) haben wir gestern Abend relativ zügig zusammen abschließend besprochen, die haben wir schon die ganze Zeit besprochen gehabt. Das gestrige Spiel hat dann noch mal den letzten Beitrag dazu geleistet, dass wir gestern Abend, heute Morgen gesagt haben, dass wir uns trennen. Wir versuchen das in diesem Verein immer gerecht, ehrlich und transparent abzuwickeln. Gestern war der Tag, an dem alle gespürt haben, das wird's gewesen sein. Auch Andre hat die Situation sehr realistisch eingeschätzt und ein ähnliches Gefühl entwickelt und wollte dem Verein nicht Weg stehen. Wir haben uns nach dem Augsburg-Spiel sehr, sehr intensiv unterhalten und haben gesagt: Sollte nichts Außergewöhnliches passieren gegen Wolfsburg, dann werden wir uns im Winter trennen. Die Mannschaft hat es gestern Abend schon erfahren."

Mo Dahoud hat gestern echt Probleme gehabt, wirklich einfachste Dinge zu klären.

Max Eberl

... die Probleme der jungen Spieler: "Nico Elvedi, der eine fantastische Entwicklung genommen hat, hat gestern gewackelt, ein Mo Dahoud, der vor einem halben Jahr mit vielen Topklubs in der Welt in Verbindung gebracht worden ist, hat gestern echt Probleme gehabt, wirklich einfachste Dinge zu klären. Das ist Fußball, bei jungen Spielern potenziert sich das."

"Keine Revolution, ein neuer Geist"

... die Aufgabe des neuen Trainers: "Wir brauchen jetzt einfach einen Trainer, der den Jungs neue Dinge an die Hand gibt. Das heißt: Wie verteidigen wir? Wie können wir angreifen? Das wird keine grundlegende Revolution sein, es geht darum, mit dem Kader, mit den Möglichkeiten, die wir haben, eine Struktur zu bauen, in der wir erfolgreich Fußball spielen können. Es ist eine neue Ansprache, eine neue Idee, es ist ein neuer Geist, der entstehen wird. Wir werden den Weg weitergehen, den wir für Gladbach als alternativlos ansehen. Jetzt geht es darum, einen Trainer zu finden, der uns die Stabilität wieder zurückbringt, den Jungs wieder Impulse geben kann. Das ist ja das Ominöse bei Trainerwechseln, das hat man ja leidvoll beim FC Augsburg gesehen: Ein Trainer kommt völlig überraschend, sie gewinnen 1:0. Wir werden einen Trainer finden, der unseren Weg mittragen will und mittragen soll. Aber bei aller Strategie ist natürlich erst mal wichtig, Punkte zu holen, dass wir in relativ kurzer Zeit auch wieder in ruhigeren Gefilden der Tabelle stehen."

Das ist einer, der momentan auf dem Markt wäre und bei dem kein anderer Verein sein Veto einlegen könnte.

Max Eberl über Dieter Hecking

... den Zeitplan bei der Verpflichtung des Schubert-Nachfolgers: "Ich habe ja gestern schon angedeutet, dass wir eine Vorbereitung haben. Wir sind ein Verein, der versucht hat, relativ frühzeitig für klare Verhältnisse zu sorgen. Das haben wir jetzt im ersten Schritt getan, und der zweite wird jetzt nicht allzu lange auf sich warten lassen. Es soll in den nächsten Tagen geklärt sein."

... den als Topfavorit gehandelten Dieter Hecking: "Das ist einer, der momentan auf dem Markt wäre und bei dem kein anderer Verein sein Veto einlegen könnte."

...über die Vertragsverlängerung mit Schubert Ende September: "Ich bin von der Idee heute noch so überzeugt wie damals. Wenn wir das nicht gemacht hätten, würden wir seit Oktober jede Woche in solchen Runden stehen mit Fragen: Ist er es noch? Ist er es nicht? Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass Andre Schubert als Trainer einen sehr guten Job bei uns gemacht hat und bei seinem nächsten Verein machen wird."

Am liebsten wäre mir eine Geschichte wie in Dortmund.

Max Eberl

...über Trainerwechsel allgemein: "Trainerentlassungen sind manchmal einfach unabdingbar, wenn eine Mannschaft, auch das hat man in den letzten Wochen gesehen, nicht sicherer wird. Es ist der große Traum eines jeden Sportdirektors, durch so ein Tal durchzugehen, auch Hiebe zu ertragen und dann irgendwann diesen Turnaround zu schaffen. Darauf haben wir gewartet und gehofft, weil wir davon überzeugt waren, dass es möglich ist. Aber die letzten Spiele haben dazu geführt, dass es dann doch in die falsche Richtung gegangen ist und dann musst du als Verein reagieren."

... über die Rückrunde: "Spieler, Trainer, Klub: Alle sind in der Pflicht, Resultate zu bringen, sich auf die Rückrunde vorzubereiten, die ja durchaus Motivation beinhaltet: Wir haben mit Pokal und Europa League noch zwei reizvolle Aufgaben. Wir haben nicht nur die Bundesliga, die es zu klären gilt. Am liebsten wäre mir eine Geschichte wie in Dortmund, den Turnaround im Winter zu schaffen und dann eine richtig gute Rückrunde zu spielen."

jpe

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