Bayern-Angreifer übt Freistöße inzwischen systematisch

Lewandowskis doppelte Freude

Robert Lewandowski

Schoss die Bayern gegen Atletico zum Sieg: Robert Lewandowski. Getty Images

Als Robert Lewandowski am Dienstagabend nach dem 1:0 gegen Atletico Madrid durch die Katakomben der Allianz-Arena schritt, hatte er den Spielball der vorangegangenen 90 Minuten fest umschlungen. Vor den Sky-Fernsehkameras erklärte Lewandowski: "Das ist ein besonderer Ball für mich." Und zwar nicht nur, weil er mit diesem den FC Bayern zum Heimsieg gegen die Rojiblancos geführt hatte. Doch dazu später mehr.

Wie schon vier Tage zuvor in Mainz traf Lewandowski auch gegen die Colchoneros mit einem direkten Freistoß - bislang nicht gerade die Paradedisziplin des Angreifers. Doch Lewandowski verriet: "Seit dieser Saison trainiere ich systematisch Freistöße." So erhielt er gegen Atletico nach knapp einer halben Stunde den Vorzug vor David Alaba, der sich als Linksfuß ebenfalls für den Standard aus rund 18 Metern in halblinker Position beworben hatte. Lewandowski aber trat an - und traf.

Spielersteckbrief Lewandowski
9

Lewandowski Robert

Bayern München

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5
4
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2
Tabelle Champions League
Champions League - Vorrunde, 6. Spieltag
Vorrunde, 6. Spieltag

Trainer Carlo Ancelotti wollte den Torschützen hinterher jedoch nicht nur auf den Treffer reduziert wissen, daher sagte er: "Er hat sehr gut gespielt. Er hat viel für die Mannschaft gearbeitet und ist viel gelaufen."

Spielbericht

Der Italiener rückte nach dem 3:1 in Mainz zumindest phasenweise im Spiel davon ab, einen zentralen, offensiven Mittelfeldspieler aufzubieten. Thiago interpretierte seine Rolle sehr variabel. "Wir sind zwischen den Systemen hin- und hergependelt", erklärte Mats Hummels nach der Partie und meinte: zwischen der Grundausrichtung, einem 4-3-3, und einem 4-2-3-1 respektive einem 4-2-1-3.

Atletico hatte nichts zu bestellen

Der Weltmeister befand: "Wir haben kein überragendes, aber ein gutes Spiel gemacht. Wir haben es größtenteils kontrolliert." Allerdings weiß Hummels auch: "Das Gefühl hat man oft gegen Atletico, trotzdem sind sie gefährlich." Dieses Mal aber beschränkten sich die Offensivaktionen der Colchoneros auf zwei Chancen zu Beginn, bei denen Manuel Neuer zweimal gegen Yannick Ferreira-Carrasco zur Stelle war. Sonst hatten die Spanier nichts zu bestellen.

15:5 Schüsse und 71 Prozent Ballbesitz zu Gunsten der Bayern, dazu eine imponierende Passquote von 89 Prozent - die Statistik unterstrich die Analyse Ancelottis, der von einer "guten Leistung" sprach und seine Mannschaft besonders für eine Sache lobte: die Balance zwischen Offensive und Defensive. Ein Aspekt, mit dem die Bayern in der Vergangenheit hin und wieder Probleme offenbarten. "Wir haben wenige Konter zugelassen", sagte der Coach nun aber mit Recht.´

Lewandowskis "optimaler Moment"

Rafinha und Robert Lewandowski

Vaterfreuden: Robert Lewandowski (hier mit Rafinha) bekommt Familienzuwachs. Getty Images

Auch wenn Platz eins in Staffel D schon vor dem Anpfiff an Atletico vergeben war, erklärte Ancelotti: "Der Sieg ist nicht wichtig für das Resultat in der Gruppe, aber es bringt uns Selbstvertrauen." Eine Ansicht, die Lewandowski teilte.

Der Mann des Abends fand: "Theoretisch spielt der Sieg keine Rolle, aber für die Mentalität ist er gut." Und für Lewandowski selbst, der den Ball nach seinem Tor unter dem Trikot einklemmte und seinen Daumen in den Mund steckte - eine Geste, die keinen Raum für Spekulationen ließ: Die Familie Lewandowski erhält Zuwachs. "Es war der optimale Moment, um zu sagen, dass meine Frau schwanger ist", sagte der Pole. Und für die Bayern war es ein optimaler Moment, um zu zeigen, dass sie Atletico bezwingen können.

lei

kicker.tv Hintergrund

Lewandowski hat bisschen Freistöße trainiert

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