Der Brasilianer ist Doppelweltmeister

Formel-1-Legende Fittipaldi wird 70

Ikone der Formel 1: Der zweimalige Weltmeister Emerson Fittipaldi feiert seinen 70. Geburtstag.

Ikone der Formel 1: Der zweimalige Weltmeister Emerson Fittipaldi feiert seinen 70. Geburtstag. picture alliance

Von Ruhestand kann bei Emerson Fittipaldi keine Rede sein. Der zweimalige Formel-1-Weltmeister versucht sich jetzt als Talententwickler. Denn das jüngste seiner sieben Kinder, das ebenfalls Emerson mit Vornamen heißt, macht längst seine ersten Schritte als Motorsportler in einem Kart.

"Ich bin sehr glücklich, dass er diese Leidenschaft hat", sagte "Emmo", der am Montag seinen 70. Geburtstag feiert, über seinen Filius. "Meine beiden ältesten Söhne waren auch einmal auf der Kartstrecke in Interlagos unterwegs, aber sie wollten da nicht wieder zurück." Den neunjährigen "Emmo" hingegen habe er gar nicht erst fragen müssen. "Man muss es einfach lieben."

Fittipaldi ebnete Piquet und Senna den Weg

Fittipaldi senior war ein Vollblut-Rennfahrer. Die PS-Leidenschaft hatte er wiederum von seinem Vater Wilson, einem bekannten brasilianischen Motorsport-Journalisten und Radio-Kommentator. Und "Emmo" wollte es auf dem Asphalt wissen. 1969 machte er sich nur des Portugiesischen mächtig nach England auf. Dort legte er den Grundstein für seinen Formel-1-Einstieg 1970, mit dem er auch den späteren Weltmeistern aus seinem Land, Nelson Piquet und Ayrton Senna, den Weg in die Motorsport-Königsklasse ebnete.

Fittipaldi war der jüngste Weltmeister

144 Grand Prix absolvierte Fittipaldi bis zu seinem Karriereende 1980 in der Formel 1, gewann 14 Rennen und holte 1972 sowie 1974 die WM. Bei seinem ersten Triumph war der Südamerikaner sogar erst 25 Jahre und 273 Tage alt. Bis dahin war niemand jünger beim ersten WM-Titel. Erst 2005 unterbot der Spanier Fernando Alonso die Bestmarke, ehe Lewis Hamilton aus England und der Heppenheimer Sebastian Vettel folgten. "Kalkuliert und sehr, sehr kaltblütig" sei sein Fahrstil gewesen, meinte einmal Sir Jackie Stewart. Mit diesem Stil triumphierte Fittipaldi auch 1989 in der US-amerikanischen NASCAR-Serie und beim ruhmreichen Indy 500.

Tiefschläge sind Fittipaldi aber auch nicht fremd. 1996 brach er sich bei einem IndyCar-Rennen in Michigan einen Rückenwirbel. Während seiner Rehabilitation stürzte er mit Sohn Luca an Board auch noch mit seinem Ultraleichtflieger ab. "Der Sumpf hat sie gerettet. Wären sie auf hartem Boden gelandet, wären sie sicher umgekommen", sagte damals Klinikdirektor Luiz Roberto Neves in Araraquara nahe Sao Paulo.

Doppelweltmeister Fittipaldi feiert seinen 70.

In die Schlagzeilen geriet Fittipaldi zuletzt im April, als ein Schuldenberg des erfolglosen Unternehmers in Höhe von fast sieben Millionen Euro bekannt wurde. Rennwagen und Pokale des langjährigen Lotus-Piloten wurden konfisziert. "Es ist fast schon erniedrigend", sagte Fittipaldi. Er wolle aber allen Verpflichtungen nachkommen.

Seine besondere Zuwendung bekommt nun aber der kleine "Emmo". Vater Fittipaldi ist sich des Drucks bewusst, der auf dem Sohn wegen des berühmten Nachnamens lasten wird. "Er öffnet eine Menge Türen, aber wenn er dann nur Zweiter oder Dritter wird, fragt man unweigerlich: warum?", sagte Fittipaldi senior. "Der Druck ist immer riesig, aber er gewöhnt sich daran."

dpa