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Hellwach und eiskalt: Napoli fertigt Inter ab

Serie A, 15. Spieltag: Nerazzurri hinken weiter kräftig hinterher

Hellwach und eiskalt: Napoli fertigt Inter ab

Marek Hamsik

Besorgte nach nur sechs Minuten das 2:0 für Napoli: Anführer Marek Hamsik. imago

Ehe das hochinteressante und brisante Duell zwischen Napoli und Inter Mailand zum Auftakt des 15. Spieltags am Freitagabend angepfiffen wurde, gedachten Spieler, Verantwortliche und Zuschauer im San Paolo der Opfer des tragischen Flugzeugunglücks in Kolumbien in Form einer Schweigeminute. Bemerkenswert: Inter-Kapitän Mauro Icardi trug sogar eine Kapitänsbinde mit dem Logo von Chapecoense darauf, schließlich waren unter den 71 tödlich verunglückten Passagieren 19 Profis des brasilianischen Erstligisten.

Napoli überrollt Inter in fünf Minuten

Dann wurde es sportlich ernst - wobei anfangs nur die Hausherren das Spiel seriös angingen und die schlafmützig agierenden Gäste regelrecht überrollten: Nach einem herrlichen Spielzug über Marek Hamsik und José Callejon feuerte Piotr Sebastian Zielinski den Ball volley ins linke untere Eck (2.). Beim 1:0 blieb es nicht lange, denn schon drei Minuten später konnten die Stadiontechniker die Anzeigentafel auf 2:0 umstellen: Nach einem Steilpass von Zielinski ließ Hamsik dem Mailänder Keeper Samir Handanovic keine Chance und versenkte die Kugel scharf rechts unten (5.).

Serie A - 15. Spieltag
Serie A - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Juventus Turin
36
2
AS Rom
32
3
AC Mailand
32
Serie A - Torjäger 2016/17
Dzeko Edin
12
Icardi Mauro
12
Belotti Andrea
10
Spielersteckbrief Hamsik
Hamsik

Hamsik Marek

Spielersteckbrief Icardi
Icardi

Icardi Mauro

Spielersteckbrief Zielinski
Zielinski

Zielinski Piotr

Diese Nackenschläge saßen tief. Die Nerazzurri mussten sich erst einmal sammeln, um diese zwei zeitigen Gegentreffer verdauen zu können. Mit fortschreitender Spieldauer aber sammelten sich die Gäste, agierten taktisch deutlich verbessert, starteten einige vielversprechende Angriffe - und hätten das 1:2 erzielen müssen: Top-Stürmer Icardi (zwölf Ligatore) scheiterte allerdings gleich zweimal freistehend vor Keeper Pepe Reina (22. und 34.).

Insigne hat die Technik

Die restliche Geschichte ist schnell erzählt: Inter kam mit Wut im Bauch aus den Katakomben, drückte die Neapolitaner tief hinten rein und ließ den nächsten Hochkaräter zum Anschlusstreffer liegen (Perisic, 48.). Die Bestrafung für diese Fahrlässigkeiten folgte auf dem Fuße: Handanovic wischte zunächst einen Eckstoß zu seiner rechten Seite, Raul Albiol setzte allerdings nach und spielte den Ball sofort wieder ins Zentrum zu Lorenzo Insigne. Der Edeltechniker lupfte die Kugel schließlich äußerst elegant zum 3:0-Endstand ins Tor (51.). Damit waren die 90 Minuten trotz noch langer ausstehender Spielzeit gelaufen, denn in der Folge verwalteten die Hausherren den Vorsprung, während die Lombarden die Köpfe hängen ließen und die Niederlage akzeptieren mussten.

Lorenzo Insigne

Hob den Ball elegant ins Netz und hob beim Jubel ab: Lorenzo Insigne. imago

Der Dreier brachte Napoli vor dem wichtigen und alles entscheidenden Champions-League-Spiel um den Einzug ins Achtelfinale am Dienstag (20.45 Uhr) bei Benfica Lissabon in der heimischen Liga wieder ran ans internationale Geschäft. Inter Mailand dagegen tritt weiterhin auf der Stelle. Es droht eine Saison im grauen Mittelmaß - mal wieder.

mag