Bundesliga

Fröhlich: Große Schiri-Krise? "Die sehe ich nicht"

Schiedsrichter-Chef äußert sich im kicker-Interview

Fröhlich: Große Schiri-Krise? "Die sehe ich nicht"

Timo Werner

Der größte von zahlreichen Aufregern der letzten Wochen: Nach Werners Schwalbe gegen Schalke gab es Elfmeter. imago

Dass die Unparteiischen die große Krise der letzten Saison eingeholt habe, "sehe ich nicht so", erwidert Fröhlich. Auch dass die Zahl der Fehler stark zugenommen habe "stimmt so nicht. Wir haben an normalen Spieltagen in der Bundesliga und der 2. Bundesliga zusammen ca. 20 bis 25 knappe und kritische Entscheidungen. Rund 75 Prozent davon erweisen sich nach Analyse der TV-Bilder als richtig", betont der 59-Jährige Leiter der Schiedsrichterkommission. "Bei den restlichen 25 Prozent gibt es weder Bestätigung noch Widerlegung oder sie sind am Ende tatsächlich falsch. Pro Spieltag geht es im Durchschnitt um zwei bis drei Entscheidungen. Das Verhältnis hat sich im Laufe der jetzigen Saison zu den Vorjahren nicht wesentlich verändert."

Warum der Videobeweis nicht früher als bisher angedacht eingeführt wird, sondern erst ab der nächsten Saison, erklärt Fröhlich so: "Bis zum Ende der Saison soll jeder Schiedsrichter fünf- bis sechsmal als Videoassistent geprobt haben. Das intensive Training ist notwendig, um zu einer möglichst präzisen und einheitlichen Definition zu kommen, was ein klarer Fehler ist, bei dem von außen eingegriffen werden sollte."

Im ausführlichen kicker-Interview in der morgigen Donnerstagsausgabe erläutert Lutz Michael Fröhlich, wie er die Situation um Werners Schwalbe bewertet und was der Referee beim Spiel Frankfurt gegen Hoffenheim falsch gemacht hat. Außerdem beantwortet er die Frage, ob die Sitten in der Bundesliga verroht seien und ob der große personelle Umbruch bei den Referees vor dieser Saison ein Problem darstellt.

Thomas Roth