Bundesliga

Bestätigt: Gladbach trennt sich von Schubert

Das Aus nach 62 Pflichtspielen

Bestätigt: Gladbach trennt sich von Schubert

Das Aus in Gladbach: Der Trend sprach eindeutig gegen Trainer Andre Schubert.

Das Aus in Gladbach: Der Trend sprach eindeutig gegen Trainer Andre Schubert. imago

Beim 1:2 gegen die Wolfsburger war die Verunsicherung in der Gladbacher Mannschaft mit den Händen zu greifen. Auch Leistungsträger wie Torwart Yann Sommer, Oscar Wendt, Nico Elvedi oder Kapitän Lars Stindl leisteten sich haarsträubende Nervositäten. Schubert war nicht mehr in der Lage, die psychische Blockade bei seinen Spielern zu lösen, seiner Elf wieder eine gewisse Lockerheit zu vermitteln - eine Wende war nicht in Sicht.

Unter dem Strich stand gegen die ebenfalls angeschlagenen Wolfsburger die achte Niederlage in der laufenden Spielzeit. Es war der Schlusspunkt einer Entwicklung, die eine weitere Zusammenarbeit mit Schubert ausschloss. In den letzten elf Pflichtspielen durften die Fohlen nur einmal den Platz als Sieger verlassen - der Trend sprach eindeutig gegen Schubert. "Jeder sieht, wie wir Fußball spielen", sagte ein konsternierte Max Eberl direkt nach der Partie gegen die Niedersachsen.

Wir sind gemeinsam mit Andre zu dem Ergebnis gekommen, dass es für beide Seiten besser ist, unsere Zusammenarbeit jetzt zu beenden.

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl

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Schon im Nachgang des Spiels hatte der Gladbacher Sportdirektor eine Trennung angedeutet. "Wir schlafen jetzt eine Nacht drüber und verkünden dann eine Entscheidung." Am Mittwoch senkten die VfL-Verantwortlichen dann endgültig den Daumen. "Wir haben in den letzten Tagen viele Gespräche geführt und unsere sportliche Entwicklung analysiert und diskutiert und sind gemeinsam mit Andre zu dem Ergebnis gekommen, dass es für beide Seiten besser ist, unsere Zusammenarbeit jetzt zu beenden", kommentierte Eberl den Schritt. "Aus unterschiedlichen Gründen ist die Entwicklung ins Stocken geraten. Mit Blick auf die reizvollen Aufgaben in der Rückrunde haben wir uns entschieden, mit einem anderen Trainer einen Neustart zu machen."

Schubert selbst bedankte sich in einem ersten Statement "für eine großartige Zeit mit tollen Menschen" und führte aus, die Entscheidung sei "nach einvernehmlichen Gesprächen" gefallen. Man sei zu dem Ergebnis gekommen, "dass ein neuer Impuls von außen die richtige Maßnahme sein könnte, um den Klub, der immer wichtiger und größer sein wird als der Einzelne, wieder in die Erfolgsspur zu bringen".

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Schubert hatte die Gladbacher am 21. September 2015 übernommen, nachdem der VfL unter Lucien Favre mit fünf Niederlagen in Folge in die vergangene Saison gestartet war. Der damalige U-23-Trainer stabilisierte die Borussen und führte sie in die Champions League.

In der Königsklasse behaupteten die Gladbacher in der Hammergruppe mit Manchester City und dem FC Barcelona immerhin vor Celtic Glasgow den dritten Platz und treffen in der Zwischenrunde der Europa League auf den AC Florenz. Im DFB-Pokal trifft die Borussia im Achtelfinale auf den Zweitligisten Greuther Fürth.

In 62 Pflichtspielen unter Schubert holte er 28 Siege, 12 Unentschieden und kassierte 22 Niederlagen - dabei erzielten sie 110 Treffer und mussten 90 Gegentore hinnehmen.

Hecking, ein heißer Kandidat

Darüber, wer auf Schubert folgen wird, werde man "zu gegebener Zeit informieren", teilten die Gladbacher am Mittwoch lediglich mit. Wie der kicker bereits am Montag berichtete, gehört Dieter Hecking zu den ganz heißen Nachfolgekandidaten. Der ehemalige Trainer der Wolfsburger, Nürnberger, Hannoveraner und Aachener hat als Offensivspieler eine Gladbacher Vergangenheit: In der Zeit von 1983 bis 1985 absolvierte der heute 52-Jährige sechs Bundesligaspiele für die Borussia.

bst/bru

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