Regionalliga Nord: "Ergangene Urteile negiert"

Wilhelmshaven klagt erneut gegen den NFV

DFB-Präsident Reinhard Grindel

Der SV Wilhemshaven fordert DFB-Präsident Reinhard Grindel auf, sich persönlich einzuschalten. imago

In einem offenen Brief fordert der SV Wilhelmshaven DFB-Präsident Reinhard Grindel auf, sich persönlich in den Streit um die Wiedereingliederung des Klubs in die Regionalliga Nord zur Saison 2017/18 einzuschalten. Trotz der Urteile des Oberlandesgerichts Bremen vom Dezember 2014 und des Bundesgerichtshofs vom September 2016, die Wilhelmshavens Zwangsabstieg für unwirksam erklärten, hatten DFB und der Norddeutsche Fußballverband (NFV) Ende vergangener Woche ihrerseits erkennen lassen, an der in der Saison 2013/14 verhängten Sanktion gegen den Verein festzuhalten.

"Es spottet geradezu Hohn, wenn der NFV - bestärkt durch den DFB - die ergangenen Urteile negiert und darüber hinaus in der Öffentlichkeit noch die rechtliche falsche Empfehlung gibt, der SVW müsste in einem neuerlichen Prozess den sportlichen Nichtabstieg beweisen", heißt es in dem Brief der Vereinsvertreter. Tatsächlich hätten die Verbände den Verein unter Verstoß gegen die eigenen Satzungen rechtsgrundlos bestraft und ihm seine sportlichen und wirtschaftlichen Grundlagen entzogen. Die Erwartungen, die Dinge sportlich (Rückgliederung in die Regionalliga) und wirtschaftlich (geschätzt geht es um einen Schadensausgleich in Millionenhöhe) pflichtgemäß wieder in Ordnung zu bringen, seien nicht erfüllt worden, schreibt der Verein.

SV Wilhelmshaven - Vereinsdaten

Gründungsdatum

19.07.1972

Vereinsfarben

Gelb-Rot

Die nächste Eskalation droht

Nun droht mit Blick auf den Ablauf der Zulassungsfrist für die neue Regionalligasaison am 31. März 2017 die nächste Eskalation in dem jahrelangen Zwist: Der SVW weist darauf hin, nun "zur Vermeidung weiterer Verzögerungen" Klage gegen den NFV auf eine Rückgliederung in die Regionalliga einzureichen. Die Klage werde zurückgezogen, falls der nun direkt angeschriebene DFB-Präsident Grindel eine neue Gesprächsrunde zwischen den Parteien einberufe.

Der DFB allerdings sieht sich bislang zu keinen weiteren Schritten veranlasst. "Wir haben am Freitag in Frankfurt eigens eine Pressekonferenz abgehalten, in der neben NFV-Präsident Eugen Gehlenborg auch der bei uns für Rechts- und Satzungsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch ausführlich zu dem Urteil und den Konsequenzen Stellung bezogen hat", erklärte DFB-Sprecher Ralf Köttker gegenüber dem kicker.

Michael Richter