Allofs wünscht sich VfL-Wagenburg

Draxler droht in Wolfsburg die Tribüne

Julian Draxler kurz vor seiner Einwechslung gegen Hertha am Samstag

Mit Pfiffen bedacht: Julian Draxler kurz vor seiner Einwechslung gegen Hertha am Samstag. imago

Der Trainer wurde ausgetauscht, der Torhüter gewechselt, die Fans gingen auf die Barrikaden, und die Mannschaft gelobte, den Ernst der Lage erkannt zu haben. Hat der VfL Wolfsburg im Kampf gegen den sportlichen Niedergang bereits sämtliche Patronen verschossen? Nein, sagt Klaus Allofs. "Es ist nicht so", erklärt der Manager, "dass alles ausprobiert worden ist und es keine Lösungen mehr gibt." Der nächste Wunsch auf dem Weg nach einem Ausweg: die Errichtung einer Wagenburg.

"Wir müssen noch enger zusammenrücken, egal, was draußen passiert", fordert Allofs. "Wir müssen insgesamt eine andere Atmosphäre kreieren. Im Moment ist es schwierig. Da muss man zusammenstehen. Das ist immer das beste Mittel gegen Angriffe von außen."

Jedoch: Auch das Wolfsburger Binnenklima ist gestört. Julian Draxler hat bei den VfL-Fans seit seinem öffentlich geäußerten Wechselwunsch einen schweren Stand, am Samstag entlud sich der Frust in einem Pfeifkonzert bei der Einwechslung des Nationalspielers. Der erneuerte im Anschluss seinen Wechselwunsch. Erst einmal jedoch droht dem 23-Jährigen die Verbannung auf die Tribüne.

Auch wenn sich Trainer Valerien Ismael "alles offen lassen" möchte, läuft es darauf hinaus, dass Draxler schon am Samstag in München nicht mehr zum Kader zählt und im Winter den VfL verlässt. Denn eines wird sich mit Draxler kaum noch umsetzen lassen. "Wir müssen den Fans das Gefühl geben", fordert Allofs, "dass wir für diesen Verein einstehen und bereit sind, alles zu geben."

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Thomas Hiete

Draxler: Treueschwur, Machtkampf, Flucht